Nairobi von

Pipeline-Explosion

Mehr als hundert Menschen wurden in Kenia getötet. Opfer seien im Feuer verbrannt.

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    Das Ausmaß der Katastrophe ist nur zu erahnen.

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    Überall ist Rauch. Überall sind verzweifelte Menschen.

Mindestens 120 Menschen verbrannten in Nairobi hilflos, als eine Pipeline in einem Armenviertel explodierte. Zeugen erzählten, ein Leck habe zu einer Explosion geführt. Anschließend habe sich das Feuer rasend schnell ausgebreitet. Die Menschen hätten keine Chance gehabt zu fliehen. Kenianische Medien berichteten, viele Menschen seien in dem Flammeninferno bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

Zahlreiche Verletzte wurden in das Kenyatta National Hospital gebracht. Das Krankenhaus rief dringend zu Blutspenden auf, um den Menschen helfen zu können. Die Ursache des Unglücks ist noch unklar.

Nach Angaben der Radiostation Capital FM versuchten Anrainer, an Brennstoff aus der leckenden Pipeline zu gelangen, als es zur Explosion kam. Unklar war, ob die Pipeline Öl oder Treibstoff enthielt. Das Unglück ereignete sich im Industriegebiet Lunga Lunga, das in dem dicht besiedelten Sinai-Slum liegt. Der britische Sender BBC zeigte Bilder von dichtem Rauch und von verkohlten Hütten.

Streichholz führt zur Katastrophe
Wie BBC weiter berichtete, soll die Pipeline in der Nähe des Slums leckgeschlagen sein, so dass Treibstoff in die Abwässerkanäle lief. Dort hätten Menschen dann versucht, den Brennstoff abzutransportieren. Jemand soll ein Streichholz angezündet haben, so dass es zur Explosion kam, sagte der BBC-Reporter im Fernsehen.

Die Region wurde weiträumig abgesperrt und umliegende Gebäude evakuiert. Der Slum mit mehreren hunderttausend Einwohnern verläuft zu beiden Seiten einer Pipeline der staatlichen "Kenya Pipeline Company". Das Unternehmen hatte in der Vergangenheit mehrfach versucht, das Armenviertel räumen zu lassen.

Pipeline-Unfälle an der Tagesordnung
Explosionen an afrikanischen Pipelines für Öl und Benzin haben in den vergangenen Jahren tausende Menschenleben gekostet. Häufig bohren Anrainer Löcher in die Rohre und schöpfen hinterher den Treibstoff ab. Besonders schwere Katastrophen ereigneten sich vor allem in Nigeria. Eine Auswahl:

Mai 2008: Bei Straßenarbeiten wird eine Pipeline nahe der nigerianischen Stadt Lagos beschädigt. Ein Feuer bricht aus, etwa 100 Menschen sterben in den Flammen.

Dezember 2006: Diebe schlagen Löcher in eine Pipeline in Nigeria, Hunderte Anrainer schöpfen Öl ab. Das Rohr explodiert, mehr als 260 Menschen kommen ums Leben.

Juni 2003: Dorfbewohner zapfen im Südosten Nigerias eine Benzin-Pipeline an. Der Funken eines vorbeifahrenden Motorrads löst einen tödlichen Feuerball aus. Rund 125 Menschen sterben.

Februar 2000: Ein Mann zapft eine Pipeline in Ost-Nigeria an. Er gerät mit einem anderen Mann in Streit und zündet eine mit Öl vollgelaufene Grube an. Durch die Explosion sterben 17 Menschen.

Oktober 1998: Benzin fließt aus einem Pipeline-Leck nahe des nigerianischen Erdölzentrums Warri. Es kommt zur Explosion, knapp 2.000 Menschen verbrennen. Als mögliche Ursachen gelten eine Zigarettenkippe, der Funkenschlag eines Motorrads oder Sabotage.

Juni 1993: Im Norden Angolas setzen Guerillas der Unita mit Artilleriebeschuss die Depots zweier Ölfirmen in Brand. Auslaufendes Öl verursacht eine schwere Ölpest vor der Nordküste.

Unfallort Kenia/Nairobi:


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