Neue Aktionäre für die BAWAG: Cerberus übernimmt und Post kauft fünf Prozent

Wolf anfangs Bankpräsident, dann folgt Korteweg PLUS: Bank-Übergangs-Aufsichtsrat konstituiert

Der US-Fonds Cerberus hat bei der österreichischen BAWAG P.S.K. endgültig das Ruder in der Hand. Der ÖGB hat alle seine Bank-Aktien verkauft und wird damit den größten Teil seiner Schulden los. Cerberus besitzt nun über Holdingkonstruktionen knapp 90 Prozent der BAWAG P.S.K. Die Österreichische Post hat fünf Prozent, die Generali Versicherung drei Prozent, Wüstenrot ein Prozent und eine Industriellengruppe um Hannes Androsch zwei Prozent.

BAWAG-Chef Nowotny sprach von einem "historischen Tag". "Der ÖGB ist seit gestern Nacht schuldenfrei", erklärte ÖGB-Chef Hundstorfer, der den Verkaufserlös zum Schuldenabbau verwendet hat.

Nach einer Sonder-Hauptversammlung wurde ein neuer Aufsichtsrat konstituiert - manche Mandate gelten allerdings nur für eine Übergangsphase. Einige Cerberus-Vertreter werden sich im Aufsichtsrat nach einiger Zeit abwechseln. Neuer Bank-Präsident ist der Cerberus-Mann Daniel E. Wolf, "in der Anfangsphase", wie die Bank mitteilte. Ihm wird in absehbarer Zeit der niederländische Ex-Banker Pieter Korteweg an der Spitze des BAWAG-Kontrollgremiums folgen. Korteweg war lange Jahre Chef der Robeco-Gruppe und sitzt heute schon in anderen Aufsichtsräten von Cerberus-Töchtern.

Der ÖGB bekommt von Cerberus wie berichtet 2,6 Mrd. Euro als Kaufpreis für die BAWAG. Die Bank selbst erhält eine Kapitalspritze: Mit dem nun abgeschlossenen Verkauf beginne ein neues Kapitel für die BAWAG P.S.K., so das Institut. Durch eine Kapitalerhöhung von beinahe 600 Mio. Euro und den Zugang zu Geschäftsverbindungen und "strategischen Kooperationsmöglichkeiten" fördere das Konsortium die "Stabilität und eine dynamische Entwicklung" der Bank, heißt es.
(apa/red)