Natascha Kampusch von

Kröll-Bruder wird überprüft

Mögliches Verfahren wegen Anstiftung zum Amtsmissbrauch gegen Bruder des Ermittlers

Natascha Kampusch - Kröll-Bruder wird überprüft © Bild: APA/EPA

"Wir prüfen, ob ein Ermittlungsverfahren wegen Anstiftung zum Amtsmissbrauch gegen ihn eingeleitet wird." Das sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt, Ernst Habitzl, zur APA. Gemeint ist der Bruder von Oberst Franz Kröll, des durch Selbstmord aus dem Leben geschiedenen Ermittlers im Fall Natascha Kampusch.

Hintergrund der Überprüfung sind die Privatnachforschungen eines Wiener Polizisten und FPÖ-Gemeinderats in einer niederösterreichischen Schule, um DNA-Proben eines Mädchens im Zusammenhang mit dem Fall Kampusch zu beschaffen.

Fünfstellige Summe in Aussicht?
Wie das ORF-Ö1-Morgenjournal unter Berufung auf den SMS-Verkehr des mittlerweile suspendierten Wiener Beamten berichtete, soll der Bruder des verstorbenen Kampusch-Ermittlers den Polizisten mit den Erhebungen in der Schule beauftragt haben. Mit dem DNA-Material sollte das durch nichts bewiesene Gerücht überprüft werden, Kampusch habe in ihrer acht Jahre dauernden Gefangenschaft ein Kind zur Welt gebracht. Laut "Ö1" geht aus den SMS auch hervor, dass der Bruder von Franz Kröll dem Polizisten eine fünfstellige Summe in Aussicht gestellt haben soll. Nach wie vor ist der Angehörige überzeugt, dass Franz Kröll ermordet wurde.

Kein Verfahren gegen Rzeszut
Der Bruder soll dem Radiobericht zufolge bereits zugegeben haben, Auftraggeber für die Nachforschungen gewesen zu sein. Der Polizist habe in der Schule nichts verheimlicht, deshalb sei das auch kein Amtsmissbrauch gewesen. Aus den SMS geht laut "Ö1" auch hervor, dass der Wiener Polizist den ehemaligen OGH-Präsidenten Johann Rzeszut als Auftraggeber vorgeschoben habe. "Habe mir gedacht, Dr. Rzeszut greifen die Medien nicht an", soll der suspendierte Beamte geschrieben haben. Das bestätigte indirekt Ernst Habitzl: "Es gibt kein Ermittlungsverfahren gegen Dr. Rzeszut, weil kein Anfangsverdacht gegen ihn gegeben ist."

Polizist bestreitet SMS-Versendung
Laut "Ö1"-Mittagsjournal hat der suspendierte Wiener Polizist am jedoch bestritten, SMS von einem Wertkartenhandy verschickt zu haben, mit denen er sich selbst belastet habe, bestechlich zu sein. Darüber hinaus habe er den Bruder des durch Selbstmord aus dem Leben geschiedenen Kampusch-Ermittlers Franz Kröll noch nie gesehen oder mit ihm gesprochen.

Der Polizist gab an, eine Verleumdungsklage zu überlegen. Auch der Bruder von Franz Kröll wies die Vorwürfe zurück. Dem Radiobericht zufolge habe er das sinngemäß als fingiert und inszeniert bezeichnet; er hätte sich nur zum Schein selbst belastet.

Kommentare

Ignaz-Kutschnberger

Höhere Mathematik Sorry, das verstehe ich jetzt nicht ganz... Jemand belastet sich nur zum Schein selber??... Was soll denn das für einen Sinn machen??... Also schön langsam zweifle ich wirklich an der Intelligenz von so manchem hier in diesem Lande!!

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