Neue Chance für Ostafrika? Gemäßigter Islamist ist der neue Präsident von Somalia

Übergangsparlament stimmte mehrheitlich für Ahmed Chaos und Bürgerkrieg herrschen seit 1991 vor

Neue Chance für Ostafrika? Gemäßigter Islamist ist der neue Präsident von Somalia © Bild: Reuters/Faruk

Der gemäßigte Islamisten-Führer Sheikh Sharif Ahmed ist zum neuen somalischen Präsidenten gewählt worden. Eine große Mehrheit des Übergangsparlaments stimmte bei einer Nachtsitzung im benachbarten Dschibuti für den Vorsitzenden der Allianz zur Wiederbefreiung Somalias (ARS).

Nach seiner Wahl in der nächtlichen Parlamentssitzung kündigte Ahmed an, das Land versöhnen zu wollen. Der bisherige Präsident Abullahi Yussuf Ahmed hatte im Dezember seinen Rücktritt erklärt. Beobachter sehen in Sheikh Sharif Ahmed den am ehesten geeigneten Kandidaten, die zerstrittenen Parteien in dem ostafrikanischen Bürgerkriegsland wieder zu einen.

Der junge Geistliche gewann die Wahl mit großem Vorsprung auf Maslah Mohamed Siad Barre, den Sohn des früheren Machthabers Siad Barre. Sheikh Sharifs größter Rivale, Regierungschef Nur Hassan, hatte sich bereits nach dem ersten Wahlgang wegen mangelnder Unterstützung zurückgezogen. Er signalisierte dem neuen Präsidenten Kooperationsbereitschaft.

Chaos und Bürgerkrieg seit 1991
Die Wahl war Teil eines von den Vereinten Nationen unterstützten Friedensprozesses zur Bildung einer Einheitsregierung in Somalia. Die UNO hofft, dass so dem seit 1991 herrschenden Chaos und Bürgerkrieg in dem bitterarmen Land am Horn von Afrika ein Ende gesetzt werden kann. Die Gesetzlosigkeit an der Küste nutzten somalische Piraten, um in den Gewässern am Horn von Afrika Handelsschiffe zu kapern und Lösegelder zu erpressen.

Aus Sicherheitsgründen war die Sitzung des Parlaments von Baidoa in Somalia nach Dschibuti verlegt worden. Erst am Montag hatte die radikal-islamische Al-Shabab-Miliz den Parlamentssitz eingenommen - wenige Stunden nachdem sich die äthiopischen Truppen aus Somalia zurückgezogen hatten. Die Al-Shabab-Miliz lehnt den Friedensprozess ab und hat die Fortsetzung ihres Kampfe angekündigt.

(apa/red)