Heimatstadt Mannheim von

Naidoo irritiert mit
Auftritt vor rechter Szene

Es sei eine spontane Aktion gewesen, er habe für den Frieden werben wollen

Xavier Naidoo © Bild: Getty/Lohnes

Schon wieder Wirbel um Popsänger Xavier Naidoo: Der 43-Jährige ist mit einem Auftritt vor rechtsgerichtetem Publikum am Tag der Deutschen Einheit auf Unmut in seiner Heimatstadt Mannheim gestoßen. "Ich bedaure diese Entwicklung sehr", sagte Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) dem "Mannheimer Morgen".

Naidoo sei ein sozial und für die Stadt engagierter Künstler. "Er stellt sich mit seinen politischen Äußerungen ins Abseits und in die Nähe von Personen, wo er meines Erachtens nicht hingehört", so Kurz. Naidoo vertrete im Einzelnen radikal libertäre, anti-staatliche Positionen, mit denen sich Mannheim als Stadt nicht identifizieren könne.

Spontane Aktion

Der Sänger hatte am vergangenen Freitag bei einer Demonstration der sogenannten Reichsbürger vor dem Reichstagsgebäude in Berlin gesprochen. Diese lehnen die staatliche Ordnung in Deutschland ab. Er selbst hatte seinen Auftritt zuvor verteidigt. Es sei eine spontane Aktion gewesen, sagte er laut Management am Dienstag in Tirol. "Ich war alleine mit meinem Fahrrad und bin im Regierungsdistrikt rumgefahren. Die Menschen haben mich, als ich im Publikum stand, angesprochen, ob ich etwas sagen möchte, und das habe ich getan", sagte er. Er habe für den Frieden werben wollen.

Zugleich grenzte er sich von rechtem Gedankengut ab: Er sei weder homophob noch rechtsradikal. Er selbst habe Morddrohungen aus der rechten Szene bekommen, als er Rock gegen Rechts gemacht habe.

Naidoo verteidigt sich

Auch im Interview des Südwestrundfunks (SWR) verteidigte sich Naidoo am Donnerstag. Er meinte: "Ich möchte auf Menschen zugehen. Auch auf "Reichsbürgern". Auch auf die NPD. Das ist mir alles Wurst." "Die Frau Merkel kann sich auch nicht aussuchen, ob sie vor den Linken oder vor irgendjemandem spricht. Sie muss als Bundeskanzlerin vor allen sprechen", sagte Naidoo dem SWR-Politikmagazin "Zur Sache Baden-Württemberg!". Er behalte sich das Recht vor, sich "systemkritisch" zu äußern. "Und deswegen musste ich zu beiden Veranstaltungen hingehen - zu den Menschen der Mahnwachen und zu den Menschen, die sich "Reichsbürger" nennen, weil es sind alles Systemkritiker so wie ich. Wir brauchen diese Meinungsfreiheit, um unsere doch nicht ganz massentaugliche Meinung zu sagen."

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