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Israel bombardiert Gazastreifen

Ein Verletzter. Streit um vereinbarte Häftlingsfreilassung geht weiter.

Blick auf den Gaza-Streifen. © Bild: imago/Xinhua

Die israelische Armee hat erneut Ziele im Gazastreifen bombardiert. Eine Armeesprecherin in Tel Aviv bestätigte am Freitag, in der Nacht seien zwei Ziele im mittleren und nördlichen Teil des Palästinensergebiets angegriffen worden. Es handle sich um Einrichtungen zur Herstellung und Lagerung von Waffen. Nach palästinensischen Angaben wurde dabei ein Mensch verletzt.

Militante Palästinenser hatten zuvor eine Rakete auf die israelische Küstenstadt Ashkelon abgefeuert. "Wir werden tägliche Aggressionen nicht dulden", sagte Armeesprecher Peter Lerner.

Nach tödlichen Schüssen auf einen Israeli aus dem Gazastreifen hatte die israelische Luftwaffe am Dienstag mehrere Ziele in dem Palästinensergebiet bombardiert. Dabei wurden ein Kleinkind getötet und mindestens sechs Menschen verletzt.

Warnung vor Verschiebung vereinbarter Häftlingsfreilassung

Die Palästinenserbehörde warnte unterdessen dringend vor einer Verschiebung der für Sonntag vereinbarten Freilassung palästinensischer Langzeithäftlinge. Israel werde die Konsequenzen für jegliche Verzögerung tragen, teilte die Palästinenserbehörde in Ramallah am Freitag mit. Israelische Medien hatten berichtet, ein zuständiger Ministerausschuss werde die Liste mit 26 Namen vermutlich erst am Samstagabend oder Sonntag zur Veröffentlichung freigeben. Danach müssen Angehörige von Opferfamilien 48 Stunden Zeit haben, um vor Gericht Beschwerde einzureichen. Damit wäre erst Montag oder Dienstag mit einer Freilassung zu rechnen.

Das einzige Kraftwerk im Gazastreifen wurde am Freitag erneut heruntergefahren. Die Anlage sei in der Früh abgeschaltet worden, weil nicht genügend Treibstoff aus Israel geliefert worden sei, sagte der stellvertretende Werksleiter. Als Grund nannte er die Schließung des Grenzübergangs Kerem Shalom. Israel hatte diesen nach mehreren Zwischenfällen an der Grenze am Dienstag abgeriegelt.

Das Kraftwerk versorgt etwa ein Drittel der Haushalte im Gazastreifen mit Elektrizität. Nach Angaben der Betreiber wird die Bereitstellung von Strom nun wieder auf sechs Stunden täglich gedrosselt. Wegen Treibstoffmangels stand die Anlage zuletzt von Anfang November bis Mitte Dezember still. In dieser Zeit mussten die Menschen im Gazastreifen bisweilen bis zu 16 Stunden am Tag ohne Strom auskommen. Der Betrieb von Schulen, Krankenhäusern und Unternehmen wurde stark beeinträchtigt.

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