Nächster Paukenschlag in Bundesliga: GAK bekommt alle abgezogenen Punkte zurück!

Einstweilige Verfügung des Landesgerichts in Graz<br>Liga-Vorstand kündigt Einspruch an. Sturm Letzter MITREDEN: Bundesliga nur noch ein Kasperltheater?

Die Tabelle der T-Mobile-Bundesliga wird derzeit auch ohne Spielbetrieb gehörig durcheinander gewirbelt. Auf Grund einer Einstweiligen Verfügung des Landesgerichts für Zivilrechtssachen in Graz muss die Bundesliga dem GAK die abgezogenen 28 Punkte rückerstatten, womit die Grazer auf einmal wieder auf Platz acht rangieren.

Bundesliga-Vorstand Georg Pangl kündigte einen Einspruch an. "Die Bundesliga wird diese Einstweilige Verfügung innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Frist von 14 Tagen beim Landesgericht Graz mittels Rekurs anfechten."

In dieser Causa sei das letzte Wort noch nicht gesprochen, betonte Pangl. "Die Punkte-Rückerstattung ist Fakt, aber auch nur ein Zwischenstand. Wir werden jetzt alle erforderlichen Maßnahmen treffen", versprach der Liga-Vorstand.

Begründung: Schaden von Gläubiger-Interessen
Die neuerliche Wende war dadurch herbeigeführt worden, dass der Masseverwalter des seit Ende Februar im Konkurs befindlichen Vereins, Norbert Scherbaum, im Kampf gegen das Punkte-Minus neben den Bundesliga-Instanzen auch ein ordentliches Gericht einschaltete und damit zumindest vorläufig Erfolg hatte. Das Gericht begründete die Entscheidung damit, dass dem GAK sowie dessen Gläubigern durch die Verhängung der angeführten verbandsinternen Sanktionen wirtschaftlicher Schaden droht.

Pangl gab sich verwundert darüber, dass die Bundesliga in diesem Zusammenhang nicht ausreichend eingebunden gewesen sei. "Die Entscheidung ist vom Gericht getroffen worden, ohne die Bundesliga anzuhören. Das finde ich interessant", meinte Pangl.

Lange Gerichtsverfahren drohen
Die restliche Bundesliga-Saison wird nun möglicherweise von einem juristischen Tauziehen begleitet. Die dem Landesgericht für Zivilrechtssachen in Graz übergeordnete Instanz wäre in diesem Fall das Oberlandesgericht Graz, danach bliebe noch der Gang vor den Obersten Gerichtshof (OGH). Laut Pangl ist die Liga entschlossen, im Bedarfsfall alle Möglichkeiten des Instanzenweges auszuschöpfen. "Wir können dieses Urteil nicht hinnehmen."

Dem GAK wurden wegen der Insolvenz 10 Zähler abgezogen, darüber hinaus noch 12 weitere wegen Verstöße gegen Verpflichtungen aus dem Lizenzierungsverfahren. Schon zuvor hatte die Bundesliga den Grazern auf FIFA-Geheiß wegen offener finanzieller Forderungen von Ex-Spieler Daniel Kimoni sechs Punkte - in Summe also 28 - weggenommen.

Sturm neues Schlusslicht
Für die aktuelle Tabelle bedeutet das, dass der GAK mit nunmehr 27 Zählern plötzlich auf Rang acht liegt - nur fünf Punkte hinter dem vierten Platz, der unter Umständen zur Teilnahme am UEFA-Cup berechtigt. Neues Schlusslicht ist der Grazer Stadtrivale SK Sturm, der selbst erst im vergangenen Jänner durch einen Zwangsausgleich entschuldet worden war. Sturm fehlen nach derzeitigem Stand acht Punkte auf den GAK und den neuen Tabellen-Neunten, SCR Altach.

Auch Sturm ist ein gebranntes Kind, was Punkteabzüge betrifft. Die "Blackys" starteten wegen Verstößen gegen Verpflichtungen aus dem Lizenzierungsverfahren für die Saison 2006/2007 mit drei Minus-Punkten, ihr Konto wurde ebenfalls als Folge der Insolvenz um weitere 10 Zähler reduziert. Dennoch zeigte man sich bei Sturm gelassen, da man noch von einer Änderung der aktuellen Situation mittels neuer Gerichtsurteile ausging.

(apa/red)