Nahost-Konflikt von

"Gaza plattmachen"

Gilad Sharon, der Sohn des Ex-Premiers, will hartes Vorgehen gegen die Hamas

Nahost-Konflikt - "Gaza plattmachen" © Bild: ABBAS MOMANI/AFP/Getty Images

"Wir müssen ganze Viertel einebnen, möglicherweise sogar den ganzen Gazastreifen. Es darf keine Elektrizität mehr geben, kein Benzin und keine Fahrzeuge dürfen mehr unterwegs sein." Mit diesen harten Worten plädierte der Sohn des früheren Premierministers, Gilad Sharon, ein Aktivist der oppositionellen Kadima-Partei, in einem Gastkommentar in der "Jerusalem Post" für ein hartes und rücksichtsloses Vorgehen gegen die Hamas. Unterdessen gehen auch am siebenten Tag in Folge die israelischen Angriffe auf Ziele im Gazastreifen weiter, während aus dem Palästinensergebiet immer wieder Raketen auf Israel abgefeuert werden.

Für Sharon ist klar, dass die Bewohner des Gazastreifens nicht unschuldig seien. Immerhin hätten sie die Hamas gewählt, die beständig Raketen auf Israel abfeuert. Israel könne es umgekehrt nicht hinnehmen, dass unschuldige Zivilisten zum Opfer von Raketen aus dem Gazastreifen werden. Kein Staat der Welt würde das hinnehmen.

Er plädiert dafür, die Operation diesmal nicht vorzeitig einzustellen und einen Waffenstillstand zu schließen, sondern aufs Ganze zu gehen. "Als die Japaner nach Hiroshima nicht aufhörten zu feuern, folgte Nagaskai", auch Israel dürfe diesmal nicht klein beigeben. Die Bilder, die sich dann in Gaza bieten würden, seien möglicherweise verstörend, aber es schone langfristig das Leben israelischer Soldaten und Zivilisten. Über die Verluste im Gazastreifen verliert er hingegen kein Wort.

Heftige internationale Kritik

Seiner Meinung nach darf man diesmal keinen Mittelweg gehen. Entweder die Einwohner Gazas würden den Preis für ihre Handlungen bezahlen oder man müsse das gesamte Gebiet erneut besetzen, um den Abschuss von Raketen zu unterbinden. Die Maßnahmen müssten schnell erfolgen, da mit jedem Tag der internationale Druck größer werde, einen Waffenstillstand zu schließen. Deshalb solle nun ein rasches Ende der Aktionen mit einem Knall anstatt mit Gewinsel erfolgen.

Der Kommentar von Giald Shalid ist natürlich primär seine Privatmeinung. Ohne Bedeutung sind die Worte des Sohns des immer noch populären Ex-Premiers jedoch nicht. Zahlreiche internationale und US-Kommentatoren kritisierten den Kommentar und die Entscheidung der "Jerusalem Post" jedenfalls entschieden. Die mehr oder weniger explizite Aufforderung, den Gazastreifen niederzubomben, stieß auf teils heftige Ablehnung. Auch die Uneindeutigkeit, ob Sharon einen Atomangriff auf Gaza befürworte, sorgte für heftige Empörung.

Blutvergießen geht weiter

Die palästinensische Nachrichtenagentur Maan meldete in der Nacht zum Dienstag schwere Explosionen aus dem gesamten Gazastreifen. Israelische Medien berichteten von anhaltendem Raketenbeschuss. Die diplomatischen Bemühungen um eine Waffenruhe und die Beendigung des Blutvergießen laufen unterdessen weiter auf Hochtouren.

Die USA verlegten drei Kriegsschiffe ins östliche Mittelmeer, um notfalls US-Bürger aus dem Krisengebiet in Sicherheit bringen zu können. Es handle sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, berichtete der US-Sender CNN.

