NASA von

ISS wird 2015 zum
Sprungbrett zum Mars

Einjährige Mission soll neue Erkenntnisse auf Leben im All bringen

ISS © Bild: APA/EPA/NASA TV / HANDOUT

Wenn am 27. März der US-Astronaut Scott Kelly und sein russischer Kollege Michail Kornijenko zur Internationalen Raumstation (ISS) aufbrechen, dann werden sie dort länger bleiben, als alle anderen Astronauten seit Ende der 1990er-Jahre. Von der einjährigen Mission erhofft sich die Forschungs-Leiterin der NASA für die ISS, Julie Robinson, auch wertvolle Aufschlüsse für künftige Mars-Flüge.

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"Am ersten Tag einer Mission zum Mars fühlt man sich als Astronaut wahrscheinlich sehr gut, die Frage ist aber, wie man sich an Tag 300 im Weltall fühlt", sagte Robinson gestern, Mittwoch, Abend bei einem Vortrag in Wien. Man wisse mittlerweile sehr viel darüber, was mit dem menschlichen Körper geschieht, wenn man wie üblich ein halbes Jahr auf der ISS bleibt - aber darüber hinaus fehle es an Erfahrung und wissenschaftlichen Daten. Das soll sich ändern, wenn die beiden sehr erfahrenen Astronauten im März 2016 wieder in der kasachischen Wüste landen.

Klar sei, dass ein ungefähr neun Monate dauernder Mars-Flug in Schwerelosigkeit und eine "vermutlich raue Landung" dort extreme Belastungen mit sich bringen, erklärte Robinson. Zu den körperlichen Strapazen kommen psychologische Belastungen: Man müsse mit Menschen auf engstem Raum zusammenarbeiten und leben, die man sich nicht aussuchen kann. Mit zunehmender Flugdauer dauert - ob der größeren Entfernung - auch die Kommunikation mit der Erde länger. Isolation und Einsamkeit sind laut Robinson nicht zu vernachlässigende Faktoren: "Ein russischer Kollege hat mir einmal gesagt, solche Missionen haben die besten Zutaten für einen Mord".