Nationalratswahl von

„Jahrhundertprojekt“ gelungen

NEOS-Chef Strolz würde Regierungsverantwortung übernehmen – Erfolg in Vorarlberg

Strolz jubelt über den Erfolg der NEOS bei der Wahlyparty. © Bild: APA/HERBERT P. OCZERET

Wovon sich die NEOS in den vergangenen Tagen stets überzeugt zeigten, zeichnet sich nach den ersten Hochrechnungen zur heutigen Nationalratswahl ab: Die neue Partei, die gemeinsam mit dem Liberalen Forum (LIF) als Wahlbündnis angetreten ist, könnte im nächsten Parlament vertreten sein. "Ein Jahrhundertprojekt ist gelungen", zeigte sich NEOS-Chef Matthias Strolz in einer ersten Reaktion gegenüber der APA euphorisch. Besonders erfreut zeigte sich der gebürtige Vorarlberger Strolz über das Ergebnis in seinem Heimatbundesland, wo die NEOS 13,15 Prozent erreichten. "Vorarlberg ist das pinke Gallien Österreichs, und darauf bin ich stolz."

"Österreich ist ein großes Stück mutiger geworden." Im Falle des Verlusts der einfachen Mandatsmehrheit von SPÖ und ÖVP sei man auch bereit, Regierungsverantwortung zu übernehmen. "Wir sind gekommen, um zu gestalten."

Für Strolz ist es jedenfalls "ein großer Tag". Erstmals in der Zweiten Republik habe eine "Bewegung aus dem Volk" beim ersten Wahlantritt den Sprung ins Parlament geschafft. "Die Botschaft dieses Wahlabends ist: Es ist möglich", sagte Strolz und legte sofort inhaltlich nach. "Warum soll also nicht auch Bewegung in der Bildung oder bei den Pensionen möglich sein?" Den Erfolg seiner Partei erklärte er sich als "Mischung aus vielen Zutaten". "Unser Erfolgsrezept ist Idealismus gepaart mit Anpackerqualitäten. Und das konnten wir glaubhaft vermitteln."

NEOS für Gespräche offen

Sollten SPÖ und ÖVP doch noch die Mandatsmehrheit verlieren, sei man jedenfalls für Gespräche offen. "Man muss in der Königsdisziplin natürlich bereit sein, auch Regierungsverantwortung übernehmen zu wollen", betonte Strolz. Schließlich hätten die NEOS Leute mit genügend Erfahrung und Kompetenz. "SPÖ und ÖVP werden als Verlierer des Tages gut beraten sein, sich zu fragen, ob eine Koalition der Verlierer nicht vielleicht die falsche Botschaft ist."

Ähnlich formulierte es die Wien-Chefin der NEOS, Beate Meinl-Reisinger. "Wir stehen dafür bereit", kommentierte sie mögliche Gespräche. Man habe NEOS nicht nur im Hinblick auf eine "starke Opposition" ins Leben gerufen, auch bei einer Regierungsbeteiligung könne man etwas weiter bringen. Der Einzug ins Parlament sei jedenfalls Grund für eine "unglaubliche Freude", so Meinl-Reisinger. "Es ist ja sensationell, was wir in den letzten zehn Monaten auf die Beine gestellt haben. Wir schreiben Geschichte." Gleichzeitig werde man mit dem "Vertrauensvorschuss" der Wähler aber demütig umgehen.

Was dieses Ergebnis für das Wahlbündnis mit dem LIF bedeute, konnte Strolz noch nicht konkret sagen, da man diesbezüglich die Mitgliederversammlungen beider Bewegungen in der kommenden Woche abwarten müsse. "Aber man sieht: Wir können gut miteinander." Aufgrund etliche Schnittflächen sei es aus seiner Sicht "logisch, wenn wir die Integration weiter vorantreiben. Wir haben uns gefunden und gehören zusammen."

NEOSphäre wackelt

Um kurz nach 17 Uhr wackelte die NEOSphäre: In der Wahlkampfzentrale des Wahlbündnisses aus NEOS und Liberalem Forum (LIF) wurde der Einzug ins Parlament euphorisch gefeiert. "Ab morgen werden wir hart arbeiten", erklärte NEOS-Chef Matthias Strolz sichtlich gerührt vor den jubelnden Anhängern. Er versprach einen neuen Stil und ein "lebendiges Parlament", in dem sich die Partei konstruktiv beteiligen wolle. "Keiner hat es uns zugetraut, aber ja, es ist möglich."

Dass man als erste "Bewegung aus dem Volk" seit 1945 beim ersten Antritt den Sprung ins Parlament schaffte, sorgte nicht nur für Jubelschreie und etliche Umarmung, sondern auch die eine oder andere Freudenträne. Strolz bedankte sich folglich bei den Wahlkämpfern und gab als weitere Ziele die Gemeinderatswahlen in Wien und Salzburg an. "Wir wollen anpacken." Und auch die wahrscheinliche Mandatsstärke von neun Abgeordneten wusste er in seine Ansprache einzubauen. Denn nicht nur er befinde sich auf dem Sprung ins Parlament, wo er im Rahmen der ORF-Übertragung Rede und Antwort stehen werde, "mindestens acht andere auch".

NEOS-Spitzenkandidat Strolz räumte in Heimat Klostertal ab

NEOS-Spitzenkandidat Matthias Strolz hat in seiner Heimatgemeinde abgeräumt: Die NEOS kam in Dalaas (Bezirk Bludenz) auf 39,9 Prozent der Stimmen und wurde damit stimmenstärkste Partei. Die ÖVP, die 2008 dort noch 28,3 Prozent erreichte, musste sich mit Platz zwei und 14,7 Prozent begnügen. Strolz stammt aus Wald am Arlberg, einem Ortsteil von Dalaas.

Weniger Freude dürfte Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) mit dem Resultat in seiner Heimatgemeinde haben: Die Volkspartei verlor in Frastanz (Bezirk Feldkirch) 2,4 Prozentpunkte, blieb mit 24,6 Prozent aber stimmenstärkste Partei.

Auch in den übrigen Gemeinden im Klostertal durfte sich NEOS über sehr gute Ergebnisse freuen. In den Nachbargemeinden von Dalaas, Klösterle und Innerbraz (beide Bezirk Bludenz), erzielte die neu angetretene Gruppierung auf Anhieb 32,4 Prozent bzw. 23,3 Prozent.

Kommentare

Die NEOS sind eine Ur-Altpartei, kaum ins Parlament gewählt hat
Hr. Strolz schon sein 1. Wahlversprechen gebrochen.
Im Wahlkampf versprach dieser Hr. Strolz gegen die Parteienförderung
zu sein, doch nun nimmt er die Millionen an Parteienförderung
lächelnd an. Dieser Hr. Strolz ist genauso unglaubwürdig wie alle
anderen. So ist es eben, sitzt man am Futtertrog, wird alles
Steuergeld genommen.

Hurraaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Toll gemacht, jetzt bitte noch Themen behandeln die Wichtig sind! Mit einem entsprechenden konsequenten Kurs in der Ausländerpolitik eine in Zukunft wählbare Partei!!!! Ich hoffe NEOS wird NICHT zum Grünen Abklatsch!!!

Walter de Meijer

Die NEOS haben hervorragende Arbeit geleistet, sie haben sich bemüht und einen tollen Wahlkampf hingelegt.

hab sie zwar nicht gewählt, aber Gratulation, toller Erfolg.

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