Neue Basketball-Saison startet: Fürstenfeld
und Wels sägen an Gmundens Meister-Thron

"Aber Dichte in der Liga ist so groß wie nie zuvor" Neuer Meisterschafts-Modus mit Viertelfinal-Runde

Titelverteidiger Allianz Swans Gmunden dürfte in der kommenden Saison der Basketball-Bundesliga der Herren (ÖBL) ernsthaft Gefahr laufen, seine Vormachtstellung einzubüßen. In den vergangenen beiden Spielzeiten hatten sich die Gmundner jeweils in überzeugender Manier zum Meister gekrönt. 2006/2007 meldet vor allem der Lokalrivale WBC Kraftwerk Wels trotz der Supercup-Niederlage Ambitionen an.

"Wir haben ein ehrgeiziges Ziel und das lautet Meistertitel", erklärte Wels-Coach Raoul Korner. "Aber die Dichte in der Liga ist so groß wie nie zuvor. Zum Erfolg könnte unsere Kontinuität führen." Meister Gmunden hat sein Team um Liga-Topscorer De'Teri Mayes nämlich an mehreren Positionen umgebaut. "Es ist zwar noch nicht eingespielt, aber von der Qualität her sogar besser als noch im Vorjahr", versicherte Swans-Manager Harald Stelzer.

Der Bundesliga-Titelkampf lässt sich allerdings nicht auf das Duell Wels - Gmunden reduzieren. Neben den oberösterreichischen gelten auch die steirischen Klubs als Mitfavoriten. Die Vorzeichen könnten aber unterschiedlicher nicht sein. Während der ehemalige Serienmeister Bulls Kapfenberg (2001-2004) nach dem Rückzug des Hauptsponsors einen finanziellen Aderlass hinnehmen musste und vor allem auf die Künste von Erfolgstrainer Michael Schrittwieser vertraut, traten die Raiffeisen Fürstenfeld Panthers als Großeinkäufer der Liga auf den Plan.

Fürstenfeld mit Top-Transfers
Neben dem ehemaligen Liga-MVP Jason Detrick (USA) wechselten unter anderem auch die österreichischen Nationalspieler David Jandl (Gießen 46ers/GER), Christian Kollik (Kapfenberg) und Thomas Schreiner (St. Pölten) zum Vizemeister von 2002, der in der Vorsaison noch um den Klassenerhalt gezittert hatte. Neo-Coach Pit Stahl - einer der ersten Förderer von NBA-Superstar Dirk Nowitzki - hat insgesamt neun neue Spieler zur Verfügung.

Laut neuem Modus kämpfen die besten acht Teams des von zwölf Mannschaften bestrittenen Bundesliga-Grunddurchganges in der Meisterrunde (H1) um sechs Plätze im Viertelfinal-Playoff ("best of five"). Die beiden besten Teams haben in der ersten Runde ein Freilos und greifen im Semifinale ein. Dort hatten sich Gmunden und Wels in der Vorsaison jeweils sicher 3:0 gegen Traiskirchen bzw. Kapfenberg durchgesetzt.

Saison-Auftakt mit Final-Duell
Neben der Neuauflage des Finales zwischen Gmunden und Wels stehen zum Auftakt am Wochenende zwei weitere Derbys auf dem Programm. In Niederösterreich trifft der sechsmalige Champion St. Pölten auf die favorisierten Traiskirchen Lions, bei denen "Enfant terrible" Stjepan Stazic den Abgang von Topscorer Mike English kompensieren soll. In einem burgenländischen Duell empfangen die Mattersburg 49ers den Aufsteiger Güssing Knights bei dessen Oberhaus-Premiere.

Zweiter Aufsteiger sind die Basket Clubs of Vienna. Die Bundeshauptstadt ist damit erstmals seit 2001 und dem finanziellen Niedergang des Vorgängerklubs wieder erstklassig - die Etablierung in der Liga und des Basketball-Sports in Wien sind die vorrangigen Ziele. Die Dukes aus Klosterneuburg hatten sich nur auf Grund des freiwilligen Rückzuges von Feldkirch in der höchsten Spielklasse gehalten. Die Wörthersee Piraten gastieren in Kapfenberg. (apa/red)