Nahost von

Neuer Anlauf für Frieden

Israelis und Palästinenser trafen sich als Vorbereitung zur Wiederaufnahme der Gespräche

Nahost - Neuer Anlauf für Frieden © Bild: APA/EPA

Erstmals seit September 2010 haben sich Vertreter Israels und der Palästinenser zu offiziellen Gesprächen getroffen. Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erakat und der israelische Sondergesandte Yitzhak Molcho trafen sich mit dem jordanischen Außenminister Nasser Jawdeh und Vertretern des Nahostquartetts in der Hauptstadt Amman. Die Gespräche seien "positiv" verlaufen, so Jawdeh.

Nach Angaben der jordanischen Nachrichtenagentur Petra sprach Jawdeh zuvor mit den Abgesandten des Nahostquartetts aus UNO, USA, EU und Russland. Es handle sich aber nur um ein Vorgespräch und nicht um eine Rückkehr an den Verhandlungstisch, wurden beide Seiten nicht müde zu betonen.

Laut Abbas nur Annäherung
Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas erklärte, die Palästinenser seien nur zu einer Wiederaufnahme der Gespräche bereit, wenn Israel den Siedlungsbau in den besetzten palästinensischen Gebieten einstelle. Bei dem Treffen in Amman geht es nach Darstellung von Abbas zunächst nur darum, eine Annäherung der Positionen zu erreichen, um die Bedingungen für die spätere Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen zu schaffen.

Jordaniens Außenminister Jawdeh sprach nach dem Treffen mit Unterhändlern beider Seiten von einer "Serie von Gesprächen", die geplant sei. Die ersten Gespräche seit mehr als 15 Monaten seien "positiv" verlaufen. Beide Seiten wollen die Gespräche fortsetzen.

"Positive Entwicklung"
Der israelische Vize-Regierungschef Dan Meridor sagte, es handele sich um eine "positive Entwicklung", da die Palästinenser das erste Mal seit langem wieder ohne Vorbedingungen zu Gesprächen bereit seien. Zugleich betonte er, Israel werde seine Position erst bei der Rückkehr an den Verhandlungstisch benennen.

Kritik am Treffen
Mehrere Palästinensergruppen übten Kritik an dem Treffen. Die im Gazastreifen regierende radikalislamische Hamas forderte einen Boykott des Treffens mit dem israelischen Vertreter, während die linksnationalistische Volksfront für die Befreiung Palästinas die Initiative als "fatalen Fehler" bezeichnete. Die jordanischen Muslimbrüder, die größte Oppositionspartei im Land, kritisierten die Regierung für ihre Gastgeberrolle.

Kommentare

Auch dieser dieser Versuch wieder ins Gespräch unter Israelis und Palästinenser werden die radikalen Islamisten mit Bombenanschlägen wieder zunichte machen. Solange die Palästinenser nicht selber gegen ihre eigenen Radikalen rigoros vorgehen wird Friede kaum Einzug halten in Nahost.

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