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Ohne Alaba gegen Deutschland

Teamchef Marcel Koller beruft den Verletzten nicht ein. Schiemer ersetzt Scharner.

  • ÖFB-Teamchef Marcel Koller bei einer Pressekonferenz
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    Der von Teamchef Marcel Koller nominierte Kader für das Freundschaftsspiel gegen Uruguay am 5. März in Klagenfurt.

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  • Robert Almer im Dress von Energie Cottbus
    Bild 2 von 26 © Bild: GEPA pictures/Witters/Groothuis

    Robert Almer

    Tor
    Energie Cottbus

David Alaba wird dem österreichischen Nationalteam in der WM-Qualifikation gegen Deutschland nicht helfen können. Nach seinem Ermüdungsbruch im linken Fuß ist der Bayern-Star noch nicht fit und wurde von ÖFB-Teamchef Marcel Koller nicht in den Kader für das Spiel am 11. September im Wiener Ernst-Happel-Stadion einberufen.

"Es wäre für den 11. September zu früh gewesen. Er trägt immer noch teilweise einen Spezialschuh und kann noch nicht mit der Mannschaft trainieren. Wir wollen kein Risiko eingehen und aufpassen, dass er nichts überhastet macht. Er muss das Deutschland-Match vergessen und sich voll auf die Kasachstan-Spiele im Oktober konzentrieren", sagte Koller, der in den vergangenen Tagen mit Alaba und Bayern-Sportdirektor Matthias Sammer in Kontakt stand.

Im 23-Mann-Kader von Marcel Koller sind aber auch ohne Alaba insgesamt 14 Legionäre. Mit Andreas Weimann von Aston Villa und Erwin Hoffer von Eintracht Frankfurt befinden sich außerdem zwei weitere Auslandskicker in der Warteschleife. Marko Arnautovic kehrt nach überstandener Verletzung wieder zurück.

Schiemer statt Scharner
Der zweite neue ÖFB-Kicker im Vergleich zum Türkei-Match ist ein Innenverteidiger: Franz Schiemer übernimmt den Platz des in Ungnade gefallenen Paul Scharner, obwohl sich der Salzburg-Abwehrspieler noch vor wenigen Monaten mit seinem Hochzeitstermin unmittelbar vor den beiden Juni-Länderspielen den Unmut Kollers zuzog. Mittlerweile sind die Differenzen aber ausgeräumt. "Schiemer ist ein erfahrener Spieler mit internationalen Einsätzen. Er hat uns nicht enttäuscht, wenn er dabei war", sagte Koller über den im Moment noch leicht angeschlagenen Oberösterreicher, der am Donnerstag wieder ins Mannschaftstraining einsteigen soll.

Der Nationaltrainer betonte, dass Scharner sehr wohl ein Stammleiberl gefordert hatte. "In seinem Brief an mich stand, dass er einen Platz auf dem Rasen wollte. Wenn er den nicht bekommt, kann er nicht helfen, dann trägt er die Konsequenzen. Ich habe ihm die Chance gegeben, seine Meinung zu ändern, aber das hat er nicht getan", erzählte Koller.

Das Kapitel Scharner ist für den Teamchef mittlerweile abgehakt - viel lieber arbeitet Koller an einer Marschroute für das bevorstehende Deutschland-Match. "Mit der Rivalität zwischen Österreich und Deutschland beschäftige ich mich nicht groß. Ich muss mich auf die Taktik konzentrieren und herausfinden, wie wir den Deutschen Probleme bereiten können."

Janko und Almer ohne Spielpraxis
Marc Janko hat derzeit aufgrund seiner Muskelverletzung noch Trainingsrückstand. Deshalb schaffte es der Stürmer am Samstag beim FC Porto nicht einmal in den Kader. Für Koller stand dennoch nie zur Debatte, auf seinen Vizekapitän zu verzichten. "Er ist für mich nach wie vor ein wichtiger Stürmer, der international gezeigt hat, dass er Tore schießen kann. Er hat seine Fähigkeiten und wird sich im Training voll reinhängen", versprach Koller.

Ebenfalls ohne Pflichtspiele in den Beinen reist ÖFB-Einsergoalie Robert Almer zum Team. Der Steirer saß in den ersten beiden Partien seines Clubs Fortuna Düsseldorf nur auf der Bank. "Aber er hat bei der Nationalmannschaft nie enttäuscht und immer die Leistungen gezeigt, die wir von ihm erwartet haben", betonte Koller. Der Schweizer legt generell auf Spielpraxis nicht allzu großen Wert. "Wenn wir immer nur schauen, wer gerade spielt, haben wir vielleicht einmal nur sechs Kicker zur Verfügung."

