"Nehme Wahl mit Wehmut an": Bucher Mit 99,4 % zum neuen BZÖ-Parteichef gewählt

Rund 700 Delegierte beim Bundesparteitag in Linz PLUS: Stadler fordert innerhalb EU ein "Kerneuropa"

"Nehme Wahl mit Wehmut an": Bucher Mit 99,4 % zum neuen BZÖ-Parteichef gewählt © Bild: APA/Neumayr

Josef Bucher ist zum neuen Parteiobmann des BZÖ gewählt worden. 99,4 Prozent der abgegebenen Stimmen entfielen am Parteitag im Design Center Linz auf den Kärntner Hotelier und Klubchef im Nationalrat. Er ist damit fixer Nachfolger des im Oktober vergangenen Jahres bei einem Autounfall verstorbenen Jörg Haider.

"Das Votum und die Wahl nehme ich mit Wehmut an", erklärte Bucher. "Ich werde euch nicht enttäuschen", erklärte er beim Bundeskonvent in Linz und bedankte sich bei den Mitgliedern für das "hohe Vertrauen". Unter den ersten Gratulanten war Jörg Haiders Witwe Claudia: "Ich danke euch von Herzen, dass ihr die politische Vision meines Mannes als eine Pflicht anseht und damit den Wert der Treue belebt."

621 Stimmen von 625
Von den 625 abgegebenen Stimmen entfielen 621 auf Bucher. Vier Delegierte stimmten mit Nein. Buchers Ergebnis lag freilich unter dem Haiders, der im August 2008 in Graz mit 100 Prozent zum Parteichef gewählt wurde. Als Stellvertreter des neuen Parteichefs stehen Herbert Scheibner, Gerald Grosz, Ursula Haubner und Uwe Scheuch zur Wahl.

Stadler "Europa-skeptisch"
Europa-skeptisch hatte sich zuvor der BZÖ-Spitzenkandidat für die EU-Wahl, Ewald Stadler, gegeben. Er bekräftigte in der ORF-"Pressestunde" die BZÖ-Forderungen nach einem "Kerneuropa" und der Wiedereinführung der 2007 aufgehobenen Grenzkontrollen.

Das EU-Parlament dürfe keine Vertretung der "Funktionärselite" sein, sondern den Bürger vertreten, so Stadler. Seine primäre Aufgabe als EU-Abgeordneter wäre es, im Unterschied zu den anderen Parteien österreichische Anliegen zu vertreten. Der Konkurrenz warf Stadler nämlich vor, EU-hörig zu sein - allen voran die ÖVP.

Europa-Leitantrag beschlossen
Mit dem Bundeskonvent ist das BZÖ gleichzeitig in seinen Europa-Wahlkampf gestartet. Die Delegierten haben dabei auch dem Leitantrag "Für ein Europa der Bürger" zugestimmt. Das BZÖ will sich laut diesem bei den EU-Wahlen als Vertreter der Bürgerrechte präsentieren und fordert den Abbau von "Regeldichte und Bürokratie". Im Leitantrag festgehalten ist auch die strikte Ablehnung eines EU-Beitritts der Türkei. Wieder eingeführt werden sollen die Grenzkontrollen: "Schengen ist gescheitert", dies würde die steigende Kriminalität belegen.

(apa/red)