Nahost-Frieden möglich: Israel macht Palästinensern ein Waffenruhe-Angebot

Abbas: Gefangenproblem entscheidend für Lösung Will Verhandlungen unter internationaler Aufsicht

Die Freilassung palästinensischer und libanesischer Gefangener aus israelischer Haft ist nach den Worten des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas von zentraler Bedeutung, um ein Ende der derzeitigen Kämpfe zu erreichen. "Kein israelisch-palästinensisches Friedensabkommen wird erfolgreich sein ohne eine faire Lösung dieses Problems", sagte Abbas der französischen Zeitung "Humanite" laut Vorausbericht vom Sonntag.

"Die Kriegsakte müssen aufhören und es muss sofort ein Prozess politischer Verhandlungen unter direkter internationaler Aufsicht begonnen werden." Dabei müsse auch auf die Freilassung der im Gazastreifen und im Libanon entführten israelischen Soldaten eingegangen werden, sagte Abbas.

Am Wochenende hatten sich Minister mehrerer europäischer Länder in Gesprächen mit Palästinensern und Israelis um eine Beruhigung der Lage bemüht, darunter auch der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Solche Bemühungen müssten insbesondere angesichts der wachsenden Zahl von Zivilisten unter den Opfern der Kämpfe fortgesetzt werden, sagte Steinmeier nach einem Treffen mit Abbas. Extremisten dürfe es nicht gestattet werden, den Prozess im Nahen Osten zu diktieren.

Am Sonntag sollte auch US-Außenministerin Condoleezza Rice in die Region aufbrechen. Sie dürfte am Dienstag zu Gesprächen mit der israelischen Führung zusammenkommen. Diplomaten rechneten nicht mit raschen Ergebnissen. In israelischen Medien hieß es, die Regierung in Washington habe Israel grünes Licht gegeben, die Militäroffensive gegen Ziele der radikal-islamischen Hisbollah im Libanon noch mindestens eine Woche fortzusetzen.

Bei den Kämpfen wurden bisher 360 Libanesen getötet, die meisten von ihnen Zivilisten. Auch 37 Israelis kamen ums Leben, unter ihnen 17 durch von der Hisbollah auf Israel abgefeuerte Raketen.
(apa)