Deutschland jammer auf hohem Niveau
Dass die DFB-Auswahl nach den jüngsten Tiefschlägen in einem geschwächten Zustand sein könnte, glaubt Koller nicht. "In Deutschland wird auf hohem Level gejammert. Die Deutschen sind nach wie vor Weltspitze, haben starke Individualität, harmonieren als Mannschaft und haben ein System, das funktioniert", meinte der 51-Jährige. Die Niederlagen gegen Italien und Argentinien hätten an der klaren Favoritenrolle der Truppe von Joachim Löw nichts verändert. "Die Deutschen haben viel Kampfgeist und werden in Wien sicher nicht überheblich antreten", prophezeite Koller.

Im Gegensatz zum DFB-Team hat die ÖFB-Auswahl zuletzt positive Resultate erreicht - von den vier Partien in diesem Jahr wurden bei einem Remis drei Siege eingefahren. Angesichts der deshalb aufkommenden Euphorie trat Koller vorsichtshalber schon jetzt auf die Bremse. "Es ist wichtig, dass nicht zu hohe Erwartungen geschürt werden."

Deutschland-Partie nicht entscheidend
Das Duell mit den Deutschen sei zwar eine Prestige-Angelegenheit, habe aber für den Ausgang der WM-Qualifikation keine entscheidende Bedeutung. "Wenn wir gewinnen, sind wir noch nicht bei der WM dabei, und wenn wir verlieren, sind wir auch noch nicht ausgeschieden", erklärte Koller.

Der Schweizer wird mit seiner Auswahl am Montag erstmals trainieren und im Rahmen der eineinhalbwöchigen Zusammenkunft auch noch einmal das 2:0 gegen die Türkei ansprechen. Bereits in den vergangenen Tagen bekam jeder Spieler von Koller eine DVD mit seinen guten und schlechten Szenen in dieser Partie zugeschickt.

Der Kader
Tor: Robert Almer (Fortuna Düsseldorf/GER, 3 Länderspiele/3
Gegentore), Christian Gratzei (Sturm Graz, 10/21), Heinz Lindner
(Austria Wien, 1/2)

Abwehr: Aleksandar Dragovic (FC Basel/SUI, 16/0 Tore), Christian Fuchs (Schalke 04/GER, 48/1), György Garics (Bologna/ITA, 27/1), Florian Klein (Salzburg, 11/0), Emanuel Pogatetz (VfL Wolfsburg/GER, 48/2), Sebastian Prödl (Werder Bremen/GER, 34/3), Franz Schiemer (Salzburg, 23/4), Markus Suttner (Austria Wien, 4/0)

Mittelfeld: Julian Baumgartlinger (FSV Mainz 05/GER, 22/0), Guido Burgstaller (Rapid Wien, 4/0), Martin Harnik (VfB Stuttgart/GER,
30/7), Andreas Ivanschitz (FSV Mainz 05/GER, 56/10), Jakob Jantscher
(Salzburg, 10/1), Zlatko Junuzovic (Werder Bremen/GER, 20/2), Veli
Kavlak (Besiktas Istanbul/TUR, 18/1), Christoph Leitgeb (Salzburg,
28/0), Yasin Pehlivan (Gaziantepspor/TUR, 17/0)

Angriff: Marko Arnautovic (Werder Bremen/GER, 19/7), Marc Janko (FC Porto/POR, 27/11), Patrick Bürger (Mattersburg, 2/0)

Auf Abruf: Lukas Königshofer (Rapid Wien, 0) - Manuel Ortlechner (Austria Wien, 8/0), Martin Hinteregger (Salzburg, 0), Andreas Ulmer (Salzburg, 2/0) - Thomas Hinum (SV Ried, 0), Stefan Kulovits (Rapid Wien, 5/0) - Andreas Weimann (Aston Villa/ENG, 0), Erwin Hoffer (Eintracht Frankfurt/GER, 28/4), Philipp Hosiner (Admira Wacker Mödling, 1/0), Deni Alar (Rapid Wien, 0), Marcel Sabitzer (Admira
Wacker Mödling, 1/0)

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