Neue Enthüllungen im Telekom-Skandal:
PR-Agentur entwarf Strategien für Manager

profil: Umstrittene Zahlungen an HocheggerCom UPDATE: Dossier ab sofort online abrufbar

Neue Enthüllungen im Telekom-Skandal:
PR-Agentur entwarf Strategien für Manager © Bild: APA/Gindl

Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in aktuellen Ausgabe berichtet, zieht die Affäre um die Telekom-Honorare des Lobbyisten Peter Hochegger immer weitere Kreise. "profil" liegen mehrere von Hocheggers ehemaliger Agentur HocheggerCom verfasste PR-Konzepte für Persönlichkeiten mit Verbindungen in die Telekom Austria (TA) vor, die zumindest teilweise vom Konzern bezahlt wurden.

Allein für die auf 29 Seiten skizzierte "Strategie für Vorstands-Positionierung" des früheren Telekom-Managers Gernot Schieszler veranschlagte Hochegger 2007 insgesamt 465.000 Euro. Obwohl das Konzept nie realisiert wurde, musste die TA einen Großteil der Summe an Hochegger bezahlen.

Noch problematischer erscheint ein dem Magazin ebenfalls vorliegendes "Ideenkonzept zur Positionierung" des 2002 angetretenen Telekom-Regulators Georg Serentschy in der Öffentlichkeit. Serentschy bestreitet zwar nicht die Existenz des Papiers, will aber mit dessen Erstellung nichts zu tun gehabt haben: "Weder die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH noch Herr Dr. Georg Serentschy haben bei der Agentur Hochegger oder bei Herrn Hochegger persönlich jemals Leistungen in Auftrag gegeben oder erbeten."

Konzept zur Beeinflussung des Telekom-Regulators?
Laut "profil" könnte das frühere TA-Management das Serentschy-Konzept beauftragt haben, in der Hoffnung, den Telekom-Regulator damit zu beeinflussen. TA-Sprecherin Elisabeth Mattes betont allerdings, dass diesem Konzept "intern bisher keine Rechnung zugeordnet" werden konnte.

Der Telekom-Konzern zahlte dem Lobbyisten von Ende der 1990er Jahre bis 2009 insgesamt rund 25 Mio. Euro an Honoraren.

Hochegger kassierte auch von FPÖ-Politikern
Ähnliche "Ideenkonzepte zur Positionierung" entwarf Hochegger auch für die früheren FPÖ-Infrastrukturminister Mathias Reichhold und Hubert Gorbach, die jeweils vom Ministerium bezahlt wurden. Reichhold gegenüber "profil": "Soweit ich mich erinnern kann, hat Hochegger damals eine Ausschreibung des Ministeriums gewonnen. Die Umsetzung des von HocheggerCom erarbeiteten Konzepts kostete einen Betrag irgendwo bei 150.000 Euro." Hubert Gorbach war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Mensdorff-Pouilly cashte 1,1 Mio Euro als Berater ab
Unabhängig davon ist die Innenrevision der TA nun auch auf ein "Beraterhonorar" für den Waffenlobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly aus dem Jahr 2008 gestoßen. TA-Sprecherin Mattes: "Es hat im Jahr 2008 einen Beratungsauftrag für Alfons Mensdorff-Pouilly gegeben, dieser lag in der Höhe von 1,1 Millionen Euro. In einem Zwischenergebnis hat die interne Revision diese Daten bestätigt."

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(red)

Kommentare

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Beraterhonorare Jene Politiker, die solche Beraterverträge zu verantworten haben müssen zu Schadenersatz herangezogen werden. Und jeder Politiker muß für sein Handlungen finanziell und rechtlich haftbar gemacht werden.

christian95 melden

Re: Beraterhonorare - auch die Proporzvorstände am Flughafen, (Herbst und Gabmann - beide LH Pröll Günstlinge) oder Michalis & Co bei der ÖIAG.....
überall kann man auf Kosten des Steuerzahlers ganz legal viel Geld verdienen.

