Nelson Mandela von

Zustand weiter kritisch

Südafrikas Präsident Zuma besuchte den Friedensnobelpreisträger im Spital

Auto mit Bildnis Nelson Mandelas © Bild: imago stock&people

Der Gesundheitszustand des südafrikanischen Friedensnobelpreisträgers Nelson Mandela ist unverändert "kritisch, aber stabil". Dies betonte Südafrikas Präsident Jacob Zuma am Donnerstag nach einem Besuch des 94-Jährigen im Krankenhaus von Pretoria. Mandela befindet sich wegen einer schweren Lungenentzündung seit fast vier Wochen im Hospital.

Mandela musste zeitweise künstlich beatmet worden. Das bestätigen Gerichtsunterlagen, die am Mittwoch dem Obersten Gericht der Provinz Ostkap in Mthatha wegen eines Mandela-Familienstreits vorgelegt wurden. "Nelson Mandela befindet sich in Lebensgefahr", heißt es in dem Dokument vom vergangenen Freitag. Deshalb sei er an ein Beatmungsgerät angeschlossen worden.

Mandela hatte wegen seines Kampfes gegen das Apartheidsystem 27 Jahre lang in Haft gesessen. 1994 wurde er erster Präsident des demokratischen Südafrikas.

Die sterblichen Überreste von drei Kindern Mandelas wurden am Donnerstag am Geburtsort des schwerkranken südafrikanischen Ex-Präsidenten auf dem Friedhof erneut beigesetzt. Dort will laut Medienberichten auch Mandela selbst seine letzte Ruhestätte haben.

Erbitterter Familienstreit

Die Rückverlegung der drei Gräber ist eine weitere Etappe in einem erbitterten Familienstreit. Mandelas ältester Enkel Mandla hatte 2011 die Überreste seines Vaters, seiner Tante und seines Onkels in sein eigenes Heimatdorf Mvezo verlegen lassen. Mehrere Familienmitglieder klagten dagegen vor Gericht. Sie unterstellen Mandla, er habe mit der Umsetzung der sterblichen Überreste auch die Beisetzung Mandelas selbst in Mvezo erzwingen wollen, um dann aus dem Friedhof eine Touristenattraktion zu machen.

Am Dienstag hatte ein Gericht gegen Mandla entschieden und die Rückverlegung der Gräber verfügt. Mandelas Angehörige hatten in ihrer Klage auf den dramatischen Gesundheitszustand verwiesen. Ein "baldiger Tod" sei wahrscheinlich, Mandela werde künstlich beatmet, hieß es in Gerichtsunterlagen.

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