Nationalratswahl von

Koalition rettet die Mehrheit

SPÖ und ÖVP halten trotz Verlusten die Mandatsmehrheit. NEOS lösen BZÖ ab.

Faymann, Spindelegger, Strache © Bild: APA/Georg Hochmuth

Die Nationalratswahl ist geschlagen und sie ist ohne Sensation zu Ende gegangen. Die SPÖ hielt Platz eins, recht knapp vor der ÖVP. Die Freiheitlichen legten wie die Grünen zu, die FPÖ freilich deutlich mehr. Das Team Stronach und - als einzige echte Überraschung - die NEOS schafften gleich beim ersten Antritt den Einzug in den Nationalrat. Das BZÖ scheidet dagegen aus. Die Wahlbeteiligung dürfte mit rund 74 Prozent (inklusive Briefwahl) leicht zurückgehen.

Das vorläufige amtliche Endergebnis sieht folgendermaßen aus: Die SPÖ holte 27,1, die ÖVP 23,8 Prozent, was für beide einen Verlust von 2,2 Prozentpunkten bedeutet. Die Freiheitlichen legten um 3,9 Punkte auf 21,4 Prozent zu, die Grünen gewannen einen Prozentpunkt auf 11,5 Prozent zu. Team Stronach und NEOS schafften beim ersten Antritt 5,8 bzw. 4,8 Prozent, das BZÖ scheiterte mit 3,6 Prozent. Gewisse Änderungen könnten noch durch die Briefwahlstimmen entstehen, die am Montag und zu einem kleineren Teil am Donnerstag ausgezählt werden.

Als logische Koalitionsoptionen hinterlässt der Wählerwille zwei, entweder die Fortsetzung von Rot-Schwarz, um die von der SPÖ bereits am Wahlabend geworben wurde, oder eine Zusammenarbeit von ÖVP, Freiheitlichen und Team Stronach. Allenfalls ginge auch schwarz-blau-pink, wenn sich die NEOS ihr schon vor der Wahl ausgesprochenes Nein zu einer Koalition mit den Freiheitlichen noch einmal überlegen.

ÖVP genießt ihre Optionen

Die ÖVP genießt es sichtlich, zwei Optionen zu haben, wenn sie schon wieder einmal mit dem Ziel Platz eins gescheitert ist. Vizekanzler Michael Spindelegger meinte, er habe vor der Wahl keine Partei dezidiert ausgeschlossen und werde das auch jetzt nicht tun. Nur liege es "nicht an mir, eine Regierung zu bilden, sondern an Werner Faymann".

Der angesprochene Kanzler versicherte, er werde eine "stabile Regierung ohne die FPÖ" bilden, was nichts Anderes als Rot-Schwarz bedeutet. Auch sämtliche anderen Granden der Sozialdemokraten sprachen sich für eine Fortsetzung der Koalition aus.

Kopf: So geht es nicht weiter

In der ÖVP sieht das anders aus: "Faktum ist, dass wir so - unverändert - nicht weitermachen können", sagte etwa VP-Klubchef Karlheinz Kopf. Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer findet, dass sich die Große Koalition überlebt hat und forderte "Offenheit gegenüber allen Varianten".

Zurückhaltend äußerten sich die oberösterreichischen Spitzenrepräsentanten der Volkspartei: "Ich schließe zu diesem Zeitpunkt niemanden aus und niemanden ein", erklärte Landeshauptmann Josef Pühringer. Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl meinte fast wortgleich: "Ich schließe nichts und niemanden aus." Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll plädierte dagegen deutlich für Rot-Schwarz, allerdings mit neuer Devise: "Weg von Zank und Hader hin zu partnerschaftlicher Regierungsarbeit".

Strache will regieren

Als Regierungspartner ins Gespräch brachte sich FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, der auch die Kanzlerpartei aufforderte, "die Ausgrenzung zu beenden" und "ernsthafte Gespräche mit uns und anderen Parteien" zu führen. Für Grünen-Bundessprecherin Eva Glawischnig ist dagegen klar: "Wir werden weitermachen müssen als gute Oppositionspartei. Das können wir und das werden wir."

Feiern stand am Wahlabend bei den NEOS im Vordergrund nach ihrem doch überraschenden Einzug in den Nationalrat. Parteichef Matthias Strolz jubelte über den historischen Erfolg und zeigte sich gegenüber allen Kooperationen bereit. Welche Mehrheiten es gebe, "werden wir schauen". Mit der FPÖ will Strolz aber unverändert nicht.

Bucher: Übernehme volle Verantwortung

Was das Team Stronach will, ließ Parteigründer Frank Stronach am Wahlabend noch im Verborgenen: "Wir haben gewisse Prinzipien", erklärte der austro-kanadische Milliardär bloß. An sich sei er mit dem Ergebnis "zufrieden", auch wenn er Anderes erwartet hätte. Gleich ging es dem BZÖ, das nach acht Jahren das Hohe Haus verlässt. "Ich übernehme die volle Verantwortung für das Ergebnis", erklärte Bündnischef Josef Bucher und rauschte ab ins heimatliche Kärnten. Chancenlos waren wie erwartet die anderen Kleinparteien wie Piraten und KPÖ.

Wahlbeteiligung auf neuem Tiefststand

Die Wahlbeteiligung ist bei der heutigen Nationalratswahl auf den tiefsten Stand der Zweiten Republik gefallen - daran können auch die Briefwahl- und sonstigen Wahlkartenwähler nichts ändern, deren Stimmen erst morgen bzw. am Donnerstag ausgezählt werden. Am Wahlsonntag wurden im vorläufigen Endergebnis 65,91 Prozent ausgewiesen. Mit den noch offenen Stimmen wird man letztlich - laut den Hochrechnungen - auf rund 74 Prozent kommen.

