Nationalratswahl 2013 von

Elefantenrunden ohne Regierung

Sowohl Bundeskanzler Faymann als auch Vizekanzler Spindelegger wollen verzichten

Werner Faymann und Michael Spindelegger © Bild: APA/BKA/ANDY WENZEL

Die Regierungsspitze plant nicht, sich im Nationalratswahlkampf in Fernseh-"Elefantenrunden" zu begeben, das wurde am Dienstag im Pressefoyer nach dem Ministerrat zumindest indirekt deutlich. Weder Bundeskanzler Werner Faymann noch Michael Spindelegger sagten auf eine entsprechende Frage definitiv ab. Beide finden aber nach eigenen Bekunden, dass solche großen Diskussionsrunden wenig geeignet seien, um Inhalte zu kommunizieren.

Er habe in Summe sicher "15 Anfragen" von Medien zu Diskussionen "für den Zeitraum von fünf Wochen", rechnete Faymann vor. "Da werde ich die Möglichkeiten wählen, wo ich das Gefühl habe, man kann am deutlichsten Fragen beantworten." Dies seien Diskussionen etwa "zu zweit" oder auch "alleine" - "ich werde daher denen den Vorrang geben".

Spindelegger vertrat die Meinung, ein Wahlkampf sei vor allem dazu da, "um Pläne zu präsentieren" und nicht, um sich möglichst oft im Fernsehen zu zeigen. Es gebe soviele Konfrontationen und auch Großkonfrontationen, sowohl auf ORF als auch auf ATV - für alles werde "die Zeit nicht sein".

Konkret zu einem möglichen "Duell" in ATV äußerten sich die beiden nicht. Im übrigen, betonten sie unisono, habe Österreich in Zeiten der Hochwasserkatastrophe ohnehin wichtigere Sorgen als jene, wer wann im Fernsehen auftreten wird.

Grüne und BZÖ: "Diskussionsverweigerung"

Grüne und BZÖ attestieren der Regierungsspitze "Diskussionsverweigerung". "Jetzt fürchten sie sich nicht nur vor einer Diskussion mit der Opposition, sondern auch schon voreinander", kritisierte Grünen-Mediensprecher Dieter Brosz in einer Aussendung. Außerdem sieht er das Bekenntnis zum Privatfernsehen konterkariert, wenn man den Sendern "die kalte Schulter zeigt".

BZÖ-Mediensprecher Stefan Petzner findet es angesichts der sonstigen Politinterventionen der Koalition zwecks breiter Berichterstattung "erstaunlich, dass Faymann und Spindelegger bei Konfrontationen mit der Opposition auf einmal kneifen". Mit ihrer Diskussionsverweigerung spreche die Regierungsspitze ein "vernichtendes Urteil" über Arbeit: "Eine Regierung, die stolz auf ihre Errungenschaften ist, würde wohl keine Möglichkeit auslassen, um diese zu präsentieren."

Nur ausgewählte Zweierduelle

Zuvor hatte ATV bekanntgegeben, seine Wahlkampfkonfrontationen bereits Ende Juni zu starten. Anders als beim ORF debattiert dort allerdings nicht jeder gegen jeden. Derzeit sind - neben der reduzierten Elefantenrunde im September - nur zwei Zweier-Konfrontationen eingeplant: Heinz Christian Strache (FPÖ) gegen Frank Stronach (Team Stronach) am 25. Juni und Eva Glawischnig (Grüne) gegen Josef Bucher (BZÖ) am 2. Juli.

Mit der Absage der Regierungsspitze für die Elefantenrunde will sich ATV-Nachrichtenchef Alexander Millecker jedenfalls nicht ohne weiteres abfinden. "Wir werden das entsprechend deutlich machen für die Zuseher", sagte Millecker. Immerhin handle es sich bei den Elefantenrunden um die "wesentlichsten Diskussionsveranstaltungen" zwischen den Spitzenkandidaten: "Ich glaube, dass die Wähler erwarten, dass sie teilnehmen." 2008 hatte die Elefantenrunde laut ATV im Durchschnitt 331.000 Seher.

Kommentare

Na Herr Kanzler? Hat Ihnen der Dr.Wolf in den Sommergesprächen zuviel "eingeheizt" weil Sie nun nach Ausreden - übrigens wie beim U-Ausschuss - suchen, um an den Gesprächsrunden NICHT teilnehmen zu müssen?

Ähnlich wie in Nordkorea oder beim Putin!

SPÖ+ÖVP verhalten sich weiterhin so als ob ihnen der gesamte ORF (Staatsfunk) gehören würde. So etwas kann der ORF, aber nicht die Regierung beschließen. Offensichtlich ist es kein Nachteil Parteigünstlinge im Proporz beim ORF zu bestellen. Die berichten dem Volk "unabhängig"???

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