Nationalratswahl von

ÖVP: Keine Obmanndebatte

Mitterlehner will Ergebnis abwarten – Über Spindelegger will er nicht diskutieren

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner © Bild: APA/BKA/Andy Wenzel

Vor der ÖVP-Zentrale in der Lichtenfelsgasse in Wien hat am Sonntagnachmittag reges Treiben der Journalisten geherrscht. Von der Parteispitze war noch niemand zu sehen. Seniorenbundobmann Andreas Khol schloss bei seinem Eintreffen einen Wechsel an der Parteispitze aus. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner will noch das Ergebnis abwarten. Auf die Frage nach einer Obmann-Debatte erklärte er: "Sie werden bestimmt eine führen", meinte er zu den Journalisten. "Wir nicht."

Khol geht davon aus, dass Parteichef Michael Spindelegger und Generalsekretär Hannes Rauch von der Partei voll bestätigt werden, denn sie haben "gute Arbeit" geleistet. Er wolle zwar erste Ergebnisse abwarten, einen personellen Wechsel an der Spitze "schließe ich aus", so der Seniorenbund-Obmann. Er räumte ein, dass der Wahlkampfstart "holprig" gewesen sei.

Der Wirtschaftsminister hatte bei seinem Eintreffen "ein gutes Gefühl". Eine Obmann-Debatte werde man nicht führen, erklärte Mitterlehner. Frauenchefin Dorothea Schittenhelm wollte sich gegenüber der APA noch nicht äußern. Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich sprach lediglich von einem "spannenden Wahltag" und stürmte in die Parteizentrale.

Der frühere ÖVP-Minister Werner Fasslabend räumte ebenfalls ein, dass es immer jemanden geben werde, der Kritik am Wahlkampf übt. Seiner Erfahrung nach sei aber einer der professionellsten Wahlkämpfe geführt worden. Es seien viele Gruppierungen angetreten und es gehe um die relative Stärke. Aus der zweiten Position heraus hole die ÖVP ein gutes Ergebnis heraus. Spindelegger solle "absolut nicht zurücktreten", sah Fasslabend ein "ganz hervorragendes Ergebnis". Gefragt nach der Oppositionsrolle, meinte Fasslabend, man müsse alle Möglichkeiten diskutieren, seiner Meinung nach werde die ÖVP aber eindeutig den zweiten Platz erreichen. Fehler seien aus seiner Sicht keine gravierenden gemacht worden. Auch etwa über den "Abgesandelt"-Sager von Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl könne man immer diskutieren. Aber insgesamt erkennt er einen guten Wahlkampf. Aus dem Ergebnis könne man die politische Arbeit der Zukunft ableiten, so Fasslabend.

Spindelegger für Rauch hervorragender Spitzenkandidat


ÖVP-Generalsekretär Johannes Rauch hat am Wahlsonntag gegenüber der APA eingeräumt, dass sowohl SPÖ als auch ÖVP Stimmen verloren haben. Die ÖVP habe aber besser abgeschnitten als prognostiziert. ÖVP-Chef Michael Spindelegger sei ein "hervorragender Spitzenkandidat" gewesen, betonte er. Die ÖVP habe keine neuen Wähler erreichen können. Nun werde man das Wahlergebnis diskutieren müssen.


Rauch verwies darauf, dass die Große Koalition nicht optimal funktioniert habe, dies sei vollkommen klar, wenn man sich die erste Hochrechnung anschaut. Die zukünftige Regierungsarbeit müsse verbessert werden. Für diese Regierung sei das Ergebnis "schon ein Denkzettel". Wie es nun weitergehe, werden die Verhandlungen ergeben, meinte er auf die Frage, ob die ÖVP eventuell auch in Opposition ginge.

Die Ministerinnen Beatrix Karl und Maria Fekter stürmten an den Journalisten vorbei in die Zentrale. Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl beantwortete ebenfalls keine Fragen.

-Platter enttäuscht

"Enttäuscht" vom Ausgang der Nationalratswahl hat sich Tirols Landeshauptmann und VP-Chef Günther Platter gezeigt: "Natürlich hätten wir uns auf Bundesebene ein besseres Ergebnis gewünscht", erklärte er in seiner der APA übermittelten Reaktion.

In Tirol habe die ÖVP "ein respektables Ergebnis erzielt und österreichweit das beste ÖVP Ergebnis erringen können". Trotz der bescheidenen Stimmung auf Bundesebene habe man die Mobilisierungsstärke unter Beweis stellen können. Die Tiroler Volkspartei und "unser Tiroler Minister in Wien, Karlheinz Töchterle, sind durch dieses Landesergebnis gestärkt“.

Kommentare

Ignaz-Kutschnberger

Mitterlehner, ein Mann dessen Hirn man für die Nachwelt erhalten sollte !! Und beste Grüße an Werner Fasslabend, Servas Werner ;)

Seite 1 von 1