Das sind immer noch deutlich weniger als die 78,81 Prozent des Jahres 2008. Damals hatte die Beteiligung sogar ein wenig zugelegt. Seit der Wahl 2006 liegt die Beteiligung unter der 80-Prozent-Marke. 2008 wurde die Briefwahl eingeführt, aber auch sie konnte, wie man jetzt sieht, das Schwinden des Interesses an den Urnengängen nicht wirklich stoppen.

Kommentare

brabus melden

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte ....

Nudlsupp melden

Auf jeden Fall. Bei dieser Grinsebacke springt einen der Verstand ja direkt entgegen. Von welchem Begräbnis die beiden anderen kommen müssen, weiß ich aber auch nicht :-)

giuseppeverdi melden

Schaut euch die Drei da oben an. Frage an alle Analphabeten und an das linke NEWS nur zum Bild: Wer hat die Wahl gewonnen?

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also wenn ich das Bild anschaue, sehe ich da 2 Geknickte und einen, dem nur noch die Zipfelmütze fehlt.
Was sehen Sie?

Weg mit diesen Faymann. Die SPÖ wäre gut beraten den Faymann gegen einen anderen aus zu tauschen. Den sonst gibt es bald ein zweites Steiermark.

Präpotent und abgehoben wie auch in der letzten Diskussion vor der Wahl haben sich die beiden Obergurus von SPÖ und ÖVP am Abend präsentiert - nämlich gar nicht! Sie schicken einfach ihre Unterläufer. Hatten sie einen plötzlichen Fieberanfall oder war die Schwiegermutter oder die Nachbarn zu Besuch? Haben sie sich im stillen Kämmerchen bei einer Flasche hochprozentigem gegenseitig getröstet? Entschuldbar ist dieses Verhalten auf keinen Fall. Und das sind dann die die bei uns die nächsten 5 Jahre das Sagen haben. Quo vadis Austria wenn nicht einmal die Hauptverantwortlichen das Rückgrat haben sich einer Diskussion zu stellen. Das ist ein Affront gegenüber allen anderen Parteichefs und bereits jetzt ein persönliches Ausgrenzen der anderen Parteienchefs/chefin. Macht nur weiter so - bei der nächsten Wahl werdet ihr euch wünschen gemeinsam wenigstens so viele Stimmen zu haben wie jetzt einer von euch.

brauser49

Hätt mir plus von GR, BZ .rhofft - SORRY

brauser49

TRAURIG, TRAURIG - 5 J. Korruption nun m.hr...

strizzi49 melden

Ich halte es für ausgesprochen präpotent, wenn der SPÖ-Chef Verhandlungen mit der demokratisch gewählten drittstärksten Partei einfach ablehnt !!! Die SPÖVP hat eine gehörig auf den Deckel bekommen und sie kapieren es immer noch nicht!

giuseppeverdi melden

Das ist doch super, dass die Roten nicht mit der FPÖ reden, weil sie damit keine Möglichkeit haben, eine Koalition mit wem anderen zu bilden. Daher wird folgendes passieren: Die ÖVP wird sich zieren und im Wissen, das die Roten keine andere Wahl haben, alles herausschinden was nur möglich ist. Das können die Roten nicht zulassen. Folglich scheitern die Verhandlungen von Rot und Schwarz. Was...

giuseppeverdi melden

...dann kommt ist klar. Der Faymann bringt keine Regierung zusammen, also werden die Schwarzen mit der FPÖ verhandeln. Danach wird der Spindelegger mit deren Hilfe Kanzler, der Strache Vizekanzler und der Stronach oder die Neos Mehrheitsbeschaffer. Kommt das jemand bekannt vor (Schüssel aus dritter Position zum Kanzler geworden?)? Und der rote Heinz wird dumm schauen!

giuseppeverdi melden

Das da oben heißt natürlich ".......und im Wissen, DASS die Roten...." sorry

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Wenn es nach NEOS-Haselsteiner und seinem Plan, 10000 Flüchtlinge aus Syrien nach A zu holen geht, werden die NEOS und ihre Wähler bestimmt mit bestem Beispiel vorangehen und mit Unterkünften und Finanzen zur Stelle sein.

drowhunter melden

und wenns nach den Blauen-HC geht dann kannst dir morgen die Milch selbst abzapfen weil unsere Bauern aus der EU keine Förderungen mehr bekommen. Was für ein Idiotisches Statement... Aufpassen.. Ironie hat oft eine so scharfe Klinge dass man den Schnitt teils nicht merkt..

giuseppeverdi melden

Genau "drowhunter", weil bevor Österreich in die EU eingetreten ist, gab es in Österreich nicht einen einzigen Bauern. Die wurden erst von der EU "geschaffen". Milch gab es damals also nicht. Sie dürften nicht bemerkt haben, dass Ihre Philosophie total auf einem Nebengleis abgestellt ist. Wahrscheinlich haben Sie vor der EU und als Kind nie Ihren Kakao mit Milch getrunken weil in Österreich nach I

giuseppeverdi melden

Ihrer Philosophie ja keine Milch gegeben hat. Sie wollen andere belehren, dass Ironie eine scharfe Klinge hat? STIMMT, aber das dürften Sie selbst auch übersehen haben. Wie heißt es doch so schön: Wer im Glashaus sitzt.........

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