Neue Ausschreitungen im Zentrum Athens: Schar von Jugendlichen attackierte Polizei

Brennende Mülltonnen und eingeschlagene Scheiben BILDER: Zerstörte Schaufenster und Autos in Brand<br>PLUS: CNN-Videos zeigen überforderte Exekutive

Neue Ausschreitungen im Zentrum Athens: Schar von Jugendlichen attackierte Polizei

In Athen ist es eine Woche nach dem Tod eines 15-Jährigen durch die Kugel eines Polizisten erneut zu Ausschreitungen gekommen. Rund 400 Jugendliche lösten sich aus einer friedlichen Demonstration von mehreren Tausend Schülern, Lehrern und Studenten und bewarfen die Polizei vor dem Parlament mit Steinen und Brandsätzen, die sich mit auch mit Tränengas zur Wehr setzte.

Andere Randalierer zündeten Mülltonnen an und schlugen die Fensterscheiben einer Bank ein. Der griechische Ministerpräsident Karamanlis rief seine Landsleute auf, blinde Gewalt zu verurteilen und Randalierer zu isolieren.

"Zerstörung nicht unser Ziel
"Das ist unsere demokratische und nationale Pflicht", so Karamanlis. "Mörderstaat" stand indes auf einem großen Transparent an der Spitze des Protestzuges zum Syntagma-Platz im Zentrum Athens. "Zerstörung ist nicht unser Ziel", richtete sich der Protest der Studenten nicht nur gegen die Staatsgewalt, sondern auch gegen die Randalierer.

Um die Athener Universität schlossen sich aus Protest gegen Gewalt und Zerstörung mehr als 300 Professoren und Angestellte zu einer Menschenkette zusammen. Randalierer hatten in vergangenen Tagen mehrere Universitätsgebäude verwüstet.

Das mit Spannung erwartete Ergebnis der ballistischen Untersuchung im Fall des am letzten Samstag von einem Polizisten getöteten Schülers könnte erst nächste Woche vorliegen, berichtete das Fernsehen unterdessen. Die Untersuchung soll klären, ob der Polizist direkt auf Alexandros Grigoropoulos geschossen hat oder ob der Schüler durch einen Querschläger starb. Der gewaltsame Tod des 15-Jährigen hatte die mehrtägigen Unruhen und Ausschreitungen in Athen und anderen griechischen Städten ausgelöst. (apa/red)