Hochwasser von

Erdrutsch in Nepal: Acht Tote

Nun bahnt sich eine Flutkatastrophe an - Regierung hat bereits Notstand ausgerufen

Ofer eines Erdrutsches in Nepal © Bild: Reuters/Navesh Chitrakar

Bei einem massiven Erdrutsch in Nepal sind am Samstag acht Menschen ums Leben gekommen. Dutzende Dorfbewohner wurden nach dem Unglück im Nordosten des Himalaya-Staates vermisst. Nun droht eine Flutkatastrophe. Ein anwachsender Stausee hat bereits 50 Häuser "verschluckt".

Demnach wurden bei dem Erdrutsch in den frühen Morgenstunden Dutzende Häuser verschüttet, bevor sich die Masse aus Schlamm und Steinen in den Sunkoshi-Fluss nordöstlich der Hauptstadt Kathmandu ergoss.

Nun drohen Überflutungen

Nun droht eine Flutkatastrophe. Die Erdbewegungen haben den Fluss Sunkoshi blockiert und einen riesigen, bedrohlichen Stausee geschaffen. Der Damm könne nicht von Hand beseitigt werden, technische Geräte würden den Ort wegen der blockierten Nationalstraße nicht erreichen, sagte Polizeisprecher Subodh Ghimire am Samstag.

Der anwachsende See im Distrikt Sindhupalchok östlich der Hauptstadt Kathmandu sei bereits 20 Meter tief und habe mehrere Ortschaften überflutet, berichteten lokale Medien. Tausende Menschen seien in Sicherheit gebracht worden, darunter die Bewohner der Handelsstadt Barahbise. In den vergangenen Tagen hatte es in der Region starke Monsun-Regenfälle gegeben.

Notstand ausgerufen

Die nepalesische Regierung hat mittlerweile den Notstand ausgerufen. "Wenn der Damm aus Schlamm bricht, würde das noch mehr Zerstörung bringen", sagte Innenminister Bamdev Gautam am Samstag. Das Himalaya-Land stehe einer besorgniserregenden Situation gegenüber. Der anwachsende Stausee soll bereits 50 Häuser "verschluckt" haben.

700 Sicherheitskräfte wurden in die Region Sindhupalchok östlich der Hauptstadt Kathmandu geschickt. Alle verfügbaren Helikopter auch von privaten Fluggesellschaften seien alarmiert, hieß es. Nepal habe zusätzlich Hilfe bei den Nachbarländern Indien und China angefragt.

Mit Sprengung des Damms begonnen

Indes hat die Armee mit der Sprengung des Damms aus Schlamm und Geröll begonnen. Soldaten hätten am Samstag Sprengstoff an der Stelle gezündet, wo das Wasser gerade über den Damm zu fließen begann, berichteten lokale Medien.

Der gewaltige Erdhaufen ist knapp 90 Meter hoch und blockiert das ganze Tal. Der dadurch aufgestaute Fluss Sunkoshi formte einen See, der sich laut lokalen Medien inzwischen über drei Kilometer erstreckt.

Kommentare