Nazi-Verbrecher in Ungarn von

Csatary in Budapest aufgespürt

97-Jähriger soll tausende Juden ins Vernichtungslager Auschwitz geschickt haben

Nazi-Verbrecher in Ungarn - Csatary in Budapest aufgespürt © Bild: Bettmann/CORBIS

Der mutmaßliche Nazi-Kriegsverbrecher Laszlo Csatary ist in der ungarischen Hauptstadt Budapest aufgespürt worden. Der heute 97-Jährige soll 1944 geholfen haben, 15.700 Juden ins Vernichtungslager Auschwitz zu deportieren.

Die britische Zeitung "The Sun" hat Csatary nun in einem schicken Viertel in Budapest entdeckt und den ehemaligen Nazi-Kommandanten fotografiert und gefilmt.

Prügel mit Peitsche und Hundeleine
Csatary leitet während des Zweiten Weltkrieges ein Lager in Kassa (Kosice), in der heutigen Slowakei, wie "The Sun" berichtet. Von dort aus wurden immer wieder jüdische KZ-Häftlinge nach Auschwitz deportiert. Nach Dokumenten des Simon-Wiesenthal-Zentrums in Jerusalem war Csatary ein Sadist. Es bereitete ihm Vergnügen, Frauen mit einer Peitsche an seinem Gürtel zu schlagen. Mit ihren bloßen Händen mussten die Gefangenen in den gefrorenen Boden Gräben graben. Wer zu widersprechen wagte, musste stundenlang in einer Stellung verharren und wurde mit einer Hundeleine verprügelt.

15 Jahre lang untergetaucht
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges ist Csatary geflüchtet. 1948 wurde er in der ehemaligen Tschechoslowakei in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Unter falscher Identität hat er lange Zeit als Kunsthändler in Kanada gelebt. Dort flog er 1997 auf. Bevor ihn die Behörden schnappen konnten, ist er jedoch abermals entwischt. 15 Jahre lang wusste niemand, wo sich der Nazi-Kriegsverbrecher aufhält - bis jetzt.

Ein überlebender jüdischer Lager-Insasse von Kassa sagt gegenüber "The Sun": "Ich habe nicht unter seiner Aufsicht gearbeitet, aber ich habe von den schrecklichen Sachen gehört, die er gemacht hat." Der 85-Jährige hofft auf eine Verurteilung. "Er war ein böser Mann und ich hoffe, er erhält seine gerechte Strafe."

Csatary bestreitet Gräueltaten
Csatary führte in Budapest offenbar ein beschauliches Leben. Laut Beobachtungen der Zeitung machte er ausgedehnte Spaziergänge und shoppte in der Stadt. Auf seiner Klingel ist der Name "Smith" zu lesen, während auf seinem Briefkasten in handgeschriebenen Buchstaben "Smith L Csatary" steht. Csatary habe bei der Konfrontation durch die Reporter jegliche Schuld von sich gewiesen, so "The Sun".

Ungarn ermittelt gegen "Unbekannt"
Jetzt muss er bald mit einer Festnahme rechnen: Die Budapester Staatsanwaltschaft erklärte laut ungarischer Nachrichtenagentur MTI, sie ermittle seit geraumer Zeit "gegen Unbekannt". Die Identität des Mannes wollte sie weder bestätigen noch dementieren.

Weiterführender Link:
"The Sun"

Kommentare

da werden diese wiesentalschnüffler vileicht auch noch den lockführer - fahrdiensleiter und weichensteller verhaften ,die die fahrt nach ausschwitz ermöglicht hatten ? wann geben diese schnüffler endlich ruhe ? die sollten die todesschützen ermitteln die steine werfende palestinensische kinder erschiessen !!!

Ignaz-Kutschnberger
Ignaz-Kutschnberger melden

Naja der Alte geht bestimmt in Berufung, auch wenn sie ihn verurteilen...

Ignaz-Kutschnberger
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... oder vielleicht erleichtert er vorher noch eine ungarische Pensionistin um ihr Erspartes... ist ja in Zeiten wie diesen scheinbar eh modern ;-)

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