Nahkampfausbildung: Agiler 80-Jähriger verhinderte durch Faustschlag Bankraub

Drogenabhängiger 40-Jähriger überfiel Wiener Bank

Dank eines schlagkräftigen 80-Jährigen konnte nun ein Banküberfall in Wien-Floridsdorf geklärt werden. Der bewaffnete Täter hatte am 20. April 2006 in einer Filiale der "Erste Bank" in der Prager Straße Geld verlangt, als ein betagter Kunde eingriff. Der offenbar noch sehr agile 80-Jährige stieß den Räuber zur Seite und versetzte ihm eine Ohrfeige, wobei er ihm eine Sonnenbrille vom Gesicht "wischte". Der Kriminelle flüchtete ohne Beute, konnte jetzt aber anhand der verlorenen Brille ausgeforscht werden.

An dieser fanden sich nämlich verwertbare genetische Spuren, die mit der DNA-Datenbank des Bundeskriminalamts abgeglichen wurden. Prompt stieß man auf einen drogenabhängigen 40-jährigen Wiener. Dieser dürfte mit dem gescheiterten Bankraub versucht haben, seine Sucht zu finanzieren. Der dringend Tatverdächtige wurde festgenommen und ins Landesgerichtliche Gefangenenhaus überstellt, wo ihn ein Prozess wegen versuchten schweren Raubes erwartet.

Nahkampfausbildung in "jungen Jahren"
Der couragierte alte Mann hatte sich mit dem halb so alten Täter eine regelrechte Rangelei geliefert. Er selbst war dabei in einen Blumentrog gestürzt, was ihm eine Rippenprellung einbrachte. Befragt zu seinen "Kämpferqualitäten" hatte der 80-Jährige angegeben, er habe in jungen Jahren eine Nahkampfausbildung genossen. "So etwas verlernt man nicht", soll er den ermittelnden Beamten verraten haben.
(APA/red)