Nationalratswahl von

Wer wie viel für Wahlwerbung ausgab

"Ruhe vor dem Sturm" an der Werbefront

Nationalratswahl - Wer wie viel für Wahlwerbung ausgab © Bild: APA/ROBERT JAEGER

Ab heute, Dienstag, gilt die Wahlkampfkostenbegrenzung: Bis zum Wahltag dürfen die Parteien nicht mehr als 7 Millionen Euro ausgeben

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Auch wenn man angesichts des ständigen Schlagabtausches schon lange den Eindruck des Vorwahlkampfes hat: An der Werbefront herrscht noch "Ruhe vor dem Sturm". Die Parteien haben im ersten Halbjahr erst im Wert von 5,6 Mio. Euro geworben, hat das Marktforschungsunternehmen Focus erhoben. Der Löwenanteil entfällt auf die ÖVP mit 2,1 Mio. Euro.

Ab heute, Dienstag, gilt die Wahlkampfkostenbegrenzung: Bis zum Wahltag dürfen die Parteien nicht mehr als sieben Mio. Euro ausgeben - bzw. müssen Strafe zahlen, wenn sie das tun.

Am intensivsten "gekleckert"

Auch in den nächsten Wochen werde es aber noch eher ruhig bleiben an der Polit-Werbefront, meinte Klaus Fessel von Focus im Gespräch mit der APA. Denn mittlerweile sei der Werbedruck erst in den letzten Wochen vor einer Wahl richtig intensiv. Früher wurde einige Monate lang intensiv geworben, "jetzt ballt sich alles kurz vor dem Wahltermin zusammen".

So erklärt sich auch, dass Focus für alle Parteien zusammen im ersten Halbjahr erst einen Bruttowerbewert von 5,6 Mio. Euro berechnet hat (nach den üblichen Tarifen, ohne Rabatte) - während 2016 um 19,4 Millionen Euro und im Jahr davor sogar um 39,7 Mio. geworben wurde. So kommentiert Fessel das bisherige Werbegeschehen denn auch als "ein bisschen Kleckern, einmal da, einmal dort".

Noch am intensivsten "gekleckert" hat heuer die ÖVP - und zwar rund um den Obmannwechsel. Allein für Mai berechnete Focus für die Volkspartei einen Bruttowerbewert von fast 750.000 Euro und von Jänner bis Juni rund 2,054.000. Mehr als die Hälfte davon gab die ÖVP für Inserate in Printmedien aus, rund ein Drittel für Plakate. Gleich zu Antritt des neuen Parteichefs Sebastian Kurz wurden z.B. 50.000 Schaukasten-Poster unter dem Motto "Zeit für Neues" verteilt.

Die FPÖ kommentierte das Geschehen schon Mitte Mai mit einer Plakat- und Inserat-Kampagne - um mitzuteilen, dass "Österreich" auf ihren Parteichef Heinz-Christian Strache "immer zählen" könne. Im Juni schalteten die Blauen einen Gang zu und warben um fast 654.000 Euro. Das ist fast die Hälfte ihrer bisherigen Gesamtausgaben von 1,290.000 Euro.

Das beliebteste Werbemittel

Erst auf Platz 3 findet sich die Kanzlerpartei mit 1,232.000 Euro. Wie der Koalitionspartner zeigte auch die SPÖ ihre größte Werbeaktivität im Mai - und sie ist jene Partei, die für "klassische" Online-Werbung (Banner, Bewegtbilder auf Internetseiten) am meisten (113.000 Euro) aufwandte. Für die bekannt Internet-aktive FPÖ weist Focus nicht ganz 5.000 Euro aus. Dies, so Fessel, weil Social Media-Aktivitäten nicht erhoben werden können.

Die Grünen hatten zwar auch einen Wechsel an der Spitze, haben aber weit weniger geworben: Sie kommen von Jänner bis Juni auf 257.000 Euro - wobei auch sie im Mai, wo Eva Glawischnig ihren Rücktritt bekannt gab, die weitaus höchste Aktivität zeigen. Die NEOS waren mit nicht einmal ganz 150.000 Euro bisher sehr sparsam.

Dass die KPÖ mehr als die NEOS ausgegeben hat - 214.000 Euro - liegt an der Grazer Gemeinderatswahl im Februar, wo es um die (erfolgreiche) Verteidigung von Platz 2 ging. Andere Parteien - darunter das Team Stronach - warben im Wert von 402.000 Euro.

Das beliebteste Werbemittel fast aller Parteien - mit Ausnahme der KPÖ - waren im ersten Halbjahr Inserate in Printmedien (3,402.000 Euro) gefolgt von Plakaten (1,915.000 Euro).

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