Nationalratswahl von

Stronach & Strache: Viel Einigkeit

Frank bleibt beim Ja zur Todesstrafe, Strache "will nicht den Henker spielen"

Stronach und Strache lächeln in die Kameras © Bild: APA/Georg Hochmuth

Nicht gerade viele inhaltliche Unterschiede haben die TV-Zuseher der ORF-Konfrontation zwischen FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache und Parteigründer Frank Stronach Donnerstagabend zu hören bekommen. Weder in EU-Angelegenheiten noch bei der Frage von Privatisierungen, bei höheren Strafen für Sexualstraftäter oder in Sachen Gesundheitspolitik taten sich Gräben zwischen den Duellanten auf. Stronach blieb in der Diskussion bei seinem Ja zur Todesstrafe für Berufskiller, Strache lehnte dies deutlich ab.

Der FPÖ-Chef war der deutlich angriffigere der beiden Spitzenkandidaten. Zwar gab es inhaltlich wenig wirklich Trennendes, doch versuchte sich der Obmann der Freiheitlichen in persönlichen Attacken auf Stronach, etwa in dem er mehrfach eine "Magna-Speisekarte" hochhielt, auf der ehemalige Politiker wie Franz Vranitzky oder Karl-Heinz Grasser abgebildet waren, die für den vom Milliardär gegründeten Konzern tätig waren. Damit versuchte Strache zu belegen, dass Stronach, der sich neuerlich als Nicht-Politiker schilderte, immer schon von der österreichischen Politik profitiert habe.

Stronach als Nutznießer von "Steueroasen"

Auch dass der Parteigründer nur einen Teil seiner Steuern in Österreich entrichtet, ließ Strache nicht unerwähnt. Das Nutzen von "Steueroasen" etwa in der Schweiz hielt der FPÖ-Chef Stronach direkt vor und erwartete, dass dieser am Tag nach der Wahl schon wieder im Privatjet nach Kanada entschweben werde. Stronachs Konter: Ja, er müsse zurück nach Amerika, um dort Geld zu verdienen, das er dann in Österreichs Universitäten und Sozialprojekte investiere. Und in Sachen Steuern blieb der Austro-Kanadier dabei, dass alles korrekt sei und er Steuerbringer und nicht Steuernehmer sei.

Strache vertrat die Auffassung, dass Stronach zwar ein "exzellenter Autozulieferer" gewesen sei, bezüglich seines Einstiegs in die Politik habe er aber seine Zweifel. Die "sehr skurrilen" TV-Auftritte seines Kontrahenten habe er zwar witzig gefunden, aber wenn Stronach die Todesstrafe fordere, sei das nicht mehr lustig. Lebenslänglich müsse lebenslänglich sein, mehr aber nicht: "Ich will nicht den Henker spielen."

Strache vs. Stronach bei der ORF-Konfrontation
© APA/Georg Hochmuth Heinz-Christian Strache und Frank Stronach im TV-Duell mit Ingrid Thurnher

Stronach antwortete, er habe schon das Gefühl, dass die Politiker mehr Mitleid mit den Berufskillern hätten als mit den Opfern. Zwar sei das Team Stronach gegen die Todesstrafe, aber nicht er selbst, wenn es um Profi-Killer gehe: "Wir müssen alles tun, dass dieser Beruf in Österreich nicht Fuß fasst." Beide Kontrahenten waren sich freilich einig, dass die Strafen für Sexualstraftäter derzeit zu niedrig seien.

"Hatte Glück, dass Strache nicht Innenminister in Kanada war"

Eingestanden wurde von Strache, dass jemand mit Stronachs sprachlichen und finanziellen Voraussetzungen bei dessen Einwanderung nach Kanada wohl in Österreich nicht willkommen wäre, wenn es nach den FPÖ-Forderungen geht. Stronachs Replik: "Ich habe ein Glück gehabt, dass der Herr Strache nicht Innenminister war in Kanada." Der FPÖ-Chef plädierte jedenfalls für einen Zuwanderungsstopp von außerhalb der EU: "Wir brauchen keine weiteren Zuwanderer aus den islamischen Ländern."

