Nationalrat von

Lopatka will bei Pensionen sparen

Opposition mit vorgelegtem Finanzrahmen der Regierung unzufrieden

Reinhold Lopatka und Hans Jörg Schelling © Bild: APA/ROBERT JAEGER

Der Opposition gefällt der von der Regierung gestern verabschiedete Finanzrahmen nicht. Tenor bei der "Ersten Lesung" im Nationalrat: es werde am falschen Ort gespart und zu wenig in die Zukunft investiert. Die Koalition findet das natürlich gar nicht, wobei ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka aber auch dem Regierungspartner in Sachen Pensionen auf die Füße trat.

Denn einmal mehr drängte der Fraktionschef der Volkspartei darauf, bei den Pensionen weitere Einschnitte vorzunehmen, was von der SPÖ traditionell nicht gerne gehört wird. Davon unbeeindruckt erkannte Lopatka "dringenden Handlungsbedarf", speziell bei den Sonderpensionen und dabei im besonderen bei den ÖBB. Auch beim Arbeitsmarkt, den Förderungen und in der Verwaltung will der schwarze Klubchef Effizienzsteigerungen.

Verweis auf schwierige Rahmenbedingungen

Dass man überhaupt einen Finanzrahmen zusammengebracht hat, der ein strukturelles Nulldefizit darstellen kann, freute den ressortzuständigen Finanzminister. Hans Jörg Schelling (ÖVP) wies auf die schwierigen Rahmenbedingungen durch schwaches Wachstum und Gegenfinanzierung der Steuerreform hin und lobte sich gleich auch noch dafür, dass trotz all dem nicht nur gespart sondern auch offensiv investiert werde.

Dabei verwies Schelling auf die Zusatzausgaben etwa in den Bereichen Sicherheit und Wissenschaft, sowie auf den Breitbandausbau. Versichert wurde vom Finanzminister, dass die deutlich höheren Ausgaben für die Flüchtlingsversorgung durch den starken Anstrom von Asylwerbern eingetaktet seien. Für das Budget, das er am 14. Oktober auf Basis des Finanzrahmens vorlegen wird, "versprach" der Finanzminister, dass dies kein Wohlfühlbudget sein werde.

Auch SPÖ-Klubchef Andreas Schieder war es wichtig zu betonen, dass der Budgetkurs der Regierung es ermögliche, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Offensiv-Akzente zu setzen. Er erwähnte den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichten und die 24-Stunden-Betreuung.

Staatssekretärin Sonja Steßl (SPÖ) unterstrich, dass man nicht mit dem Rasenmäher vorgehe. So seien Förderungen für den Arbeitsmarkt und die Forschung von den Kürzungen ausgenommen. Wiederholt würdigte Steßl, dass es trotz Budgetdisziplin gelungen sei, eine Steuerentlastung vor allem zu Gunsten der Arbeitnehmer auf den Weg zu bringen.

Opposition mit Vorlage unzufrieden

Wesentlich kritischer sah die Opposition das ganze. So meinte etwa der freiheitliche Budgetsprecher Elmar Podgorschek, dass die Gegenfinanzierung der Steuerreform nur auf Sand gebaut sei. Echte Reformen gehe die Koalition ohnehin nicht an. So sei etwa die Transparenzdatenbank bis heute eine leere Hülle.

Grünen-Budgetexperte Bruno Rossmann kritisierte einen Mangel an Offensivmaßnahmen. Eine ausreichende Dotierung der Zukunftsbereiche bleibe auf der Strecke und die Massen-Arbeitslosigkeit werde einfach ignoriert. Mit diesem eingeschlagenen Weg werde Österreich auf der Kriechspur bleiben.

Ebenfalls nicht gerade zuversichtlich blickte Robert Lugar vom Team Stronach in die Zukunft, hält er die Ankündigungen der Regierung doch für nicht glaubwürdig. So sei bei den Förderungen in den letzten sechs Jahren nichts passiert und im Pensionsbereich gebe es schon wieder Zuwachs. Der ÖVP unterstellte er speziell im öffentlichen Bereich eine Doppelstrategie. Sie sage, wo die Probleme seien und verhindere gleichzeitig, dass diese angegangen würden.

NEOS-Klubchef Matthias Strolz attestierte Schelling immerhin, ambitionierter als seine Vorgänger zu sein, "aber nicht ambitioniert genug". Jedes Jahr würden neue Schulden gemacht und SPÖ und ÖVP betrieben weiter ungeniert Klientelpolitik. Generationengerechte Reform fielen hingegen aus. Dass die heute Jungen nicht den Wohlstand ihrer Eltern erreichen würden, sei kein Naturgesetz sondern dem Agieren dieser Bundesregierung geschuldet.

Kommentare

carlos58

Typisch ÖVP, statt Korruption aufklären, Leute die ein Leben lang gearbeitet haben noch abzocken! Schämt ihr euch eigentlich nicht,
ihr korrupten Schweine!

Typisch ÖVP!
Jene Arbeitnehmer die ihr gesamtes Leben gearbeitet und Steuern gezahlt haben sollen am Lebensende nochmals abgezockt werden!
90% der Bauern zahlen, dank ÖVP, weiterhin nur 200.- Steuern im Jahr.
Es vergeht keine Woche wo die "arbeiterfeindliche" ÖVP nicht wieder auf die Arbeitnehmer eindrischt. Herr Lopatka ist ebenfalls ÖAAB Arbeitnehmervertreter.

Seite 1 von 1