Nächster rotweißroter Triumph in Übersee: Schild und Hosp feiern Doppelsieg in Aspen

Slalom: ÖSV-Mädchen weiterhin eine Klasse für sich Hosp übernimmt die Führung im Gesamt-Weltcup

Nächster rotweißroter Triumph in Übersee: Schild und Hosp feiern Doppelsieg in Aspen

Auch das dritte alpine Weltcup-Rennen der Damen hat einen ÖSV-Triumph gebracht: Zwei Wochen nach dem Dreifachsieg in Levi gewann Marlies Schild in Aspen mit dem exakt gleichen Vorsprung von 0,80 Sekunden vor Nicole Hosp auch den zweiten Saisonslalom. Nur dahinter folgte diesmal nicht Kathrin Zettel, sondern die beiden Schwedinnen Therese Borssen und Anja Pärson. Zettel wurde Fünfte. Damit haben Österreichs Ski-Damen erstmals seit 1993 die ersten drei Saisonrennen gewonnen.

Die Königin des noch jungen Winters ist aber zweifellos Schild. Einen Tag nach ihrem bitteren Out nach Zwischenbestzeit im Riesentorlauf kehrte sie mit zwei Laufbestzeiten auf das oberste Siegerpodest zurück. Auch, weil ihr Nervenkostüm deutlich fester geworden ist. "Ich habe gelernt, dass man einem Ausfall nicht lange nachtrauern soll", betonte die 25-Jährige.

Die Parallelen zu Levi waren mehrfach erstaunlich. Schild dominierte trotz einiger Fehler und dichtem Schneetreiben auch in Colorado schon den ersten Lauf und musste dann ihren neunten Weltcupsieg eigentlich nur noch abholen. "Dabei habe ich mich im zweiten Durchgang gar nicht gut gefühlt, bin mir gar nicht so schnell vorgekommen. Der Lauf war brutal schwer gesteckt", schüttelte sie den Kopf über sich selbst.

Der einzige Unterschied zu Levi: Dort hatte die Reihenfolge Schild - Hosp - Zettel gelautet. Die junge Niederösterreicherin, die am Samstag im Aspen-Riesentorlauf ihren ersten Weltcupsieg gefeiert hatte, musste sich diesmal mit Platz fünf begnügen. Michaela Kirchgasser wurde Achte, Hosp "tröstete" sich mit der Führung im Gesamt-Weltcup.

Am obersten Slalom-Podest hat aber derzeit Schild ein Dauer-Abo. Sie ist im Slalom auch durch Fehler nicht zu besiegen. "Im ersten Durchgang war es oben einige Male ziemlich knapp, deshalb habe ich dann sogar zurückgesteckt", gestand die Olympia-Dritte zur Halbzeit trotz Bestzeit im Ziel, wo sie vom U2-Song "Beautiful Day" empfangen worden war.

Und was es für ein wunderbarer Tag wurde für die Salzburger Freundin von Benjamin Raich, die erneut bewies, dass sie dank ihrer Superform auch mit Fehlern und "normalen Fahrten" locker gewinnen kann. Sie machte nicht nur fix, dass die ÖSV-Damen erstmals seit 1993 (zweimal Wachter, einmal Ulrike Maier, alles Riesentorläufe) die ersten drei Saisonrennen gewonnen haben. Mit ihrem achten Slalom-Weltcupsieg holte sie auch Roswitha Steiner (Stadlober) an der Spitze der erfolgreichsten ÖSV-Slalom-Damen ein.

Damit ist das rot-weiß-rote Ski-Traumpaar Schild und Raich im Slalom die Nummer eins in Österreich. Marlies muss sich die Spitzenposition vorerst mit ihrer Salzburger Landsfrau teilen, Raich hatte bereits in Levi mit seinem elften Slalom-Triumph Thomas Stangassinger (10) überflügelt.

Österreichs Ski-Damen sind damit vorerst die ganz klare Nummer eins im Weltcup. Vor den ersten Speed-Rennen in Lake Louise in drei Rennen drei Siege und sieben von neun möglichen Podestplätzen, Vierfachführung im Gesamt-Weltcup, das ist eine gewaltige Ausbeute. Die Genugtuung über den Erfolgslauf schmälert auch das Fehlen der Kroatin Janica Kostelic nicht. "Ich habe im Vorjahr trotz Janica drei Slaloms in Folge gewonnen. Deshalb ist es nicht so, dass Siege jetzt weniger wert sind", hatte Schild schon in Levi gemeint.

Damenchef Herbert Mandl, Former des neuen "Wunderteams", blieb aber realistisch. "Heute im Slalom war zu sehen, dass die anderen schon deutlich stärker geworden sind. Aber insgesamt läuft es natürlich derzeit wirklich sehr, sehr gut."

Endstand des Damen-Slaloms in Aspen:
1. Marlies Schild AUT 1:43,18 51,28 51,90
2. Nicole Hosp AUT 1:43,98 +0,80 52,01 51,97
3. Therese Borssen SWE 1:44,25 +1,07 51,68 52,57
4. Anja Pärson SWE 1:44,30 +1,12 52,27 52,03
5. Kathrin Zettel AUT 1:44,75 +1,57 52,26 52,49
6. Ana Jelusic CRO 1:44,83 +1,65 52,41 52,42
7. Monika Bergmann-Schmuderer GER 1:44,91 +1,73 52,58 52,33
8. Michaela Kirchgasser AUT 1:44,98 +1,80 52,84 52,14
9. Tanja Poutiainen FIN 1:45,16 +1,98 52,31 52,85
10. Sarka Zahrobska CZE 1:45,30 +2,12 52,07 53,23
11. Chiara Costazza ITA 1:45,75 +2,57 53,39 52,36
12. Maria Pietilä-Holmner SWE 1:45,83 +2,65 52,99 52,84
13. Florine de Leymarie FRA 1:46,72 +3,54 54,04 52,68
14. Manuela Moelgg ITA 1:46,86 +3,68 54,32 52,54
15. Vanessa Vidal FRA 1:47,11 +3,93 53,73 53,38
16. Lindsey C. Kildow USA 1:47,18 +4,00 53,87 53,31
17. Veronika Zuzulova SVK 1:47,19 +4,01 54,47 52,72
18. Brigitte Acton CAN 1:47,66 +4,48 54,78 52,88
19. Annalisa Ceresa ITA 1:47,74 +4,56 54,25 53,49
20. Katarzyna Karasinska POL 1:48,51 +5,33 54,96 53,55
21. Eva Kurfürstova CZE 1:49,00 +5,82 55,07 53,93
22. Julia Mancuso USA 1:49,23 +6,05 54,74 54,49
23. Sandrine Aubert FRA 1:49,26 +6,08 55,59 53,67
24. Fanny Chmelar GER 1:49,34 +6,16 55,28 54,06
25. Resi Stiegler USA 1:50,32 +7,14 53,73 56,59
26. Elisabeth Görgl AUT 1:50,37 +7,19 55,68 54,69

Ausgeschieden:

Im 1. Durchgang, u.a.:
Anna Ottosson, Malin Hultdin (alle SWE), Annemarie Gerg, Susanne Riesch, Maria Riesch (alle GER), Anne-Sophie Barthet (FRA)

Im 2. Durchgang:
Andrea Fischbacher (AUT), Aita Camastral (SUI), Kathrin Hölzl (GER), Nicole Gius (ITA)

(apa/red)