Netanyahu versammelte am Montagabend seine engsten Minister um sich, um über den Fortgang der Militäroperation im Gazastreifen und eine mögliche Bodenoffensive zu beraten. Nach Angaben des israelischen Rundfunks sind bereits etwa 40.000 Reservisten einberufen worden.

UNO versucht zu deeskalieren

In New York kam der UNO-Sicherheitsrat erneut zu kurzfristig einberufenen Beratungen über die Lage im Nahen Osten zusammen. Dabei sei das Gremium von der politischen Abteilung der Vereinten Nationen über die aktuelle Entwicklung informiert worden, sagte der deutsche UN-Botschafter Peter Wittig im Anschluss. "Die Mitglieder haben sich dafür ausgesprochen, dass die gefährliche Situation so schnell wie möglich deeskaliert werden muss." Das Gremium arbeite derzeit an einer gemeinsamen Erklärung.

Kommentare

Wenn der saubere Herr das alles schon verlangt dann muss er persönlich im Gegenzug sicherstellen dass die zivile Bevölkerung von den Massnahmen nicht zu hart getroffen wird - alles andere wäre ein schweres Verbrechen.
Aber im Ernst, mich lässt das Gefühl nicht los dass dieser Mann genau sowas wünscht. Genozid an den Palästinensern.
Den dann wäre "das Problem" ja beseitigt, oder?

melden

"Israel ist ein terroristischer Staat" meint Erdogan. Ohne die während Jahrzehnten und weiterhin überwiesenen Milliardenbeträge (auch durch hier Sozialhilfe beziehende türkische Bürger) der EU und insbesondere Deutschlands an die TR, wäre dieses Land längst wirtschaftlich wie gesellschaftlich zusammengebrochen. Die nun angeschlagenen Töne der TR sind doch an Überheblichkeit und Selbstüberschätzung

wintersun melden

Ach so, und was ist mit den von Deutschland an Israel geschenkten U-Booten welche den Steuerzahler Milliarden kosteten? Wer wurde da gefragt? Der Deutsche Steuerzahler ist halt in beiden Fällen der Trottel, so sehe ich das...

Kesi Comment
Kesi Comment melden

Keinen Durchblick haben und groß mitreden wollen!!
Die türkischen Bürger die in Deutschland gearbeitet haben, habe genau so ein Recht auf Sozialhilfe wie alle anderen Bürger. Oder sind sie Ihrer Meinung nach Bürger 2.Klasse? Ausserdem haben nicht die Gastarbeiter die Gesetzte gemacht, sondern die deutschen Politiker selbst.
Und was glauben Sie was Deutschland mit der Türkei verdient?! Nichts?!

wintersun melden

Ich persönlich meinte mit "beiden Fällen" die U-Boot-Geschenke Deutschlands und zum zweiten türkische bzw. türkischstämmige Sozialschmarotzer, wobei dies mit Sicherheit nicht einmal annähernd die Summe der U-Boote ausmacht was dem Steuerzahler "entgeht". Aber ich sage auch nicht das es sowas nicht gibt. Auf die weiteren Punkte gehe ich nicht ein da dies niemals Gegenstand der Diskussion meinerseits war.
Auf eine Antwort vom Poster "über mir" brauchen Sie eher nicht zu hoffen da sich dieser gegenüber zumindest mir noch nie auf eine Diskussion eingelassen hat sondern meist nur seine Propaganda verbreitet.

Oliver-Berg

Die Gewalt fängt bei beiden Kriegsparteien immer wieder an, weil denen schon lange die Vernunft abhanden gekommen ist. Es ist letztendlich unerheblich, wer den ersten Schuss abgegeben hat.
Frieden kann man im nahen Osten erst dann erwarten, wenn die Amis Israel ihre bedingungslose Unterstützung entsagen. Dann würden sich die Hardliner bei den Israelis auch anders verhalten.

Sogar Anonymous legt Protest ein....wenn das ein Islamischer Staat getan hätte was Israel tut hätten wir hier die ganzen Zombies und Co posten sehen. Blood is not always blood ;-))

Seite 1 von 1