Koalition von

Nahostexpertin Kneissl
will Außenministerin werden

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache habe sie eine Woche nach der Wahl gefragt

Karin Kneissl © Bild: imago/Rudolf Gigler

Während die Koalitionsverhandlungen zwischen Türkis-Blau laufen, gibt die Publizistin und Nahostexpertin Karin Kneissl bekannt, dass sie Außenministerin werden will. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache sei mit der Frage, ob sie diesen Posten bekleiden wolle, an sie herangetreten.

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache habe Kneissl eine Woche nach der Wahl gefragt, bestätigte sie der "Presse" (Samstag-Ausgabe) - "Und ja, ich möchte dieses Angebot als Unabhängige annehmen". Die 52-jährige Juristin und Arabistin war bereits von 1990 bis 1998 im diplomatischen Dienst tätig.

Zuvor gab Strache bekannt, dass er nicht nur das Innenministerium für seine Partei, sondern auch das Finanzressort und das Außenministerium möchte. Wenn man die Ressorts "auf Augenhöhe" verteile, wäre es "logisch", dass wenn eine Partei den Bundeskanzler stellt die andere das Finanzministerium bekommt, sagte er Donnerstag im oe24.tv-Interview.

Ferrero-Waldner: Außenministerium nicht der FPÖ überlassen

Zuletzt appelierte die sanktionserprobte Ex-Außenministerin Benita Ferrero-Waldner eindringlich an die ÖVP, das Außenministerium nicht der FPÖ zu überlassen. Künftiger Außenminister solle jemand sein, "der Vertrauen hat beziehungsweise Vertrauen schaffen kann", sagte Ferrero-Waldner. Schließlich gehe es um eine Koalition, "die nicht so selbstverständlich ist in Europa".

"Du kannst nur gestalten, wenn Du Vertrauen hast oder aufbaust", betonte Ferrero-Waldner. Dies wisse sie "aus meiner eigenen Erfahrung", sagte sie in Anspielung auf die Sanktionen der damals 14 EU-Partner gegen die schwarz-blaue Regierung im Jahr 2000. "Weil es Vertrauen braucht, um gute Außenpolitik zu machen, wäre ich dafür, dass dieses Amt eine ÖVP-Persönlichkeit hat."

"Geeignet oder nicht, das ist überhaupt nicht die Frage", sagte Ferrero-Waldner auf eine Frage zum als Ministeranwärter kolportierten FPÖ-Vizechef Norbert Hofer. Sie spreche keinem potenziellen FPÖ-Kandidaten die Eignung für den Posten ab. Es gehe aber um "Außenwahrnehmung" und "Vertrauensbildung", betonte die Ex-Außenministerin auch unter Verweis auf die österreichische EU-Ratspräsidentschaft im kommenden Jahr, bei der der Außenminister "enorm gefordert" sei.

Kommentare

das halte ich für eine gute Idee. Bravo.

Seite 1 von 1