Nationalratswahl von

"5:0 für die Grünen"

Geschäftsführer Wallner sieht das Ergebnis mit "einem großen lachenden Auge"

Wallner und Glawischnig © Bild: APA/Robert Jäger

Mit einem "großen lachenden Auge" hat der Bundesgeschäftsführer der Grünen, Stefan Wallner, das in den ersten Hochrechnungen prognostizierte Wahlergebnis seiner Partei kommentiert. Auch wenn die angepeilten 15 Prozent nicht erreicht werden dürften, handle es sich um das mit Abstand beste Ergebnis der Grünen bei einer Nationalratswahl. Er verwies auf die Zugewinne bei den vier Landtagswahlen 2013, nun stehe es "Fünf zu Null". Spitzenkandidatin Eva Glawischnig hätte sich "mehr erhofft" und stellt weitere Oppositionsjahre in Aussicht.

Die Grünen hätten flächendeckend dazugewonnen, sagte Wallner vor Journalisten im bereits gut gefüllten Wahlzentrum der Grünen im Wiener Museumsquartier. "Es ist ein großer Vertrauensbonus, der österreichweit den Grünen entgegengebracht worden ist."

Spannend sei nun, ob die Mehrheit von SPÖ und ÖVP gebrochen werde. Und: "Traditionell ist es so, dass das Lächeln der Grünen umso größer wird, je länger der Wahlabend dauert." Bei vergangenen Wahlen seien bis zum Endergebnis noch 0,7 bis 0,8 Prozentpunkte dazugekommen. Jetzt sei jedenfalls schon klar, dass das beste Ergebnis einer grünen Partei in Europa erreicht wurde.

"Sind regierungsbereit"

Regierungsbereit seien die Grünen jedenfalls, das habe man im Wahlkampf immer gesagt, so Wallner. Voraussetzung sei ein "sauberer Tisch", also ein Bekenntnis der potenziellen Partner zu Transparenz und Anti-Korruption inklusive U-Ausschüsse als Minderheitenrecht.

Eva Glawischnig hat ihre Partei angesichts des in den Hochrechnungen prognostizierten Wahlergebnisses weitere Jahre in der Opposition in Aussicht gestellt. "Wir hätten uns mehr erhofft", sagte sie in der Wahlkampfzentrale der Grünen im Wiener Museumsquartier. Dennoch habe man "das beste Ergebnis, das wir jemals in Österreich bei einer Nationalratswahl hatten", erreicht.

Glawischnig: Weitermachen als Oppositionspartei

Die Grünen stünden für Sauberkeit, Korruptionsbekämpfung und das Eintreten für die Umwelt. "Es beginnt schon am morgigen Tag unsere weitere Arbeit", so Glawischnig. "Wir werden weitermachen müssen als gute Oppositionspartei. Das können wir und das werden wir." Es sei zu befürchten, dass die rot-schwarze Bundesregierung weiter mache wie bisher.

Mit dem Wahlkampf zeigte sie sich zufrieden. Sie dankte allen Unterstützern und den Wählern, die man neu dazugewonnen habe. "Sie haben uns den Rücken gestärkt für das, was jetzt kommt."

Fehler im Wahlkampf wollte sie keine erkennen und auch die Konflikte in Wien rund um die neue Mariahilfer Straße hätten den Grünen nicht geschadet, zeigte sie sich überzeugt. Den NEOS gratulierte sie zum Wahlergebnis.

Bis zum Auftritt Glawischnigs hatte sich kaum Parteiprominenz in die Halle verirrt. Es herrschte gedämpfte Stimmung. Viele hatten bei Bekanntwerden der ersten Hochrechnungen Tränen in den Augen. Die wenigen anwesenden Mandatare versuchten dennoch, gut Miene zum bösen Spiel zu machen, verwiesen auf die noch ausständige Auszählung der Wahlkarten und betonten Zugewinne bei allen Wahlen des heurigen Jahres.

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