Neo-Präsident Obama leitet "change" ein:
Will Guantanamo bis Jahresende sperren

Guantanamo-Anordnung wäre bereits heute möglich PLUS: Erste Vermittlungsversuche im Nahostkonflikt

Neo-Präsident Obama leitet "change" ein:
Will Guantanamo bis Jahresende sperren © Bild: APA/EPA/Usher

An seinem ersten vollen Arbeitstag im Weißen Haus hat der neue US-Präsident Obama ein strammes Programm bewältigt. Um ganz sicherzugehen, legte er am Mittwoch zudem den Amtseid ein zweites Mal ab, nachdem es bei der Vereidigungszeremonie am Tag davor auf den Stufen des Kapitols leichte Abweichungen vom verfassungsmäßig vorgeschriebenen Text gegeben hatte.

Obama drückte vor allem beim weltweit kritisierten Gefangenenlager Guantanamo aufs Tempo, das er innerhalb eines Jahres schließen möchte. Wie die Nachrichtenagenturen AP und Reuters in der Nacht übereinstimmend berichteten, wird der Präsident voraussichtlich bereits heute die entsprechende Anordnung unterzeichnen.

Rückzug aus Irak
Die Militärführung wies der neue Präsident an, Pläne für einen "verantwortungsvollen" Rückzug der US-Truppen aus dem Irak auszuarbeiten. Obama hatte im Wahlkampf versprochen, alle rund 130.000 US-Soldaten innerhalb von 16 Monaten aus dem Irak nach Hause zu holen. Zugleich kündigte er nach einem Treffen mit hohen Sicherheits- und Militärberatern an, eine "umfassende Politik für die gesamte Region" entwickeln zu wollen, die auch Afghanistan mit einbeziehe.

Obama schaltete sich auch in den Nahost-Konflikt ein und telefonierte mit dem israelischen Regierungschef Olmert, dem palästinensischen Präsidenten Abbas, Ägyptens Präsident Mubarak und König Abdullah II. von Jordanien. Der Präsident sei bemüht, die Waffenruhe im Gazastreifen zu stärken, teilte das Weiße Haus mit. Dazu müsse die Belieferung der radikal-islamischen Hamas mit Waffen unterbunden werden. Zudem wollten die USA den Wiederaufbau unterstützen.

Auch an der "Wirtschaftsfront" wurde Obama aktiv. Er traf am Mittwoch mit seinen ökonomischen Beratern zusammen. Obamas Hauptziel ist es, möglichst schnell ein 825 Milliarden Dollar schweres Konjunkturpaket zur Ankurbelung der Wirtschaft in die Wege zu leiten.

(apa/red)