Neu im "Gedächtnis der Menschheit": Zwei österreichische Einträge für UNESCO-Liste

Liste dient zur Erhaltung dokumentarischen Erbes Österreich als Spitzenreiter bei den Listen-Einträgen

Neu im "Gedächtnis der Menschheit": Zwei österreichische Einträge für UNESCO-Liste

"In Österreich sind Musik- und Kunstgeschichte eng miteinander verbunden, und dieser Eintrag bestätigt unseren Weltruf in beiden Bereichen", freut sich der Intendant der Gesellschaft der Musikfreunde Wien, Thomas Angyan. Anlässlich der Aufnahme der Brahms-Sammlung aus dem Musikvereins-Archiv und des Kupferstichkabinetts der Akademie der Bildenden Künste ins Register des "Gedächtnis der Menschheit" Programms der UNESCO wurde heute, Dienstag, eine Pressekonferenz im Musikverein Wien veranstaltet.

Das Prunkstück des Kupferstichkabinetts ist das Planmaterial der Dombauhütte von St. Stephan, das durch das Legat der Sammlung des Hofsteinmetz Franz Jäger an die Akademie erhalten blieb. Mit 428 Zeichnungen besitzt die Akademie der Bildenden Künste rund 85 Prozent des Weltbestands an gotischen Architekturplänen, mit denen sich gut die Entwicklung des Architektenberufs nachvollziehen lässt. "Die nächstgrößte Sammlung besitzt im Vergleich nur mehr 38 Blätter", verkündete die Direktorin des Kupferstichkabinetts Monika Knofler stolz.

"Johannes Brahms (1833-1897) wusste, dass er eine historische Figur werden und sein Nachlass von öffentlichem Interesse sein würde. Deshalb übergab er ihn der Gesellschaft der Musikfreunde", so Archivdirektor Otto Biba. So umfasst die Brahms-Sammlung Noten, an den Komponisten gesendete Briefe, seine Bibliothek (66 Laufmeter) und zahlreiche Bilder. Noch einen Punkt möchte Biba hervor heben: "Wir sind die ersten Privaten, bekommen also keine Subventionen, die im Register aufgenommen wurden. Das ist für uns eine schöne Bestätigung unserer Arbeit und auch eine Argumentationshilfe bei Verhandlungen mit Sponsoren."

"Österreich verfügt nun über acht Einträge in der UNESCO-Liste und somit über die meisten. In Österreich besteht einfach ein großes Bewusstsein dafür, dass Dokumente erhalten werden müssen und uns das etwas wert sein muss", meint Dietrich Schüller, aus dem Nationalkomitee des "Gedächtnis der Menschheit" Programms. 1992 ins Leben gerufen, macht es sich zur Aufgabe das dokumentarische Erbe der Menschheit zu erhalten: Dazu zählen Bücher, Manuskripte und audiovisuelle Dokumente in Bibliotheken und Archiven. (APA/red)