Neue Beziehungsform von

Freundschaft mit (S)extras

Sex und Freundschaft - kann das wirklich gut gehen?

Neue Beziehungsform - Freundschaft mit (S)extras © Bild: Castle Rock Entertainment

Beziehungen könnten so einfach sein - sind sie aber nicht. Und das Single-Dasein könnte so schön sein - wäre da nicht die Sache mit dem fehlenden Sex. Die Lösung liegt nah: "Friends with benefits"! Aber kann diese neue Beziehungsform wirklich funktionieren?

Justin Timberlake und Mila Kunis zeigen es im aktuellen Hollywood-Film mit dem bezeichnenden Titel "Friends with benefits" vor: Sie entscheiden sich gegen eine klassische Beziehung, sondern werden "Freunde mit gewissen Vorzügen". Klartext: Sie haben Sex miteinander, sind aber kein Paar.

So einfach kann es sein
Für die beiden ist diese neue Beziehungsform anfangs das perfekte Arrangement. Schließlich fallen viele Aspekte, die in üblichen Partnerschaften zu Streits und Stress führen weg. Eifersucht ist tabu, genauso wie überzogene Erwartungen an den anderen. Es ist egal, wann man abends heimkommt, ob man jemand anderem zu lange hinterhergestarrt hat und ob der Geschirrspüler schon ausgeräumt ist. Auch Themen wie Zusammenziehen oder Kinderplanung kann man sich sparen. Stattdessen gibt es eine (je nach Geschmack lockere oder tiefe) Freundschaft mit einem Menschen, den man attraktiv findet - und Sex als Sahnehäubchen obendrauf.

Kann das wirklich gut gehen?
Klingt verführerisch? Keine Frage. Doch ob das im Film dargestellte Beziehungsprojekt auf Dauer funktionieren kann, ist fraglich. Denn mit dem Sex kommen eben doch oft Gefühle und Besitzansprüche auf. Wenn man den anderen schon anziehend findet, gern mit ihm Zeit verbringt und der Sex toll ist, lassen sich Emotionen eben schwer verhindern. Und es stellt sich die Frage: Warum sollten wir's nicht doch probieren? Hingegen lässt der sexuelle Reiz nach, wenn man den Sexpartner gar nicht richtig gut findet. Aber wer will schon "befreundet mit gewissen Vorzügen" sein, wenn man den anderen eigentlich nicht besonders begehrenswert findet?

Drei ist einer zu viel
Auf den ultimativen Prüfstand kommen "Friends with benefits" genau dann, wenn ein Dritter die Spielwiese betritt. Wenn einer der beiden nämlich - ernsthaftes oder loses - Interesse an jemand anderem entwickelt, zeigt sich, ob die Beziehung tatsächlich so erwartungsfrei und ungezwungen ist, wie anfangs vereinbart. Und vor allen Dingen, ob die Freundschaft auch noch besteht, wenn die Sex-Vereinbarung wegen einer anderen "klassischen" Beziehung gelöst wird.

"Friends with benefits" - klingt verlockend und macht zeitlich begrenzt, in gewissen Lebensphasen und mit dem richtigen "Freund" garantiert Spaß. Unserer Meinung nach ist es aber ein Beziehungsmodell, das nur in den wenigsten Fällen und selten auf Dauer funktionieren kann. Denn mit den wahren Pluspunkten einer "echten" Beziehung - Vertrautheit, Rückhalt und Nähe - kann das neue Beziehungskonzept langfristig nicht mithalten.