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Naturkosmetik liegt voll im Trend

Beauty - Naturkosmetik liegt voll im Trend © Bild: olegdudko/clipdealer.de

Hormonell aktive Substanzen in der Sonnencreme? Pferdefleisch in der Lasagne? Schildlausblut im Lippenstift und Schildlauskot im Kaugummi? Wer will das schon? Immer mehr geht der Trend hin zum Clean Eating und der Naturkosmetik. Immer mehr Menschen verzichten auf Fast Food und Fertigprodukte. Sie ernähren sich bewusster und gesünder. Gleichzeitig greifen immer mehr Menschen zu veganer Naturkosmetik.

Was spricht für Naturkosmetik?

Naturkosmetik steht für tierversuchsfreie Cremes, silikonfreie Shampoos oder vegane Lippenstifte. Wer sich für Naturkosmetik entscheidet, verspricht sich dadurch mehr Kontrolle über die Inhaltsstoffe. Schließlich gilt die Haut als größtes Organ des Menschen. Jeden Tag ist sie unzähligen, schädlichen Umwelteinflüssen von Autoabgaben bis hin zur krebserregenden UVA-Strahlung der Sonne ausgesetzt. Zusätzlich wird sie täglich mit zahlreichen Kosmetika bedeckt.

Während einige Kosmetikprodukte, wie Duschbad oder Zahnpasta, nur relativ kurz mit der Haut in Kontakt kommen, verbleiben andere sogar bis zum nächsten Duschbad auf der Haut, darunter Lippenbalsam und Lidschatten, aber auch Deodorants und Lotionen. Viele der vermeintlich pflegenden Inhaltsstoffe stehen mittlerweile im Verdacht, krebserregend zu sein. Studien zeigen, dass Aluminium nicht nur hormonell aktiv wirkt, indem es sich an die Östrogenrezeptoren anbindet, sondern auch, dass es von frisch rasierter, bzw. verletzter Haut besonders gut aufgenommen wird. Daher gibt es inzwischen begründete Bedenken, ob Deos mit Aluminiumchlorid nicht womöglich eine Rolle bei der Entstehung von Brustkrebs spielen könnten.

Ähnlich verpönt sind heutzutage silikonhaltige Shampoos, Conditioner und Haarkuren. Oft als besonders pflegend und mit Sofort-Reparatur-Effekt beworben, zerstören Silikone langfristig die Haarstruktur. Silikon gehört zwar ins Badezimmer – als Dichtungsmittel, nicht jedoch in Haarpflegeprodukte. Werden diese silikonhaltigen Produkte ins Haar gebracht, legt sich das Silikon wie ein luftdichter Film um das einzelne Haar. Die Folge sind zwar sofort besser kämmbare Haare, die allerdings auf lange Sicht unter dem „Schutzfilm“ ersticken. Brüchiger Haar – Spliss ist die Folge. Insbesondere empfindliche Menschen reagieren auf derartige Haarpflegeprodukte, da sich der hauchdünne Film auch auf die Kopfhaut legt. Die Kopfhaut kann nicht mehr atmen. Jucken und Schuppenbildung können die Folge sein.

Wichtige Fragen, die man sich vor dem Kauf stellen sollte

Wer mit seinem Körper bewusst umgehen möchte, achtet nicht nur darauf, was mit der Nahrung in den Körper kommt, sondern schaut sich auch aufmerksam an, was mit Kosmetikprodukten auf den Körper kommt. Ständig die Zusammensetzung einzelner Produkte zu studieren, ist jedoch zeitaufwändig und zudem nicht immer aufschlussreich. Schließlich befinden sich im Kleingedruckten meist zahlreiche Begriffe, deren Bedeutung sich den wenigsten sofort erschließt. Folgende Fragen sollte man sich daher vorab stellen:

  1. Sind die Produkte ohne Tierversuche entstanden?
  2. Ist das Produkt vegan oder sind tierische Erzeugnisse enthalten?
  3. Stammen die Zutaten und Wirkstoffe aus biologischer Landwirtschaft?
  4. Sind Konservierungsstoffe enthalten?

Bestimmte Hinweise wie „vegan“, „ohne Tierversuche“ oder „ohne Zusatz von Konservierungsstoffen“ geben in der Regel bereits die Antwort darauf, ob ein Produkt gekauft werden sollte oder nicht. Wer in der Drogerie, im Reformhaus oder Bioladen die Produkte jedoch nicht erst aufwändig in der Hand hin- und herwenden möchte, bestellt ganz bequem vom heimischen Sofa aus online. So lassen sich auch Inhaltsstoffe in Ruhe überprüfen.

Der Trend zum Onlinegeschäft

Der Komfort der heimischen vier Wände sowie die Transparenz sind jedoch nicht die einzigen Gründe, warum Naturkosmetik vermehrt online erworben wird. Oft ist es auch das Angebot, welches Kunden zum Online-Kauf animiert. Nicht alle Naturkosmetikhersteller sind im lokalen Einzelhandel vertreten. Häufig entpuppt sich das Online-Shopping zudem als die günstigere Alternative. Newsletter locken mit attraktiven Angeboten im Internet. Limitierte Rabattaktionen gelten oft nur online.
Ohnehin geht der Trend zum Online-Kauf wie eine aktuelle Studie der Bitcom zeigt. Bekannte Hersteller wie Charlotte Meentzen oder Annemarie Börlind daher gezielt auf Naturkosmetik, aber auch immer mehr Onlineshops wie Parfumdreams.de rüsten ihr Sortiment auf. Der Öko-Trend macht jedoch auch vor Discountern nicht halt. Doch ist, wo „Natur“ draufsteht auch Natur drin?

Auf welche Ökosiegel ist Verlass?

Hersteller und Händler haben gleichermaßen den Naturkosmetik-Trend längst erkannt. Bio-Eigenmarken und Öko-Labels locken mit Natur pur. Kaufhäuser richten spezielle Counter für Naturkosmetik ein. Doch was viele nicht wissen: Der Begriff „Naturkosmetik“ ist gesetzlich nicht geschützt. Verbraucher stehen häufig vor einem Produktelabyrinth, in dem es gilt, sich erst einmal zurechtzufinden. Verschiedene Zertifizierungen und Öko-Labels fungieren dabei als Orientierungshilfen. Das vom Bundesverband Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel (BDHI) herausgegebene Label markiert beispielsweise „Echte Naturkosmetik“. Daneben existieren Qualitätssiegel von EcoCert und NaTrue, die helfen „von der Natur inspirierte Kosmetik“ und „Pflanzen-Kosmetik“ von „echter Naturkosmetik“ zu unterscheiden. Welche Kriterien die Produkte erfüllen müssen, um eins der Siegel tragen zu dürfen, ist genau festgelegt. Die Einhaltung der Richtlinien wird in Stichproben regelmäßig überprüft. Erfahren Sie jetzt mehr über die unterschiedlichen Bio-Zertifizierungen für Naturkosmetik

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