"Neue Fährte" im Fall Maddie McCann?
Eltern wollen Ermittlungen neu aufrollen

Ihre Privatdetektive hätten neue Hinweise entdeckt Vor genau drei Jahren aus Ferienhaus verschwunden

"Neue Fährte" im Fall Maddie McCann?
Eltern wollen Ermittlungen neu aufrollen © Bild: APA/EPA

Die Eltern der vor drei Jahren verschwundenen kleinen Britin Maddie McCann wollen die Ermittlungen in dem Fall neu aufrollen lassen. Es gebe eine "neue Fährte", sagte Maddies Vater Gerry McCann dem portugiesischen Nachrichtenmagazin "Expresso". Die von ihm und seiner Frau Kate engagierten Privatdetektive hätten neue Hinweise entdeckt, die "zu neuen Fährten führen, und wir müssen die Polizei überzeugen, diese zu erkunden".

Zum dritten Jahrestag nach dem Verschwinden wandten sich die Eltern erneut an die Öffentlichkeit. "Wir lieben dich sehr, Madeleine", erklärten Gerry und Kate McCann. "Wir werden niemals aufgeben, bis wir Dich finden."

Madeleine war am 3. Mai 2007 aus einem Ferienappartement in Südportugal verschwunden - kurz vor ihrem 4. Geburtstag. Ihre Eltern hatten darauf eine unvergleichliche Öffentlichkeitskampagne gestartet. Bisher fehlt jedoch jede Spur von dem Mädchen.

Ihre Eltern beharren bis heute darauf, dass das Mädchen entführt wurde und möglicherweise noch am Leben ist. Dagegen vermutet der frühere portugiesische Chefermittler in dem Fall, Goncalo Amaral, dass das Mädchen einen von den Eltern vertuschten Unfalltod starb. Im Laufe seiner Arbeit stufte er Kate und Gerry McCann als Verdächtige ein. Die Ermittlungen gegen die McCanns wurden jedoch kurz nach ihrer Beschuldigung eingestellt. Amarals Buch zu dem Fall wurde verboten. Das Gericht sah die Rechte der McCanns verletzt, die gegen die Veröffentlichung geklagt hatten.

Vater kritisiert Polizeiarbeit
Die Mutter sagte, mittlerweile fühlten sie wegen Maddies Verschwinden nicht mehr so schuldig; sie könnten ihr Leben auch wieder genießen. "Das ist gut für Madeleine und ihre Geschwister, die Zwillinge Sean and Amelie." Der Vater verglich den Verlust mit dem Kampf gegen Krebs. Zugleich kritisierte er die Polizei in Portugal und Großbritannien. "Die Frage ist, ob alles, was möglich ist, getan wurde. Und die Antwort ist: Nein." Zwar beschäftigten sie immer noch Privatermittler, "aber wir müssen realistisch sein: Wir haben nicht die selbe Fähigkeit wie die Polizei, Hinweisen nachzugehen".

(apa/red)