Nahost-Experte warnt vor Terroranschlag: Es wird einen zweiten 11. September geben

Fisk: Araber lassen sich nicht länger unterwerfen "Wachsender Unwille der Araber, sich zu fürchten"

Nahost-Experte Robert Fisk rechnet mit einem verheerendem neuen Terroranschlag. Ein Attentat in der Größenordnung des 11. September 2001 sei in Folge des Libanon-Kriegs möglich.

In einem Kommentar für die britische Zeitung "The Independent" meinte Fisk, der seit Jahrzehnten in der Region lebt und arbeitet, zu den tiefgreifendsten Veränderungen der vergangenen drei Jahrzehnte im Nahen Osten zähle "der wachsende Unwille der Araber, sich zu fürchten. Ihre Führer - unsere 'gemäßigten' prowestlichen Führer wie König Abdullah von Jordanien und Präsident (Hosni) Mubarak von Ägypten - mögen sich fürchten. Ihre Völker tun es nicht."

Wenn einmal die Menschen ihre Angstgefühle verloren hätten, könne man sie ihnen nicht wieder einimpfen, so Fisk. Somit funktioniere die von Israel ständig praktizierte Politik der gewaltsamen Unterwerfung der Araber nicht mehr. "Den Bankrott dieser Politik entdecken die Amerikaner jetzt im Irak."

"Und überall in der moslemischen Welt bekämpfen 'wir' - der Westen, Amerika, Israel - keine Nationalisten, sondern Islamisten. Und wenn ich das Martyrium im Libanon betrachte - die hingeschlachteten Kinder von Kana in Plastiksäcke (...) und Teppiche gehüllt, dann beschleicht mich ein schrecklicher und niederschmetternder Gedanke, Tag für Tag: Es wird einen zweiten 11. September geben", schreibt Fisk. (apa/red)