Neue Fassade von britischem Architekten:
Chipperfield gestaltet Kaufhaus in Innsbruck

Trotz heftiger Widerstände - Fertigstellung 2009 Zuvor hatten sich die Denkmalschützer quergelegt

Neue Fassade von britischem Architekten:
Chipperfield gestaltet Kaufhaus in Innsbruck

Der mittlerweile dritte Entwurf für die Fassade des neuen Kaufhaus Tyrol in Innsbrucks Prachtstraße liegt nun vor. Es wurde vom namhaften britischen Architekten David Chipperfield gestaltet und der Öffentlichkeit präsentiert. Die beiden anderen Entwürfe waren zum Teil auf heftigen Widerstand - auch bei der Bevölkerung - gestoßen. Das Shopping-Center in der Innenstadt soll Ende 2009 fertig sein.

Es sei nunmehr gelungen, eine "optimale Qualität" für den Neubau in der Maria-Theresien-Straße zu finden, freute sich Hauptinvestor René Benko bei einer Pressekonferenz. Mit Chipperfield bringe man nach Zaha Hadid und Dominique Perrault wieder einen Architekten von Weltruf nach Innsbruck. Im Gegensatz zu dem im April vorgestellten Projekt des Wieners Heinz Neumann handle es sich diesmal "um keinen Kompromiss".

Käsefassade
Zuvor wurde das im Herbst des Vorjahres gekürte Siegerprojekt des Architektenteams BEHF aus Wien - es erhielt später von Kritikern auf Grund der runden Fenster die Bezeichnung "Käsefassade" - fallen gelassen. Beide Male hatten sich die Denkmalschützer quergelegt. Das Tiroler Landeskonservatorat setzte sich für den Ensembleschutz ein. Wenngleich der Abriss von zwei alten Häusern nicht verhindert werden konnte, stößt der nunmehrige Entwurf auf Zustimmung des Bundesdenkmalamtes.

Neubau und Restaurierung
Das Projekt umfasst den Neubau eines Geschäftshauses auf dem Grundstück des ehemaligen Kaufhaus Tyrol sowie die Restaurierung und Aufstockung des Gebäudes auf der unmittelbar angrenzenden Fläche. Die Fassadenflucht des neuen Einkaufszentrums ist in drei leicht schräg zueinander stehende Bereiche gegliedert. Die relativ lange Fassade wird dadurch optisch gebrochen. Die Unterteilung erfolgt durch konisch geformte Stützen. Die Struktur besteht aus mit Naturstein versetzten Betonfertigteilen mit raumhohen Fensteröffnungen.

Einfügen in die Umgebung
Mit dieser Lösung respektiere das neue Kaufhaus die Maßstäblichkeit und die gestalterischen Prinzipien seiner historischen Umgebung und etabliere sich zugleich als eigenständiges und zeitgenössisches Gebäude, erläuterte Chipperfield. Er gestaltete unter anderem das "River & Rowing Museum" in Henley on Thames in Großbritannien, das "Figge Art Museum" in Davenport (USA), das "America's Cup Building" in Valencia und das "Liangzhu Culture Museum" in China.(apa/red)