Fussball von

Nations League löst Kritik aus

Kaum interkontinentale Spiele, viel zu viele Partien - Reform hat auch ihre Gegner

Joachim Löw bei der WM-Auslosung © Bild: Clive Mason/Getty Images

Mit dem Beschluss, ab 2018 eine eigene Liga für Nationalteams einzuführen, hat die UEFA für ordentlich Wirbel gesorgt. Nach der Verkündung erster Eckpunkte der Nations League dauerte es aber nicht lange, bis sich erste Kritiker zu Wort meldeten. Diese kommen vor allem aus Deutschland.

"Insbesondere in der Endphase der nationalen und internationalen Club-Wettbewerbe sind Vereinen und Spielern zusätzliche Belastungen nicht zumutbar", ließ Reinhard Rauball, Präsident von Borussia Dortmund und der Deutschen Fußball Liga (DFL) ausrichten.

Dem Dachverband der deutschen Profi-Clubs stößt in erster Linie sauer auf, dass man bei der Planung übergangen wurde bzw. "dass dieses Thema in Astana (Ort der UEFA-Sitzung, Anm.) auf die Tagesordnung gekommen ist". Die Terminplanung ist seit Jahren größter Streitpunkt zwischen den Vereinen und den internationalen Verbänden.

Keine Sommerpause - keine Top-Gegner außerhalb Europas

Durch die "Endphase" der Nations League, bei der die vier Gruppensieger der höchsten Stärkeklasse gegeneinander antreten werden, fällt auch noch der letzte Sommer ohne Fußball-Großveranstaltung weg. Die Sommerpause sei für so ein Turnier der "schlechteste Zeitpunkt", äußerte sich deshalb BVB-Trainer Jürgen Klopp.

Deutschlands Teamchef Joachim Löw hat ein ganz anderes Problem. Durch die vielen Spiele gegen Europas Top-Teams, die großteils die bisherigen Freundschaftsspiele ersetzen, fällt die Möglichkeit der interkontinentalen Vergleiche so gut wie weg. "Wir wollen am liebsten immer gegen die großen Nationen im Weltfußball messen. Nur dann können wir uns weiterentwickeln", erklärte Löw und hielt fest, dass es nun "nicht einfacher" werde, Termine für Testspiele gegen Argentinien, Brasilien und Co. zu finden.

ÖFB positiv gestimmt

Gigi Ludwig und Leo Windtner bei einer PK
© GEPA pictures/ Christian Ort Windtner ist zufrieden mit der Reform

Österreich als kleine Fußball-Nation sieht das natürlich ein wenig differenzierter."Dieser neue Bewerb soll Europa weit einheitlich die Position des Fußballs stärken und insbesondere auch für die Fans neue Anreize schaffen. Dies ist ein neuer Schritt für den Nationalteam-Fußball in Europa", verkündete ÖFB-Präsident Leo Windtner mittels Presse-Aussendung.

In selbiger führte der 63-Jährige weiter aus: "Wichtig ist für den ÖFB als kleinere Nation nun, auch die finanzielle Basis für diesen Bewerb ab 2018 zu sichern, da die Erträge aus freundschaftlichen Länderspielen für unseren Verband essentiell wichtig sind." Auch im heimischen Verband ist man also auf die endgültigen Beschlüsse zum neuen Format gespannt. Diese sollen 2015 getroffen werden. In Wien.

Kommentare