Nationalratswahl von

Stronach: "Es ist, wie es ist"

Parteigründer Frank Stronach gibt sich zufrieden, aber nicht gerade euphorisch

Frank Stronach © Bild: APA/Helmut Fohringer

Nicht unbedingt euphorisch hat Frank Stronach am Sonntagabend das Abschneiden seiner Partei kommentiert. "Es ist, wie es ist", sagte er in einer ersten Reaktion. "Wir sind im Parlament. Die Tür sei jetzt offen." Sein Mandat werde er annehmen, versicherte er. Keine deutlichen Antworten gab es auf Fragen nach einer Regierungsbeteiligung oder nach personellen Konsequenzen im Team Stronach.

"Ich bin zufrieden", sagte der Austrokanadier, dennoch hätte er sich das Ergebnis "etwas anders" erwartet. Auf die Frage, ob man das Ziel, die Mehrheit von SPÖ und ÖVP zu brechen, verfehlt habe, meinte er, dies sei kein dezidiertes Ziel, sondern Hoffnung gewesen. Zur Frage, ob das Team Stronach sich eine Regierungsbeteiligung vorstellen könne, meinte Stronach: "Wir haben gewissen Prinzipien." Bezüglich personeller Konsequenzen müsse man immer darüber nachdenken, ob ein jeder am richtigen Platz sitze. Doch so etwas müsse man sachlich bereden, so Stronach, ohne Namen zu nennen. "Wir schießen nicht aus der Hüfte."

Stronachs enge Mitarbeiterin und Listenzweite Kathrin Nachbaur sagte, sie sei "Optimistin" und freue sich, "dass wir jetzt im Parlament sind. Persönlich liegt das Ergebnis doch etwas unter meinen Erwartungshaltungen". Dafür könne es viele Gründe geben, und das Team werde nun "in sich gehen". Schon morgen werde man das weitere Vorgehen beraten. Personelle Konsequenzen schloss sie nicht aus.

Lugar sieht großen Erfolg

Für Team Stronach-Klubobmann Robert Lugar sind die ersten Hochrechnungen "ein großer Erfolg", obwohl das Team Stronach in den Hochrechnungen nur bei rund sechs Prozent liegt. Das Team Stronach habe sich mehr als verdoppelt, wie es aussieht habe man nun mehr als 10 Abgeordnete, sagte Lugar in einer ersten Reaktion gegenüber der APA. "Die Tür ist jetzt offen, wir können jetzt neue Ideen ins Parlament bringen."

Als Ziel ausgegeben hatte Lugar stets 10 bis 15 Prozent. Darauf angesprochen meinte Lugar, die Regierung arbeite immer nach dem Motto "nimm Dir nichts vor, dann schlägt Dir nichts fehl", das Team Stronach mache es anders - "wir nehmen uns immer viel vor". Auch Umfragen, wo die neue Partei zwischenzeitlich weit besser lag, seien für das Team Stronach "nie relevant" gewesen.

Will Klubobmann bleiben

Dass man auch das zweite Ziel, nämlich die rot-schwarze Mehrheit zu brechen, verfehlt habe, sieht Lugar, ebenfalls nicht so: Das könnte sich ja noch ausgehen, man hoffe jedenfalls darauf. Das Ziel, ins Parlament zu kommen, habe man ja geschafft. Beratungen werde es nach dem Wahlabend sicher geben. Bei der nächsten Wahl wolle man sogar stärkster werden. Er selbst werde sich zur Wahl des Klubobmanns stellen, erklärte Lugar auf eine entsprechende Frage.

Auch Wahlkampfleiter Tillmann Fuchs zeigte sich "sehr zufrieden" mit den ersten Hochrechnungen. "In zwölf Monaten in drei Landtage und den Nationalrat einzuziehen, ist wirklich ein großer Erfolg." Er glaube auch, dass Parteichef Stronach zufrieden sei. Stronach selbst war übrigens am Nachmittag noch nicht bei der Wahlparty im Wiener 25hours-Hotel, er soll dann abends im Parlament Stellung nehmen.

Kommentare

Wenn man politische Mitelmäßigkeit einkauft wird auch mit sehr viel Werbeaufwand nicht viel mehr daraus.

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