Neo-Brasilianer in Linz: LASK-Coach erhofft sich von Wendel "spielerische Verstärkung"

23-jähriger aus Sao Paulo "untypischer Brasilianer" Mittelfeldspieler von Mannschaft und Vastic angetan

Der aus Sao Paulo stammende Mittelfeldspieler mit dem Künstlernamen "Wendel" lernte seine neuen Mannschaftskollegen beim 8:1-Testspielsieg gegen den Kremser SC, bei dem er zur Pause eingewechselt wurde, genauer kennen. "Die Mannschaft ist kompakt und zusammengespielt", resümierte der Brasilianer, der neben Stürmer Adi gleich einen weiteren "Landsmann" unter seinen Mitspielern entdeckte: "Vastic spielt wie ein Brasilianer", war Wendel von der Leistung des 37-jährigen Regisseurs und Kapitäns begeistert.

Sollte die Spielgenehmigung für den 23-Jährigen bis zum Meisterschaftsspiel in Altach eintreffen, könnte der Brasilianer bereits dort, allerdings wahrscheinlich nicht von Beginn an, sein Bundesligadebüt geben. "Ich erwarte mir eine spielerische Verstärkung, man darf aber auch keine Wunderdinge erwarten", betonte Daxbacher. Durch die Verpflichtung habe er nun mehrere Alternativen. "Der LASK wird jetzt schwieriger auszurechnen sein", so Daxbacher. Almedin Hota oder Jürgen Panis müssen daher nun wohl um ihren Stammplatz zittern.

Wendel stand schon seit Juni in Kontakt mit den Linzern und wechselte für drei Jahre mit den besten Referenzen zum Bundesliga-Aufsteiger. Immerhin hat der 1,80 m große Mittelfeldspieler insgesamt 130 Einsätze in diversen Jugend-Auswahlen der "Selecao" von der U15 bis zur U20 absolviert und ist deshalb auch Jugend-Rekordnationalspieler seiner Heimat. Dabei kickte er unter anderem mit Größen wie Carlos Tevez (Manchester United) oder Diego (Werder Bremen) in einer Mannschaft.

In den vergangenen neun Jahren stand Wendel, über dessen Ablösesumme Stillschweigen vereinbart wurde, beim brasilianischen Topclub Corinthians unter Vertrag, mit dem er 2005 auch die brasilianische Meisterschaft gewann. Zuletzt kam er jedoch nicht mehr zum Zug und war deshalb an den Zweitligisten Ituano verliehen. Durch die Verpflichtung könnten die Oberösterreicher bis zum Transferschluss am Freitag (24:00 Uhr) noch Spieler abgeben. "Wenn Kablar und Mijatovic Vereine haben, werde ich ihnen sicher nichts in den Weg legen", so Daxbacher über die beiden Spieler, die zuletzt Abwanderungsgedanken gehegt haben sollen.

(apa/red)