Song Contest von

Natalia Kelly fährt nach Malmö

18-jährige Schülerin setzt sich beim Vorentscheid gegen vier Konkurrenten durch

  • Natalia Kelly nimmt für Österreich am Song Contest 2013 teil.
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    Natalia Kelly fährt für Österreich zum Song Contest 2013.

  • Natalia Kelly nimmt für Österreich am Song Contest 2013 teil.
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    Die Freude über den Sieg ist groß. Die Gewinnerin kann ihr Glück kaum fassen.

Einen Tag, nachdem Deutschland mit Cascada eine Dancefloor-Nummer zum Kandidaten bestimmt hat, hat sich Österreich am Freitagabend für die 18-jährige Natalia Kelly als heimische Vertreterin für den Eurovision Song Contest 2013 im schwedischen Malmö entschieden. Bei der Ausscheidungsshow "Österreich rockt den Song Contest" auf ORF eins, die in altbewährter Weise von Mirjam Weichselbraun und Andi Knoll moderiert wurde, konnte sich die jüngste Kandidatin im Feld mit der Nummer "Shine" durchsetzen. Die Entscheidung wurde je zur Hälfte vom Publikum und einer international besetzten Fachjury getroffen.

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Mit durchaus mächtiger Stimme wartete die Schülerin auf. Die 18-Jährige überzeugte mit ihrer Nummer "Shine" aus dem R'n'B-Bereich, an der sie selbst mitgeschrieben hat. Auch textlich scheint der Siegertitel geradezu für den Song Contest prädestiniert, handelt er doch vom An-sich-selbst-Glauben.

Zuschauer voteten für Kelly

Hatte die Fachjury noch knapp die 31-jährige Soulsängerin Yela mit "Feels Like Home" vorne gesehen, brachte das Zuschauervotum die in den USA geborene Kelly dann auf Platz 1. Yela konnte sich somit nicht das begehrte Ticket für Schweden sichern. Mit kraftvoller Stimme besang sie in relaxter Weise Heimatgefühle - zumal die gebürtige Wien-Leopoldstädterin mittlerweile in New York lebt.

Auch Falco Luneau schaffte es nicht, seinen in klassischer Song-Contest-Diktion gehaltenen "Rise Above the Night" in ein Ticket nach Malmö umzumünzen. Der 28-Jährige Vorarlberger mit "Starmania"-Erfahrung, der derzeit als Singer-Songwriter in den Niederlanden lebt, begeisterte dennoch das Studio im ORF-Zentrum mit charismatischem Auftritt. Ebenso war der 21-jährige Grazer Elija einst beim "Austrian Newcomer Award" erfolgreicher als bei "Österreich rockt den Song Contest". Mit seinem selbstkomponierten "Give Me a Sign" verpasste er den 1. Platz klar.

Nur eine Band in der Vorentscheidung

Die einzige Gruppe im Aufgebot, The Bandaloop, setzte hingegen mit "Back to Fantasy" bei ihrem ersten Fernsehauftritt auf Elektro und härteren Synthesizer. Der 27-jährige Mike Blitz, der 32-jährige Justin Case und die 34-jährige Barca Baxant trafen mit ihrer Performance im Grenzbereich von Trance, Elektropop und Partyhymne aber ebenfalls nicht den Mehrheitsgeschmack des Publikums.

Für die Auswahl der fünf Künstler hatte diesmal zentral der renommierte Musikproduzent Thomas Rabitsch verantwortlich gezeichnet, der im Auftrag des ORF die heimische Musikszene nach möglichen Kandidaten durchforstete. Die konkrete Festlegung auf die fünf Musiker und Musikgruppen trafen Rabitsch und die ORF-Redaktion dann gemeinsam.

Internationale Jury

Ebenfalls ein Novum stellte die mit renommierten Vertretern der Musikbranche besetzte, internationale Jury beim österreichischen Entscheid dar. Unter anderen waren Serbiens einstige ESC-Gewinnerin Marija Serifovic und Gerd Gebhardt als Mitbegründer des Musikpreises Echo aus Deutschland nach Wien gekommen, um über die Kandidaten zu richten. Das Votum der Experten wurde gleichbedeutend mit dem Publikumsentscheid gewertet.

Bevor über das eigentliche Song-Contest-Lied abgestimmt wurde, hatten zunächst alle fünf Teilnehmer je ein einstiges Song-Contest-Siegerlied in Coverversion präsentiert. The Bandaloop legte eine ganz im eigenen Stil gehaltene Version des ABBA-Klassikers "Waterloo" vor, während Falco Luneau sich von seiner Mutter den Tipp geholt hatte, Johnny Logans "What's Another Year" in rauerer Fassung auf die Bühne zu bringen. Yela hatte sich für die Gute-Laune-Nummer "Love Shine a Light" von Katrina & The Waves entschieden, wohingegen Elija mit dem Vorjahrshit "Euphoria" der Schwedin Loreen wohl die gewagtestes Wahl getroffen hatte. Natalia Kelly hatte sich die Nummer "Ne partez pas sans moi" ihres Vorbilds Celine Dion für den Beginn herausgesucht.

Strikter Fahrplan für Kelly

Der weiterer Fahrplan für Natalia Kelly ist nach der Entscheidung vom Freitag jedenfalls festgezurrt: Sie wird am 14. Mai im ersten Halbfinale des Song Contests, der heuer unter dem Motto "We are one" steht, gegen 15 weitere Nationen antreten, um eines der zehn Tickets fürs Finale am 18. Mai zu ergattern. Nicht durch diese Prozedur der Halbfinals müssen lediglich die fünf großen Nationen Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien und Großbritannien sowie Gastgeberland Schweden. Insgesamt werden heuer somit 39 Nationen um den Gewinn beim Song Contest rangeln.

Kommentare

wassolldenndas melden

Jaaa super! Endlich singt mal eine Nicht-Österreicherin für Rot-Weiß-Rot! Ein Mädl, das seit vielen Jahren höchstens ein Mal im Jahr in die "Heimat" kommt als Österreicherin zu bezeichnen ist ein starkes Stück. Aber vielleicht ist das das Erfolgsrezept?
Dass jedenfalls in der Expertencrew die falschen Leute sitzen, können wir aus den Erfolgen der vergangenen Jahre ersehen.

Hugo-Boatwisch melden

Eine Amerikanerin singt auf Englisch für Österreich - Heimat bist du großer Töchter! Eine Schande ist das :-(

herstau

Ganz netter Song, gut interpretiert, doch leider nichts Besonderes. Zumindest ist eine gewisse Steigerung zum Vorjahrsflop 'Woki mit deim Popo' zu erkennen. Würde mich nicht wundern, wenn wir damit im allgemeinen Durchschnitt wieder mal untergehen. Kann denn in unserem berühmten Kulturland niemand bessere Lieder schreiben, oder sind da wieder die guten Freunderln am Werk?
Ich finde es äusserst bedauerlich, dass man in Österreich nicht den Mut aufbringt, einen richtig guten deutschsprachigen Song ins Rennen zu schicken. Anscheinend schämen wir uns für unsere Sprache oder wir unterliegen einem starken Minderwertigkeitskomplex. Schade, denn Österreich kann mehr. Lasst mal die richtigen Leute ran.

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