Und da ist den Politikern noch erwas neidig 29 Seiten - 465.000 €, ca. das doppelte eines Ministergehalten. € 1.100.000 für eine Beratung. Da ist die Gattin Ministerin Rauch Kallat ein armes Hascherl. Interessant wäre es noch wie der Herr Graf das Geld versteuert hat. Oder ist es auch wie bei Meischberger und Co. ober zig verschiedene Stiftungen über die Karibik nach Liechtenstein gelangt.

stabilis melden

Ich will auch einen Beratervertrag! So einfach geht das - einen Beratervertrag abschließen, ein wenig blabla auf lausigend 29 Seiten und fertig ist der Deal - Geld fließt, ein wenig für die Partei (bin ich mir sicher) und ein paar Freunde...so funktioniert der österreichische Selbstbedienungsladen für diese Lobbyisten! Pfui deibel, es wird Zeit das einer kommt und damit aufräumt!

christian95 melden

Re: Ich will auch einen Beratervertrag! Dazu ist einmal ein Parteibuch, das Richtige natürlich, erforderlich. Parteigünstlinge haben eine höhere Qualifikation wie der Rest von Österreich. Das beginnt beim Flughafenvorstand (auch wenn keiner der Proporzmanager vorher je auf einen Flughafen gearbeitet hat) und endet bei der ÖIAG.

Tja was soll es ???? Selbst Grasser ist ja nach den neuesten Abhörprotokollen erstaunt wie gut der korrupte "STAAT" funktioniert... Das heißt für mich der Staat ist nicht mehr das Volk, sondern die korrupte Politik, mit den mafiösen Verstrickungen der Wirtschaft, die uns AUSSAUGT! Das fängt bei der Psot, Telekom, ÖMV an und wer weiß do das aufhört! Ich möchte auch gerne einen Beratervertrag für ne Mille ! Dann kann ich mir auch eine nichtssagenden Homepage um zig, zig tausende Euronen kaufen um Freundern zu finanzieren, etc...! Mann ... Wie ist der lettige Österreicher blauäugig !!!

Viennese melden

Ist eigentlch schon komisch... Jetzt auf einmal kommen hier Dinge an das Tageslicht, wo man als normaler Bürger nur mehr den Kopf schüttelt.Trotzdem wundert es mich schon, daß noch niemals der Name Taus und seienm geheimnisvollen Partner ( israel./ österr. Doppelstaatsbürger) bei der vergabe der telekom Aktien gefallen ist. Ein Schelm der schlechtes denkt!!

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Re: Ist eigentlch schon komisch... Darüber brauchen wir uns nicht zu wundern, denn wenn erstmal der Name Taus auftaucht, wird auch über kurz oder lang der Name Schüssel fallen und sich eine Flut von weiteren offenen Fragen auftürmen, z,B. warum sich Schüssel und Gorbach in den Jahren 2003/04 zu Laufburschen für Taus und Schlaff in Bulgarien und Serbien gemacht haben, uvm. Und wenn man dann weiterschnüffelt wird man draufkommen, dass es in der Ära Schüssel/Haider/Grasser aus allen Ecken und Enden dampft und der Sumpf aus Korruption und Freunderlwirtschaft bis zum Himmel stinkt.

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Re: Ist eigentlich schon komisch... Fällt Ihnen allen hier etwas auf? Unser HBP Fischer, der in der zweiten Amtsperiode so mutig geworden ist, weil er ja nimmer zu einer Wahl antreten kann und der hie und da auch einmal was zu sagen hat schweigt dazu und sagt nichts. Der Kirchschläger hat in ähnlichen Fällen wenigstens vom "Trockenlegen der Sümpfe\'" gesprochen. Unser Heinzi - seines Zeichens Staatsnotar und sonst wohl nichts - hat dazu nichts zu sagen, obwohl sich alles im Dunstkreis der Politik abspielt. Das ist auch bezeichnend!!

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Re: Ist eigentlch schon komisch... Stimmt, bezeichnend für die Molluskenfauna in unserer Politik, in der jegliches Rückgrat fehlt.

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Re: Ist eigentlch schon komisch... Na wer sagt\'s denn. Der erste Molluske wird im Update bereits genannt. Unser Mister "Austria is for me too small"-Gorbach wird jetzt wohl hoffen müssen, dass Austria nicht "too big too fail" für ihn wird.

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