Neue Anschlagsserie im Westen Chinas: Elf Menschen bei Angriff ums Leben gekommen

Ein Wachmann und zehn Angreifer wurden getötet Zweiter Anschlag innerhalb von nur wenigen Tagen

Neue Anschlagsserie im Westen Chinas: Elf Menschen bei Angriff ums Leben gekommen © Bild: EPA/Klaus Dietmar Gabbert

Am zweiten Tag der Olympischen Spiele sind in der westchinesischen Unruhe-Provinz Xinjiang bei einer Serie von Anschlägen und einer Schießerei elf Menschen getötet worden. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete, fuhren die Angreifer ein Taxi von einem Anschlagsort zum nächsten und schleuderten selbst gebaute Sprengsätze auf ihre Ziele. Ein Wachmann starb, zwei Attentäter sprengten sich selbst in die Luft und acht Angreifer wurden von der Polizei erschossen. Hinter den Anschlägen wurden muslimische Separatisten vermutet. Erst Tage vor der Olympia-Eröffnung hatte es in der abgelegenen Provinz ein Attentat gegeben.

Die Anschlagsserie habe sich in der Stadt Kuqa im Süden der Provinz ereignet, berichtete Xinhua weiter. Ziele der insgesamt 15 Angreifer seien Regierungsgebäude, Hotels und Supermärkte gewesen. Zwei Attentäter seien festgenommen worden, drei seien geflohen. Nach ihnen werde noch gefahndet. Bei den Anschlägen seien fünf Menschen verletzt worden: zwei Polizisten, zwei Zivilisten und ein Wachmann.

Zuvor waren bei einem Angriff auf eine Wache der Grenzpolizei in Xinjiang 16 Polizisten getötet worden. Die Provinz liegt mehr als 3.000 Kilometer westlich von Peking, wo die Olympischen Spiele ausgetragen werden. Viele der Provinzbewohner sind muslimische Uiguren. Die chinesische Regierung hat uigurische Separatisten, die für ein unabhängiges "Ost-Turkestan" kämpfen, als größte Gefahr für die am Freitag eröffneten Spiele bezeichnet. In einem Video, das von der militanten Organisation der Islamischen Partei Turkistan stammen soll, wurde mit Anschlägen während der Olympischen Spiele gedroht.

Reporter abgeführt
Ein Reporter und ein Fotograf der Nachrichtenagentur AP, die vom Ort der Anschläge in Kuqa berichten wollten, wurden von der Polizei abgeführt und mehrere Stunden in einem Hotel festgehalten.

Das Turkvolk der Uiguren ist überwiegend muslimisch und wehrt sich seit Jahren gegen die Unterdrückung durch Peking. Die chinesischen Behörden verdächtigen radikale Uiguren, Anschläge während der Olympischen Spiele geplant zu haben. Die Sicherheitsmaßnahmen in Xinjiang wurden daher bereits massiv verschärft.

(apa/red)