Neue Aufgabe für Streicher: Ex-Politiker jetzt Superfund-Aufsichtsratsvorsitzender

Gründer Baha über Engagement Streichers erfreut

Der ehemalige Verkehrsminister und Präsidentschaftskandidat Rudolf Streicher ist neuer Aufsichtsratschef beim österreichischen Hedgefonds "Superfund". Dieser bietet riskante Future Fonds an, bei denen auf die künftige Wertentwicklung spekuliert wird. Streicher übernimmt die Funktion von Superfund-Gründer Christian Baha.

Der Schritt wurde von Baha damit begründet, dass der Ex-Minister ein "erfahrener Top-Manager" ist. "Ich schätze Dr. Streicher schon seit vielen Jahren und halte ihn für einen der besten Manager des Landes. Dazu kommt, dass er als Bundesminister für öffentliche Wirtschaft und Verkehr die Privatisierung der verstaatlichen Industrie maßgeblich vorantrieb und über eine enorme Kenntnis der Kapitalmärkte verfügt", so Baha.

Außerdem lobte er das "starke nationale und internationale Netzwerk" von Streicher. Baha: "Das Ende der gesetzlichen Diskriminierung von Managed Futures Fonds und eine Gleichstellung mit Aktien- und Anleihenfonds ist sicher eines unserer Ziele." Die Besetzung habe jedenfalls nicht zur Imagepolitur gedient.

Dass seine neue Rolle bei einem Hedge Fonds - die gerne auch als "Heuschrecken" bezeichnet werden - für derart viel Rauschen im Blätterwald gesorgt hat, kann auch Streicher nicht ganz verstehen, ließ er gegenüber der APA durchblicken. Er betonte, dass er in der Vergangenheit in rund 40 Unternehmen im Aufsichtsrat vertreten gewesen ist. Derzeit sitzt Streicher etwa im Kontrollgremium von Böhler, daran soll sich auch in nächster Zeit nichts ändern, sagte Streicher.

Der Ex-Verkehrsminister begründete seinen neuen Aufsichtsrats-Job damit, dass Superfund eine "österreichische Erfolgsstory" sei und der Fonds seit seinem Marktstart 1996 (damals unter dem Namen Quadriga) eine durchschnittliche Wertsteigerung von 18 Prozent pro Jahr erwirtschaftet hätte. Außerdem sei Superfund ein namhafter Sponsor im Kultur- und Sportbereich, so der Hobbydirigent Streicher am Dienstag zur APA.

Der Ex-Minister ist auch Präsident der Wiener Symphoniker, denen Baha nach einer langen Sponsorensuche kräftig unter die Arme gegriffen hat. Die Rede ist von einem sechsstelligen Euro-Betrag pro Jahr. Weiters ist Superfund auch noch Sponsor des Fußballklubs Pasching.

Superfund verwaltet derzeit ein Volumen von gut 1,5 Mrd. Dollar weltweit und verfügt über Niederlassungen in 18 Ländern. In Österreich ist der Hedgefonds nicht ganz unumstritten, insbesondere, dass Future Fonds auch Kleinanlegern angeboten werden, stört Konsumentenschützer.

(apa)