Solch religiöse Unterscheidungen sind Stronach sichtlich fremd: "Man muss aufpassen, dass man nicht zu rassistisch ist." Zuwandern sollten jene, deren Qualifikationen benötigt würden: "Was hat Fachwissen mit Glauben zu tun."

Ähnliche Positionen in Sachen EU

Ziemlich ähnlich sind die Positionen der Parteichefs in Sachen EU. Beide lehnten den Stabilisierungsmechanismus ESM ab und beide wollen den Euro in der derzeitigen Form nicht. Stronach warb wieder für eine Unterscheidung zwischen Euros der unterschiedlichen Länder, Strache für den Nord-Euro. Komme dieser nicht zu Stande, sollten die nationalen Währungen zurückkehren. Weitere Themen, wo man nahe beieinander war: eine Entbürokratisierung der Sozialversicherung und im Wesentlichen ein Nein zu weiteren Privatisierungen.

Stronach verriet bei der Debatte ungeachtet vieler inhaltlicher Parallelen, dass er auch in früheren Zeiten nicht die FPÖ gewählt habe, sondern gar nicht. Von Strache hat er trotzdem gar keinen so schlechten Eindruck: "Zumindest hat einen Beruf gelernt. Die anderen, die SPÖ und die Grünen gar keinen. Das erkenne ich an." Davor hatte sich Strache, der gelernter Zahntechniker ist, dem Publikum als Kleinunternehmer, "der alles kennengelernt hat", präsentiert.

Was künftige Regierungsbeteiligungen angeht, brachte die Diskussion übrigens keine Festlegungen. Strache vermutet, dass das Team Stronach Rot-Schwarz zu einer Mehrheit verhelfen wird.

Kommentare

Zu diesem Duell sag ich nur: Gähn!

Frank ist nicht mal ein mittelmässiger Laienschauspieler,Politiker wird er in 100 Jahren keiner!!!!
Aber bestimmt bekommt er eine Anstellung als Profikiller wenn die Chinesen bei uns einmarschiert sind.

daphne5 melden

Den Henker will Frankieboy nicht spielen, den Politiker schon? Schade, dass er so absolut kein Talent hat und auf der politischen Bühne so notwendig wie ein Kropf ist!

Ignaz-Kutschnberger
Ignaz-Kutschnberger melden

Korrektur: Strache hat gesagt, dass Er (Strache) nicht den Henker spielen will....
Obwohl er diese Rolle sicher ausgezeichnet besetzen könnte, nämlich authentisch :) ...in der Politik spielt er ja leider weniger gut :)

daphne5 melden

Danke, ist mir auch aufgefallen, sobald ich gepostet hatte. (Tja, man sollte sinnerfassend lesen können.) Und trotzdem bin ich immer noch gegen einen Möchtegernpolitiker, der die Todesstrafe fordert und sie auch in sein Programm hineinschreiben würde.

KOALITION SCHWARZ BLAU STRONACH ? Herr Parteiobmann Strache und Herr Stronach waren sehr nett zueinander.

Na wenigstens einen wähler hat der gute onkel frank weil sonst siehts düster für ihn aus am 29. :-)

Ivoir

Warum hat Frankieboy Angst vor einem Profikiller? Ist da in seinem Lebenslauf ein dunkler Fleck?

Der Frank ist einfach Super !!!!!!

eintiroler melden

war das Treffen der 2 Vollkoffer!!

11223344 melden

na, der tiroler war ja net da bei

Ignaz-Kutschnberger
Ignaz-Kutschnberger melden

Wir brauchen in Unserem Land keine blau-äugigen Vizekanzler, die uns das Blaue vom Himmel versprechen und deren Mitglieder unseren Bürgerinnen und Bürgern Schlösser an Ihre Gartengrundstücke hängen um Ihnen den Zutritt zu verwehren.Wir können gemeinsam am 29. eine SPÖ + FPÖ Regierung verhindern, für die Zukunft unserer Kinder und damit Sie auch morgen noch Zutritt zu Ihrem Garten haben....

Ignaz-Kutschnberger
Ignaz-Kutschnberger melden

Treffen Sie am 29. die RICHTIGE Wahl

Daher Team STRONACH - für freien Gartenzutritt

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