Neos-Chef Strolz von

"Pilz ist von der Gesinnung her ein Kommunist"

Man solle "die Bürger nicht bescheißen"

Neos-Chef Strolz - "Pilz ist von der Gesinnung her ein Kommunist" © Bild: APA/HERBERT P. OCZERET

Im Puls4-Sommergespräch erklärte NEOS-Chef Matthias Strolz, warum er auf keinen Fall mit Peter Pilz zusammenarbeiten will.

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Nach Bundeskanzler Christian Kern, FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, ÖVP-Chef und Außenminister Sebastian Kurz, Grünen-Spitzenkandidatin und Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments Ulrike Lunacek folgte nun NEOS-Chef Matthias Strolz.

Der Spitzenkandidatin der NEOS, Matthias Strolz, war am Montag zu Gast im Sommergespräch bei Corinna Milborn auf Puls 4.

Strolz will Land in Afrika für Registrierzentren pachten

Strolz griff gleich zu Beginn des Gesprächs die Idee auf, die EU solle in zwei afrikanischen Ländern Gebiete pachten und dort Asylanträge abarbeiten. "Wir müssen zu einem Aufbauplan für Afrika kommen", sagt Strolz und bringt einen Marshallplan für den Kontinent ins Spiel. Ich nenne es Marshall-Plan für Afrika. Dort sollen Menschenrechte geachtet werden und EU-Recht gelten"
"Ein Aufgriff am Mittelmeer würde nicht automatisch ein Ticket für die Europäische Union bedeuten", erklärte der Parteichef der NEOS. Von Moderatorin Corinna Milborn wird Strolz mit den Bildern der bereits existierenden Exklaven Spaniens konfrontiert. "Ich kenne die Bilder", antwortet der NEOS-Kandidat. Er nehme sich Melilla und Ceuta nicht als Vorbild.

»Nicht jeder der kommen will, kann kommen«

Strolz warb zudem für ein Green-Card nach amerikanischen Vorbild: "Nicht jeder der kommen will, kann kommen."

Wie unterscheide er sich dabei von Außenminister und ÖVP-Kandidat Sebastian Kurz? In der Flüchtlings- und Migrationsfrage sei die Tonalität unterschiedlich, zudem hält Strolz auch eine Obergrenze für juristisch nicht durchsetzbar.

Eine Zusammenarbeit mit Sebastian Kurz sei diskutiert worden, schlussendlich jedoch gescheitert, da, so Strolz der 30-Jährige sich nicht von den ÖVP-Strukturen distanzieren wolle. Auch beim Thema "Islamische Kindergärten" attackiert Strolz die ÖVP massiv. Es sei unredlich, Überschriften zu produzieren und sich gleichzeitig einem integrierten Kindergarten in der praktischen Umsetzung zu verweigern. Strolz sprach sich gegen die Schließung islamischer Kindergärten aus.

Ob Kurz und Strolz nach der Wahl zusammenkommen werden? Eine Zusammenarbeit nach der Wahl müsse man sich ansehen, fasste Strolz zusammen.

Zusammenarbeit mit Peter Pilz?

Eine Zusammenarbeit mit dem langjährigen Grünen-Mandatar Peter Pilz schloss Matthias Strolz jedoch aus. Er schätze Pilz als Aufdecker, so Strolz, da sei er ein "ganz Großer", aber eine Zusammenarbeit mit ihm ginge sich nicht aus, da Pilz "von der Gesinnung her ein Kommunist sei".

Ein wesentlicher Aspekt für den NEOS-Chef in Sachen Sozialpolitik ist der Mindestlohn sowie leistbares Wohnen. Sein Vorschlag zum Thema: Arbeitslosenunterstützung und Mindestsicherung sieht eine verlängerte Auszahlung des Arbeitslosengeldes auf zwei Jahre vor, das mit anhaltender Dauer abnehmen soll bis hin zur Mindestsicherung.

»Ich halte 1500 Euro für sehr okay«

"Ich halte 1500 Euro für sehr okay", so Strolz. Warum er dennoch dagagen gestimmt hat, fragte Milborn. "Ich will, dass das über die Kollektivverträge geregelt wird."

Gegen das "rote Wien" schoss Matthias Strolz scharf. Insbesondere als es um das Thema leistbares Wohnen ging. Man solle "die Bürger nicht bescheißen", so Strolz in Hinblick auf die geringe Miete, die die Partei in der Löwelstraße zahle. Das sei „strukturelle Korruption“.

In Hinblick auf die mangelnden Erfolge der NEOS außerhalb Wiens und Vorarlbergs hatte Strolz eine eigenwillige Erklärung:
„Wir zielen oft auf die Sterne und landen auf dem Mond. Aber nur Unkraut wächst schnell. Wir sind kein Unkraut. Wir sind auch kein Wassertrieb. Nur Wassertriebe an Bäumen wachsen schnell, die schießen so in die Höhe. Aber eines ist auch klar: Sie werden noch nie eine Frucht an einem Wassertrieb gesehen haben.“

"Es wird keine Homestory von mir geben"

Überwiegend kompetent und schlagfertig wirkte der NEOS-Chef während des Sommergesprächs. Auch als es um sein Privatleben ging, wirkte Strolz gelassen: "Niemand kennt mein Wohnzimmer und das soll so bleiben. Es wird von mir sicher keine Homestory geben."

Kommentare

Roland Mösl

NEOS bedeutet NEoliberalistischer Österreich Sumpf. Im März die Griess in Salzburg: Statt 24 Monate Karenzzeit nur noch 6 Monate für den Mann und 6 Monate für die Frau.
Dadurch geringere Geburtenrate? Kein Problem, Menschen importieren ist ja billiger als selber produzieren. Das ist der neoliberalistische Sumpf.

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