Nächster Paukenschlag im Kampf gegen Doping: Walter Mayer wurde festgenommen

Im Zuge des Verdachts gegen verhafteten Rad-Profi<br>Soll EPO bezogen und auch weitergegeben haben Wiener Apotheker in Haft: Lieferte er Dopingmittel?

Nächster Paukenschlag im Kampf gegen Doping: Walter Mayer wurde festgenommen © Bild: APA/Gindl

Die im Jänner im Bundeskriminalamt eingerichtete Sonderkommission für Doping-Verdachtsfälle dringt immer tiefer in den offenbaren Doping-Sumpf in Teilen des österreichischen Sports vor. Ex-ÖSV-Trainer Walter Mayer wurde wegen des Verdachts der Weitergabe verbotener Substanzen festgenommen. Über den Wiener Apotheker, der den Coach und K. versorgt haben soll, wurde wegen des Verdachts der gewerblichen Weitergabe die Untersuchungshaft verhängt.

Auf K. und Mayer sind die Kriminalisten im Zuge der Ermittlungen zum Fall Andreas Zoubek gestoßen. Der Hobby-Triathlet und Arzt soll ebenfalls EPO an Sportler weitergegeben haben, bestreitet dies aber vehement.

Der am 13. März wegen der Weitergabe von Dopingmitteln in U-Haft genommene Radprofi K. ist unterderssen aus dem Gefängnis entlassen worden. Die Staatsanwaltschaft hat einem entsprechenden Antrag zugestimmt. Die zuständige Richterin entschied, den 32-Jährigen gegen Gelöbnis auf freien Fuß zu setzen. Die Ermittlungen gegen den 32-Jährigen laufen weiter.

Hausdurchsuchung
Walter Mayer wurde im Haus seiner Lebensgefährtin, der Marathon-Olympia-Teilnehmerin Eva-Maria Gradwohl, in der Steiermark festgenommen. "Wir haben schon geschlafen, als Polizisten gekommen sind, die mein Haus durchsucht haben. Ich habe mich überhaupt nicht ausgekannt", erklärte die immer noch geschockte Gradwohl. Bei der Durchsuchung sei nichts Belastendes gefunden worden, sagte sie.

Der 52-jährige Mayer, der frühere Erfolgscoach der ÖSV-Langläufer und Biathleten, sei von den Beamten (Gradwohl: "Ich habe nicht einmal gefragt, wer sie überhaupt sind") zur Befragung mitgenommen worden. Mayer sei von jemandem beschuldigt worden, die Beamten hätten ein bestimmtes Datum erwähnt. "Ich habe nachgesehen, an diesem Tag war die Eröffnung meiner Laufarena und da war der Walter den ganzen Tag dabei. Es kann sich nur um einen Irrtum handel", erklärte Gradwohl.

EPO bezogen und weitergegeben?
Gerhard Jarosch, Sprecher der Wiener Staatsanwaltschaft, teilte der APA mit, Mayer werde verdächtigt, Dopingmittel wie EPO bezogen und weitergegeben zu haben.

Der Apotheker wurde laut Jarosch bereits am Wochenende in U-Haft genommen. Der Mann stehe unter dem Verdacht, sowohl den 32-jährigen Radsportler K., als auch Walter Mayer mit EPO und anderen Dopingsubstanzen versorgt zu haben, so der Sprecher. Der Apotheker wird daher der gewerblichen Weitergabe beschuldigt.

K. und Mayer sollen für den weiteren Vertrieb gesorgt haben. Für sie alle gilt die Unschuldsvermutung. K. und Mayer könnten sich nach dem neuen Antidoping-Gesetz der Weitergabe schuldig gemacht haben. Darauf steht eine Höchststrafe von bis zu fünf Jahren Haft. Laut Jarosch gibt es weitere Verdächtige.

"Richtiger und wichtiger Schritt"
Verteidigungs- und Sportminister Norbert Darabos, der oberste Chef des Bundesheer-Angehörigen Mayer, kündigte für den Fall, dass sich der Verdacht bewahrheiten sollte, harte dienstrechtliche Konsequenzen an. "Es ist ein richtiger und wichtiger Schritt der Justiz, hart gegen Doping vorzugehen", erklärte der Minister.

Die Entwicklungen zeigten, dass es Sinn mache, das Strafrecht im Kampf gegen Doping anzuwenden. "Wir brauchen aber noch mehr Möglichkeiten, deshalb werde ich intensiv daran arbeiten, das bestehende Gesetz weiter zu verschärfen", teilte Darabos in einer Aussendung mit.

(apa/red)

Kommentare

Es ist noch nicht lange her... ... da war auf dieser Seite Mayer großer Raum eingeräumt worden um ihm Gelegenheit zu geben, zu sagen, wie unschuldig er doch sei (natürlich gilt für ihn bis zu einem anderem Ergebnis die Unschuldsvermutung). Nun hat es ihn also (zurecht?) auch erwischt. Ich erinnere mich noch, wie er in Paternion in Kärnten laut Presse voll besoffen eine Polizeisperre durchbrach und mit Hilfe eines (windigen?) Advokaten sogar frei ging. Da sieht man wieder was in Österreich zählt. Bist du einer mit einer "blauen" Hose an, verarbeitens dich beim gleichen Delikt, dass du nicht mehr zum Atmen kommst. Hast einen Anwalt, gehen die gleichen Behörden in die Knie als wären diese aus Butter. Soweit ist es in diesem Staat gekommen. Er steht nicht umsonst wegen Korruption ganz vorne in der betreffenden Liste.

Seite 1 von 1