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Netflix erobert Österreich

Videodienst in Deutschland bereits gestartet - Die wichtigsten Netflix-Fakten

Netflix startet nun auch in Österreich durch. © Bild: Justin Sullivan/Getty Images

In Deutschland ist der US-Videodienst Netflix bereits gestartet, nach Österreich soll Netflix ebenfalls bald kommen. Netflix bietet einen Videostreaming-Dienst an, bei dem Filme und Serien für eine monatliche Abo-Gebühr direkt aus dem Internet abgespielt werden. NEWS.AT hat die wichtigsten Fakten rund um den Videodienst gesammelt.

1. Gestaffelte Preise

Netflix setzt auf eine gestaffelte Preisstruktur. Für 7,99 Euro im Monat kann der Dienst auf einem Gerät in Standard-Auflösung genutzt werden. Für 8,99 Euro bekommt man Zugriff von zwei Geräten gleichzeitig sowie Inhalte in HD-Auflösung. In der teuersten Variante für 11,99 Euro kann der Dienst von vier Geräten abgerufen werden, und der Kunde bekommt auch Sendungen in der aktuell besten Bildqualität Ultra-HD. Dafür ist allerdings ein entsprechendes TV-Gerät nötig. Zum Start gibt es einen Probemonat gratis. Das Programm sieht man allerdings erst nach der Anmeldung.

2. Große Erwartungen - große Enttäuschung?

User erhoffen sich von Netflix so einiges: Der Videoanbieter soll einen unbegrenzten Zugang zu sämtlichen Top-Serien ermöglichen. Doch die großen Erwartungen wird der Anbieter nicht erfüllen können. Denn nicht alle Top-Serien stehen zur Verfügung. So bietet Netflix seine Aushängeschild-Serie "House of Cards" derzeit nur teilweise an, da in Europa der Pay-TV-Sender Sky die Rechte dafür hat. Auch für alle Serien des US-Senders HBO hat Sky die Rechte und Netflix geht somit leer aus. Wer also auf keine Serie verzichten und nicht illegal saugen will, müsste auf mehrere zu bezahlende Zugänge zurückgreifen.

3. Nicht ohne Konkurrenz

In den USA ist Netflix der Überflieger in diesem Geschäft. In Deutschland und Österreich trifft die kalifornische Firma auf mehrere etablierte Rivalen. Der Anbieter Maxdome aus dem TV-Konzern ProSiebenSat.1 gilt als die Nummer eins mit rund 35 Prozent Marktanteil. Den Wettstreit um die Aufmerksamkeit nimmt indes auch Sky auf. Der Sender bedient mobile Unterhaltung nicht nur mit seinem Dienst Sky Go, sondern hat mit Snap by Sky auch eine eigene Video-on-Demand-Plattform. Dass Netflix als Konkurrent wahrgenommen wird, dafür dürfte nicht zuletzt der kürzlich auf monatlich 3,99 Euro gesenkte Preis ein Hinweis gewesen sein. Zudem verlängerte Sky den bestehenden Exklusivvertrag mit dem amerikanischen Pay-TV-Kanal HBO bis zum Ende des Jahrzehnts.

Amazon bietet den Kunden seines Premium-Angebotes Prime ein Jahr Video-Streaming mit einer Auswahl von Filmen und Serien für 49 Euro. In Österreich ist dieser Dienst aktuell aber nicht verfügbar.

4. Angebotene Inhalte

Netflix will unter anderem mit exklusiven Inhalten dagegenhalten: So gibt es erstmals die vom Unternehmen selbst produzierte Serie "Orange is the New Black" über das Schicksal einer New Yorker Managerin in einem US-Frauengefängnis zu sehen. Außerdem zeigt Netflix hierzulande erstmals Serien wie "Fargo" und "Sons of Anarchy". "Wir haben uns bemüht, so viel wie möglich exklusive Inhalte für Deutschland zu bekommen", sagte Hastings. Die Überschneidung mit dem österreichischen Angebot dürfte recht groß sein.

Ansonsten hat Netflix zum Start auch viele Serien und Filme im Programm, die es auch bei anderen Anbietern zu sehen gibt. Die Kinofilme sind zudem wie bei der Konkurrenz zumeist mehrere Jahre alt. Es sei eine Frage des Geldes, die Rechte für frischere Inhalte zu erwerben, sagte Hastings. Mit mehr Kunden könne Netflix auch mehr dafür bieten. Im Programm findet sich auch die höchst erfolgreiche Netflix-Eigenproduktion "House of Cards" mit Kevin Spacey in der Rolle eines skrupellosen Politikers, allerdings derzeit nur die ersten beiden Staffeln.

5. Kooperationen gesichert

Zudem hat sich Netflix zum Deutschland-Start laut einem Medienbericht die Unterstützung der Deutschen Telekom gesichert. Der Konzern wolle mithilfe von Netflix das Angebot an Filmen und Serien in seiner Fernsehplattform Entertain ausweiten. "Netflix stellt sich in Deutschland so breit auf wie noch in keinem anderen Land zuvor", hieß es weiter unter Berufung auf einen Insider. So setze Netflix im Mobilfunk auf eine Kooperation mit Vodafone.

6. Koma-Schauen leicht gemacht

Eine Innovation schaffte Netflix auch, indem es in den USA nicht nur eine Folge pro Woche veröffentlichte, sondern gleich die ganze Staffel für seine 50 Millionen Abonnenten verfügbar machte. "Sie erlauben es den Zuschauern, eine ganze Staffel in einem Rutsch, an einem Wochenende zu schauen", sagt Nunan. In den USA heißt das Koma-Schauen, Fernsehen bis zum Umfallen.

7. Von DVDS zum Videodienst

Begonnen hat das Projekt Netflix mit Lieferungen von DVDs direkt an die Haustür. Mit dem Start von Netflix in den USA 1997 begann das Sterben der traditionellen DVD und Video-Geschäfte, sagen Experten. "Ihr Angebot war riesig und einfach zu nutzen", erklärt Robert Thompson, Professor für Pop-Kultur an der New Yorker Syracuse University. Mit der Verbreitung schneller Internetverbindungen schwenkte die Firma zum Streaming über. Zuletzt hatte Netflix rund 50 Millionen Kunden, davon gut 35 Millionen in den USA. Das Unternehmen wuchs in seinen rund 40 Auslandsmärkten aber schneller als in der Heimat. Netflix startet in der aktuellen Expansionsrunde in Europa auch in Frankreich, Belgien, Luxemburg und in der Schweiz.

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