Nahost-Konflikt von

Gefangenenaustausch steht bevor

Israelischer Soldat Gilad shalit soll am Dienstag in die Heimat zurückkehren

Nahost-Konflikt - Gefangenenaustausch steht bevor © Bild: Reuters

Nach fast fünfeinhalb Jahren Gefangenschaft im Gazastreifen soll der israelische Soldat Gilad Shalit am Dienstag in seine Heimat zurückkehren. Der israelische Rundfunk meldete am Montag, wenn alles nach Plan verlaufe, solle der 25-Jährige bis Dienstagnachmittag wieder zu Hause sein.

"Das Wohl eines jeden Soldaten ist wie das Wohl des ganzen Staates Israel", sagte Staatspräsident Peres zu dem erwarteten Gefangenenaustausch, bei dem zunächst 477 palästinensische Häftlinge freikommen sollen. Laut Rundfunkberichten soll ein Teil der Gefangenen am frühen Dienstag vom Keziot-Gefängnis aus in Bussen zum Übergang Kerem Shalom an der Grenze zum Gazastreifen gebracht werden. Andere Häftlinge, die in das Westjordanland zurückkehren, sollten zum Übergang Beitunia gefahren werden.

Gerichte prüfen Freilassung
Das Oberste Gericht Israels muss zuvor noch über vier Klagen gegen den umstrittenen Gefangenenaustausch mit der radikalislamischen Palästinenser-Organisation Hamas beraten. Die Terroropfer-Organisation Almagor sowie drei weitere Kläger warnen, die Freilassung von mehr als tausend palästinensischen Häftlingen für Shalits Freiheit sei unproportional und gefährde die Sicherheit israelischer Bürger, weil sie zu neuen Anschlägen oder Entführungen ermutigen könne. Noam Shalit, der Vater des entführten Soldaten, ist bei der Beratung anwesend. Die Mutter Aviva Shalit hatte am Sonntag gewarnt, jeder Aufschub des Gefangenenaustauschs könne das Leben ihres Sohnes gefährden.

Der Häftlingsaustausch wird von einer großen Mehrheit der Israelis befürwortet. Dies geht aus einer Meinungsumfrage hervor, die die israelische Zeitung "Yedioth Ahronoth" am Montag veröffentlichte. 79 Prozent der Befragten sprachen sich für den Tausch von insgesamt 1.027 Palästinensern gegen Shalit aus. Ungeachtet des hohen Preises waren nur 14 Prozent der Befragten dagegen. 50 Prozent der Umfrageteilnehmer meinten, sie hätten nach der Freilassung von Terroristen die Sorge, israelische Bürger könnten Anschlägen zum Opfer fallen.