NATO trifft sich zum 60-jährigen Jubiläum:
Türkei lehnt den neuen Generalsekretär ab

Erdogan gegen Dänen Rasmussen an NATO-Spitze PLUS: US-Präsident sorgt für "Oba-Mania" in Europa<br>Ihre Meinung: Macht die NATO unsere Welt sicherer?

NATO trifft sich zum 60-jährigen Jubiläum:
Türkei lehnt den neuen Generalsekretär ab © Bild: AP/Euler

Die Staats- und Regierungschefs der 28 NATO-Staaten haben sich am späten Freitagabend in Baden-Baden zunächst ohne Erfolg um eine Einigung auf einen neuen Generalsekretär bemüht. Nach Angaben von Diplomaten war zunächst keine Verständigung auf den dänischen Regierungschef Rasmussen möglich.

Der türkische Präsident Gül habe seine Bedenken gegen Rasmussen nicht aufgegeben. Sowohl US-Präsident Obama als auch die deutsche Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Sarkozy hätten vergeblich versucht, Gül umzustimmen.

Es werde noch mehr Zeit für die Diskussion am Samstag benötigt, hieß es. Die Vertagung der Entscheidung ist ein Rückschlag für die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie hat zum Auftakt des NATO-Gipfels erklärt, sie rechne mit einer Einigung auf den dänischen Ministerpräsidenten Anders Fogh Rasmussen noch während des Arbeitsessens in Baden-Baden.

Obama will Welt ohne Atomwaffen
Obama hatte zu Beginn des NATO-Gipfels einen Fahrplan für eine Welt ohne Atomwaffen angekündigt. Am Sonntag werde er das Konzept beim EU-USA-Gipfel in Prag vorstellen, kündigte er an. Obama rief die Europäer auf, ihre eigene Verteidigung zu stärken, bezeichnete Deutschland und Frankreich als wichtige Partner und lobte beide Staaten für ihr Afghanistan-Engagement.

Obama kam unmittelbar vor dem NATO-Gipfel in Baden-Baden zu seinem ersten bilateralen Gespräch mit der deutschen Bundeskanzlerin Merkel seit seinem Amtsantritt zusammen. Zuvor besuchte er den französischen Präsidenten Sarkozy in Straßburg. Dort kündigte er auch seine Abrüstungsinitiative an. Die Bedrohung durch Atomwaffen zu verringern, sei eine seiner wichtigsten Aufgaben. Er habe deswegen mit dem russischen Präsidenten Medwedew die Wiederaufnahme von Abrüstungsverhandlungen beschlossen.

Al-Kaida eher in Europa aktiv
Auf einer Pressekonferenz mit Sarkozy in Straßburg forderte er Europa auf, seine eigenen Verteidigungskapazitäten zu stärken. Wenn Al Kaida ein weiteres Mal zuschlage, dann "wahrscheinlich eher in Europa als in den USA", allein wegen der territorialen Nähe, warnte Obama.

Ein gemeinsamer Ansatz zur Lösung des Konfliktes in Afghanistan steht im Zentrum des Gipfels. Die USA haben angekündigt, 17.000 weitere Soldaten sowie 4.000 Militärausbilder an den Hindukusch zu senden. Zudem will Obama den Aufbau der afghanischen Sicherheitskräfte stärker fördern sowie Iran und Indien in die Lösung einbeziehen.

(apa/red)