Neue Ermittlungen im Fall Kampusch: Priklopil-Freund Ernst H. ist unter Verdacht

War sein Bekannter doch an der Entführung beteiligt? Traf Priklopil noch unmittelbar nach Kampuschs Flucht

Neue Ermittlungen im Fall Kampusch: Priklopil-Freund Ernst H. ist unter Verdacht © Bild: APA/Zinner

Wende im Fall Kampusch: Neuerliche Befragungen haben erste konkrete Ergebnisse gebracht. Demnach wird aktuell gegen Ernst H., Freund des Entführers Wolfgang Priklopil, wegen Paragraf 99 StGB (Freiheitsentziehung) ermittelt.

H. traf den Kampusch-Entführer unmittelbar nach der Flucht des Mädchens am 23. August 2006 ein letztes Mal traf. gegen ihn "besteht der Verdacht, dass er unter Umständen beteiligt war", sagt der zuständige Grazer Oberstaatsanwalt Thomas Mühlbacher, der die offizielle Ermittlung "nicht dementieren kann".

"Es haben sich Verdachtsmomente ergeben. Und aus der besonderen Nahebeziehung von H. zu Priklopil sind noch Fragen offen, die nicht zufriedenstellend geklärt sind", sagt Mühlbacher in der "Presse am Sonntag". Im Zusammenhang mit dem Fall Kampusch wurde außerdem ein Ersuchen an die deutsche Staatsanwaltschaft gestellt, bei zwei Zeugen Beweismittel sicherzustellen. Bis Jahresende will Mühlbacher über eine eventuelle Anklage entscheiden.

(apa/red)