Neue Erkenntnisse zu Mädchen-Morden in Belgien: Nathalie und Stacy wurden erwürgt

Autopsie: Zehnjährige Nathalie wurde vergewaltigt Bisher einziger Verdächtiger bleibt weiterhin in Haft

Die Ermordung der belgischen Stiefschwestern Nathalie und Stacy war die Tat eines Kinderschänders. Die Autopsie der Leichen ergab, dass die zehnjährige Nathalie vergewaltigt wurde, wie die Staatsanwaltschaft in Lüttich mitteilte. Zudem deute alles daraufhin, dass Nathalie und die siebenjährige Stacy erwürgt worden seien, sagte Staatsanwältin Anne Bourguignon.

Die beiden Mädchen waren in der Nacht auf 10. Juni auf einem Straßenfest verschwunden und wurden am Mittwoch tot in einem Gullyrohr aufgefunden. Der bisher einzige Verdächtige bleibt nach einer Gerichtsentscheidung weiter in Haft. Der 39-Jährige ist wegen Vergewaltigung von Minderjährigen vorbestraft und war kurz vor dem Verschwinden der beiden Mädchen in deren Nähe gesehen worden. Er bestreitet aber, irgendetwas mit der Sache zu tun zu haben. Der Mann stellte sich am 13. Juni freiwillig, nachdem die Polizei ihn zur Fahndung ausgeschrieben hatte. Seine Anwälte erklärten, die Behörden hätten nichts gegen ihren Mandaten in der Hand.

Der Fall erregt in Belgien großes Aufsehen. Das Schicksal der beiden Mädchen weckt Erinnerungen an die Opfer des belgischen Kinderschänders Marc Dutroux. Dutroux war im Juni 2004 wegen Mordes an vier Mädchen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Bis zu seinem Prozess waren acht Jahre vergangen.

An dem Bahndamm, wo Stacy und Nathalie gefunden wurden, legten Bürger Blumen und Stofftiere nieder. Die Klassenkameraden der beiden Mädchen wurden am Donnerstag vom Unterricht befreit, das belgische Parlament sagte als Zeichen der Trauer seine wöchentliche Fragestunde ab.

(apa/red)